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Article #427Re: Salzburg/Pinzgaubahn: Mehrere Tote bei Zugsunglueck
From: Simon Giovanazzi
Date: Sun, 03 Jul 2005 10:14
Date: Sun, 03 Jul 2005 10:14
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"Will Berghoff" <real-nospam@berghoffs.de> schrieb > Ein trauriger Unfall, der wieder einmal die mangelnde Crashsicherheit > dieser Leichttriebwagen demonstriert. > > Mein Mitgef�hl gilt den Angeh�rigen und den Verletzten, meine Wut den > Zulassungsbeh�rden, die diesen t�dlichen Schrott zulassen. Bei aller Tragik soller Ungl�cke sollte man auf dem Teppich bleiben. Der Aufenthalt in einer Eisenbahn ist wesentlich sicherer als in den meisten �brigen Bereich des Lebens, die Zahl der verungl�ckten Personen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich zur�ckgegangen - und das trotz des vermehrten Einsatzes leichter Fahrzeuge. Im �brigen werden LNT (oder "fast-LNT", im Folgenden vereinfacht LNT) nicht einfach zugelassten, sondern es wird genau gepr�ft, welche Risiken dabei eingegangen werden. Es sind akzeptable Risiken. Wann sind aber LNT ein Problem? Eigentlich nur dann, wenn sie mehr oder weniger ungebremst auf ein schwereres oder steiferes Hindernis treffen, dies kann der ber�hmte Betontr�ger am Bahn�bergang oder eben eine 80t-Lok sein. Das kommt aber so selten vor, dass der Aufwand es nicht rechtfertigt (und es eigentlich auch unm�glich ist), sich dagegen zu sch�tzen. Die Mittel k�nnen an anderer Stelle sehr viel effizienter eingesetzt werden, um die Sicherheit zu erh�hen! Im �brigen ist das Problem nicht neu, ich denke es ist allgemein bekannt, was passiert, wenn eine (noch verh�ltnism��ig leichte) V100 mit Nebenbahngeschwindigkeit auf einen VT 98 st��t oder eine konventionelle Lok auf einen Reisezugwagen st��t. Noch nie wurden in der Fahrzeugindustrie soviele Gedanken der passiven Sicherheit gewidmet als zur Zeit - ein Schimpfen ist also mehr als unangebracht. Bei den meisten Unf�llen besteht die M�glichkeit zum Bremsen, hier sind die LNT (von gewissen Ausnahmen abgesehen...) klar im Vorteil: kurze Bremswege vernichten kinetische Energie vor dem Zusammensto�. Gerade auf Nebenstrecken verkehren die Fahrzeuge im artreinen Betrieb, wo das crashverhalten der Fahrzeuge inzwischen aufeinander abgestimmt wird. Man kann sich auch �berlegen, weshalb es LNT �berhaupt gibt? Sie erm�glichen einen effizienten Betrieb auch abseits der gro�en Fahrgaststr�me und viele Nebenbahnen verdanken diesen Fahrzeugen ihr �berleben. Was w�re passiert, wenn es sie nicht g�be? Die Stecken w�ren stillgelegt worden - die Fahrg�ste f�hren mit dem Auto, mit den entsprechenden Sterblichkeitsraten. Es k�nnte also durchaus Sinn machen, eine Strecke - um sie am Leben zu erhalten - mit h�herem Risiko zu betreiben, um das Gesamtrisiko f�r die Verkehrsteilnehmer zu senken. Diesen Schritt wagt allerdings niemand, was auch seine Berechtigung hat - au�erdem kann der Schu� aufgrund der Irrationalit�t der Risikoaversionfunktion auch nach hinten losgehen. Ich verstehe nicht, weshalb diese Diskussion in Mitteleuropa teilweise mit Entsetzen aufgenommen wird, sobald es darum geht, mit Menschenleben zu "rechnen" - da es eigentlich kontraproduktiv ist. Die Konsequenz aus deinem Aufschrei w�re, mit hohem Mitteleinsatz die Crashsicherheit zu erh�hen. In den n�chsten f�nf Jahren k�nnten vielleicht 5 Menschenleben gerettet werden. W�rde man die selben Mittel dagegen in die Verbesserung des Zugsicherungssystems stecken, k�nnte man vielleicht 20 Menschenleben retten. Was ist also sinnvoll zu tun? In der Praxis sieht es so aus, dass lieber der Aufschrei beruhigt wird, 5 Menschenleben gerettet werden und die damit indirekt in Kauf genommenen 20 Toten tabuisiert werden. Das Versicherungswesen ist in solcherlei Berechnungen eiskalt - zu kalt und teilweise menschenunw�rdig, aber eine gewisse Objektivit�t und einen gesunden Pragmatismus k�nnte im Eisenbahnbereich nicht schaden. Es war noch nie sinnvoll, die Symptome zu bek�mpfen. Die eigentlich kritische Frage lautet: Weshalb kam es zum Zusammensto�? Wird hier tats�chlich ohne technische Zugsicherung gefahren, wo der Mensch als die Hauptgefahrenquelle f�r den Eisenbahnbetrieb bekannt ist? Viele Gr��e, Simon
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