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Article #862

RB: Slowenien

#862
From: Michael Oberseider
Date: Sun, 01 Dec 2002 13:39
153 lines
9089 bytes
Hallo zusammen,

Langsam komme ich voran im schreiben meiner Berichte. Leider
wieder mit 3-monatiger Versp�tung. Wegen des starken
�sterreichbezuges mit X-post nach avb aber f�up2 debm.

Abfahrt war am 29.08.2002 in M�nchen Hbf. Da die
Ennstsalstrecke zu diesem Zeitpunkt noch gesperrt war, ist
als Alternativroute die Tiroler Bahn vorgesehen. Ich m�chte
lieber nicht vorrechnen, wie viele Fahrg�ste der Bahn im
Ennstal aufgrund des Hochwassers dauerhaft verlorengegangen
sind... Denn aufgrund der Streckensperre mussten alle
Alternativen durchgerechnet werden. Da ich beim
Fahrkartenkauf dem Personal nicht zu viel zumuten wollte,
geht es in der ersten Etappe nur bis Klagenfurt. Trotz des
Zuschlages von 3,60 EUR, das macht immerhin 18,6% des
Fahrpreises f�r die deutsche Strecke aus, w�hlte ich den EC
63, BELA BARTOK, Abfahrt 9:25. Wegen einer Anschlussaufnahme
verz�gerte sich unsere Abfahrt um +6 Minuten, die jedoch bis
Salzburg wieder eingeholt wurden. Der Zug bestand aus
ungarischen Wagen, ich setze mich in den Grossraum. Da ich
die Strecke bis Salzburg schon fast auswendig kenne,
verbrachte ich die Zeit bis Salzburg schlafend.

In Salzburg stieg ich in IC 690, KUNSTHALLE WIEN um. Dieser
fuhr auf Gleis 2 ab, aber hielt nicht im Bereich des
Empfangsgeb�udes. Der Zug bestand aus alten Abteilwagen, zum
Teil liessen sich sogar noch die Fenster �ffnen. Zugpferd
war eine 1044. Ich musste in dem nur m�ssig besetzten Zug
mein Abteil lediglich mit einem Touristen aus �bersee (USA
oder Australien � so genau weiss ich das nicht mehr) teilen.
Er wunderte sich sehr �ber die rote Karte (Vorteilscard),
die ich bei der Fahrt vorzeigte. Als ich ihm das Prinzip
erkl�rte, meinte er, dass dies ein sehr gutes Gesch�ft sei,
wenn man eine Karte kauft und danach nur noch fast die
H�lfte des Preises zahlen m�sse. Ab Schwarzach-St.Veit geht
es auf die Tauernrampe, die k�rzlich zweigleisig ausgebaut
wurde. Die neuen Kilometertafeln wurden durch einen
orangefarbenen Streifen am oberen Rand gekennzeichnet, so
wie in Deutschland auf der SFS. Die S�drampe wurde schon vor
l�ngerer Zeit ausgebaut, als Hinweis sind unter den
Kilometertafeln auch noch die Tafeln mit dem alten
Kilometern angebracht, die jedoch ein deutlich kleineres
Format haben. Durch den Ausbau hat die Streckenl�nge
abgenommen. Kurz vor Spittal an der Drau treffen wir auf die
Tiroler Bahn, die ich auf der Reise nicht mehr verlassen
werde. Hinter Villach geht es weiter entlang am W�rthersee,
der eigentlich Veldener See heissen m�sste... Der IC h�lt
hier drei mal auf einer Strecke von nur 20 km.

In Klagenfurt war erst einmal eine Stunde Wartezeit
angesagt. Zun�chst musste ich einmal die Fahrkarte f�r die
Reststrecke kaufen. Der Bahnhof Klagenfurt machte einen sehr
kleinen Eindruck auf mich. Besonders negativ aufgefallen
sind mir die Abfahrtsanzeiger. Da wurde ein IC nach Wien
S�dbahnhof und ein IC nach Wien Westbahnhof angezeigt. Die
Via-Bahnh�fe Villach-Salzburg bzw. Bruck waren nur sehr
klein angegeben. Da k�nnte leicht mal einer auf Irrfahrt
gehen... Mich betrifft das nicht, denn ich nehme den N nach
Bad St. Leonhard. Ob der sein Ziel wirklich erreicht ist
fraglich, denn angeblich soll ab Wolfsberg
Schienenersatzverkehr sein. Ich setzte meine Reise also im
5047 bis Bleiburg fort. Die Hauptbahn von Wien her kommt mit
km 17 nach Klagenfurt, w�hrend die Tiroler Bahn bei km 126
ist. Aufgefalen ist mir dabei der Hp St. Michael ob Bleiburg
mit Zweisprachiger Beschriftung Smihel ob Pliberk. In
Bleiburg sind wir bei km 84 angelangt. Im Bahnhof erfahre
ich, dass die Kilometrieung der Tiroler Bahn sich
mittlerweile auf Zeltweg bezieht, die Strecken aus Maribor
und Zeltweg treffen mit nahezu gleicher Kilometrierung in
Bleiburg ein. Bei Bleiburg � St. Paul handelt es sich
�brigens um eine Neubaustrecke, mittlerweile ist sie
allerdings auch schon 39 Jahre alt � Er�ffnung 1963.

Die Weiterreise nach Maribor erfolgte in einem
Dieseltriebwagen der SZ. Die Tiroler Bahn wurde �brigens
nicht ein Opfer einer JZ Umkilometrierung, sie verl�uft von
82 bei der Grenze bis 0 bei Maribor. Mit sehr ruhigem Tempo
ging es auf der landschaftlich sehr sch�nen Strecke bis
Maribor.


5.09.2002: Fahrt Maribor � Ljubljana mit ICS.
Obwohl die Fahrkarte des reservierungspflichtigen Zuges
platzgebunden ist, bekommt man noch kurz vor Abfahrt des
Zuges ein Billett. �brigens funktioniert das nicht mehr mit
VC<26 = Euro unter 26. W�hrend es im Vorjahr noch ohne
Problem ging, war es heuer nicht mehr m�glich. Was ist
schief gelaufen. H�tte ich die Euro unter 26 Karte extra
beantragen m�ssen? Die Auslastung des um 7:50 abfahrenden
Zuges ist sehr gering. Ohne Halt geht es bis Celje. Bei
Zidani Most, das ohne Halt durchfahren wird erreichen wir km
496 (von Belgrad her gesehen). Von dort steigt die
Kilometerzahl wieder, auch die Strecke nach Ljubljana (
-Jesenice und Sezana) ist nach wie vor bis Belgrad
kilometriert.


6.09.2002: R�ckfahrt im IC 245.
Mit viel M�he erreichte ich gerade noch den um 13:45
abfahrenden Zug. Da die Abfahrt jedoch mit +10 erfolgte
h�tte ich mich eigentlich gar nicht so beeilen m�ssen. Es
war leider keine Zeit mehr zum Erwerb einer Fahrkarte da und
deshalb kostet das ganze 400 SIT Nachl�sezuschlag � immer
noch billiger als eine Stunde sp�ter mit ICS. Der Von
Venezia S.L kommende Zug besteht haupts�chlich aus
ungarischen Wagen. Beim Ausstieg funktioiert eine T�re
nicht. Der Kondukteur versuchte vergeblich die T�re mit
Hilfe der Notentriegelung zu �ffnen. Ein zweckloses
Unterfangen, denn auf der T�re klebte ein handgeschriebener
Zettel �FUORI SERVIZIO�. Aber irgendwie schien ich der
einzige gewesen zu sein, der das hier kapiert hat, denn
ausser meiner slowenischen Begleiterin und mir kam niemand
auf die Idee, eine andere T�r zu benutzen.

Die Weiterfahrt erfolgte um 18:25 mit einem Regionalzug, der
elektrischen Variante des Desiro. Doch zuvor versuchte ich
mit �bersetzung ein letztes Mal eine Euro unter 26
erm�ssigte Fahrkarte zu erstehen. Leider wieder erfolglos.
Was ist schief gelaufen? Ist die Euro unter 26 Funktion der
VC kollektiv in Vergessenheit geraten? Oder vielleicht �ber
Nacht abgeschafft worden? Immerhis h�tte ich eine
Railplusfahrkarte bekommen k�nne, obwohl gar kein RP-Logo
auf meiner VC ist... Nach diesen Problemen verlief die
Zugsfahrt dann aber ohne besondere Vorkommnisse.


R�ckfahrt 13.09.2002: Nachdem es unm�glich war, eine
durchgehende Fahrkarte bis M�nchen zu bekommen, muss ich mit
einer bis Bleiburg vorlieb nehme. Obwohl die Strecke nur ein
wenig l�nger ist wie bis Celje, kostet die Fahrkarte trotz
Railplus mehr als das Doppelte. Trotz bereits erfolgter
Billettkontrolle hinter Maribor wurde vor der Grenze noch
einmal der Fahrschein kontrolliert. In Bleiburg statte ich
erst einmal der Bahnhofswirtschaft einen Besuch ab. Danach
erwerbe ich die Fahrkarte, es geht sogar bis M�nchen Ost
(Das ist bei Kauf in .at manchmal schwierig). �brigens
kostet Bleiburg � M�nchen Ost genauso viel wie M�nchen Hbf �
Klagenfurt. Wie ist das m�glich? Dich hatte doch nur 10 km
DB weniger, daf�r aber 42 km mehr �BB.

Schliesslich geht es per 5047 wieder bis Klagenfurt. Von
dort nehme ich den IC 797, HERMANN GMEINER, Abfahrt 19:36.
Zugpferd des aus Abteilwagen bestehenden Zuges war eine
1044.  Da ich fast allein in meinem Wagen war, konnte ich
mich breit machen und verbrachte die meiste Zeit bis
Salzburg schlafend. Draussen war es immerhin schon dunkel.
Die letzte Etappe erfolgte im ORIENT EXPRESS EN 262, Abfahrt
23:55. Ich nahm in einem Grossraumwagen der SNCF platz. Ich
wusste gar nicht, dass SNCF-Material so fern ab der Heimat
eingesetzt wird.

Gruss, Michael
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From: Michael Oberseider <michael.oberseider@et.stud.tu-ilmenau.de>
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Date: Sun, 01 Dec 2002 14:39:58 +0100
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