Article View: de.sci.electronics
Article #1232Re: Autorouter
From: Oliver Bartels
Date: Thu, 28 May 1998 00:00
Date: Thu, 28 May 1998 00:00
89 lines
5706 bytes
5706 bytes
In <6khkit$qpk$1@news01.btx.dtag.de>, Manfred.Hanke.R3-1@t-online.de (Manfred Hanke) writes: [...] >Heute haben sich die Designregeln gewaltig gedndert.Stichwort >EMV,Ldngenanpassung der Daten-und Adressleitungen,Taktbdume,SMD >Testpunkte,Abschirmung u.v.m. > >Es gibt mittlerweile auch daf|r Programmodule die aber alle zigtausend Mdrker >kosten und noch immer nicht die Erfahrung ersetzen. [...] >Hersteller hochwertiger Industrieelektronik,die Ihre Gerdte und Anlagen >zertifizieren lassen m|ssen(T\V,PTB o.d.) spendieren lieber eine Lage >(kein Bier u.Korn) mehr als zu wenig. > >Oder Analogschaltungen im 5V-, mV-Bereich und Schaltnetzteile wo man sich |ber >jede einzelne Verbindung Gedanken machen muss.................. Oder Hochfrequenz, wo die Hauptaufgabe im Placement liegt, damit die Leitungen entweder angepasst oder so kurz wie moeglich sind und sich gegenseitig nicht stoeren koennen. An diesen Punkten ist realistisch immer noch Handarbeit angesagt. Umgekehrt kann man aber schon sagen, dass, wer grosse Digitalanteile von Hand routet, wirklich selber schuld hat, denn das kann ein *guter* Autorouter eben wirklich schneller und haeufig auch besser (ein Datenbus soll eben *nicht* kuenstlerisch-wertvoll parallel gefuehrt werden, denn dann ist das Uebersprechen besonders gross). Und Laufzeitprobleme haben meist wenig mit Laenge, sondern eher mehr mit richtiger Anpassung zu tun, was sich aber anscheinend noch nicht so richtig herumgesprochen hat. Da werden dann die Leitungen auf den mm genau gleich lang gemacht (bei ca. 5ns/Meter!, ergibt sich mit sqrt(eps_r)/c), und dafuer jeder Abschluss und eine Anpassung der Leiterbreite geflissentlich ignoriert. Gute Systeme haben deshalb Mechanismen, um Handanteile von automatisch erstellten Anteilen zu trennen, ggf. kann der Router auch die Verbindung durchfuehren (Regel wie: Netz nur zum Kontaktieren in diesen Bereich, ansonsten fernhalten usw.). Von der technischen Seite aus laesst sich natuerlich im Rechner heute viel mehr an Zusatzbedingungen eingeben, allerdings muss a) dass auch einer machen, und der Aufwand lohnt nicht immer. b) die Software das nicht nur irgendwie beruecksichtigen, sondern auch wirklich in die *Strategie* mit einbeziehen. Und da kommen heutige Rechner trotz der Performancesteigerungen (die letzten "marketingmaessigen" einmal ausgenommen) sehr schnell an die Leistungsgrenze fuer rein kombinatorische (Integer-) Berechnungen. Letzteres ist uebrigens der Grund, warum wir trotz des Gridless/Shapebased Priority Tree (das ist eine rasterlose Speicherung der Geometrie mit *sehr schneller* Abfrage- moeglichkeit) immer noch eine Matrix parallel dazu halten (allerdings mit Aufloesung auch kleiner Abstand plus Breite), denn der Zugriff darauf und die Moeglichkeiten kombinatorischer Algorithmen sind hier immer noch viele Male schneller bzw. groesser, und der Speicherbedarf ist fuer heutige Verhaeltnisse eher klein. c) der Anwender die Eingabe der Zusatzbedingungen auch beherrschen, das bedeutet Einarbeitung, und die lohnt sich nur, wenn man viele solcher Platinen zu erstellen hat. Der hohe Aufwand bei b) ist auch der Grund fuer ... >...... ist ein weites Feld, brauchbare Autorouter kosten > 20.000 DM, erledigen >viele Jobs in Stunden aber ersetzen bei heutigen Anforderungen nicht den >Layouter und dessen Erfahrung. Die Preisangabe stimmt im Prinzip (bei uns HighEnd Systeme, es gibt aber auch bei uns schon Loesungen fuer bestimmte Aufgaben im vierstelligen Bereich). Generell ist EDA eben kein Massenprodukt (ein Hersteller verkauft vielleicht ueber viele Jahre *realistisch* Systemzahlen im einstelligen Tausenderbereich, und heutzutage werden kaum mehr Neuinvestitionen getaetigt). Wer laut nach Billigpreisen schreit, sollte sich einmal ueberlegen, warum ein Anbieter wie Mentor die gesamte Integra-Entwicklung aus Starnberg "wegverlagert" hat und z.B. immer noch Routingmodule von uns Stand 1993 verkauft (so teuer sind unsere Updates denn nun auch nicht). >An Oliver:Papi hat immer noch nicht genug Zeit ;-) Immerhin freut es mich, dass unsere damalige - inzwischen fast 10 Jahre alte Werbeanzeige - immer noch bei Dir haengen geblieben ist :-) (Fuer Neueinsteiger: Wir hatten ca. 1988 eine Anzeigenserie geschaltet, in der ein Junge mit Baseballkappe mit der Ueberschrift "Papi hat jetzt mehr Zeit fuer mich ...", weil unser Autorouter jetzt die Layouts erstellt. Heute waere angesichts von 4 Mio. Arbeitslosen diese Werbung wohl nicht mehr passend.) Gruss Oliver ------------------------------------------------------ Oliver Bartels + Erding, Germany + obartels_bartels_de http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax:-10 ------------------------------------------------------ For EMail replies please replace this _ with @ and . ! The Reply field has been modified to reduce spam mail.
Technical Details
Message-ID:
<6kiujn$mbm$1@nixe.ISAR.net>Path:
arc1-ca.pugleaf.net!unknown!not-for-mailReferences:
<6ker1i$bto$1@news00.btx.dtag.de> <356C2C5E.C8449AAE@htwm.de> <6khkit$qpk$1@news01.btx.dtag.de>Show Full Headers
Complete Article Headers
X-Google-Language: GERMAN,ASCII-7-bit X-Google-Thread: 112e71,f113facdb39d03fb X-Google-Attributes: gid112e71,public X-Google-Thread: 105dc7,f113facdb39d03fb X-Google-Attributes: gid105dc7,public X-Google-Thread: fa709,f113facdb39d03fb X-Google-Attributes: gidfa709,public X-Google-Thread: f637a,f113facdb39d03fb X-Google-Attributes: gidf637a,public From: spamtrap@bartels.de (Oliver Bartels) Subject: Re: Autorouter Date: 1998/05/28 Message-ID: <6kiujn$mbm$1@nixe.ISAR.net> X-Deja-AN: 357215917 References: <6ker1i$bto$1@news00.btx.dtag.de> <356C2C5E.C8449AAE@htwm.de> <6khkit$qpk$1@news01.btx.dtag.de> Organization: Bartels System GmbH Reply-To: spamtrap@bartels.de (Oliver Bartels) Newsgroups: de.sci.electronics,maus.elektronik,fido.ger.elektronik,z-netz.alt.elektronik