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Article #218Re: Induzierter Verkehr
From: Ralf Brachtendorf
Date: Sat, 17 May 1997 00:00
Date: Sat, 17 May 1997 00:00
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Bezugsnachricht erstellt von bernd@sledge.phiger.com am 03.05.97. > Im Artikel <3366E3DA.4523@mch.sni.de> schreibt Hans-Ulrich Steingrobe > <hans-ulrich.steingrobe@mch.sni.de>: > > > auch wenn hier immer mal wieder das Gegenteil > >behauptet wird. Wer soll denn diesen Verkehr durchfuehren? Doch i.W. > >Leute, die vorher auch schon, noch dazu weniger optimal, gefahren sind, > >und nun dankbar von einer laestigen Schleichfahrt auf die neue Strecke > >umsteigen. > > Ja, es sind durchaus groesstenteils dieselben Leute, die nun die > Gelegenheit ergreifen, weiter und oefter zu fahren. Dann wird eben der > Grossmarkt ein paar Kilometer weiter aufgesucht, weil der so tolle > Sonderangeboten hat und man ihn vorher aber wegen der dauernden > Stauungen nicht gerne angefahren hat - es hat zu lange gedauert. Das > ist nur ein Beispiel, hier fuer Einkaufsverkehr. Die Auswirkungen im > groessten Verkehrsbereich, dem Freizeitverkehr kannst Du Dir als Uebung > selbst ausmalen. Es wird auch etwas am Verkehrskonzept der Stadt Koeln dran sein. Man wollte den Verkehr von der Strasse weg auf den OePNV verlegen. Diskussion: Man veraendert zwar nicht das Hineinfahren in das Stadtzentrum aber erschwert z.B. durch etwas unguenstigere Ampelschaltungen das Hinausfahren. Idee: Nach drei Stunden einkaufen und zuegiger Rueckfahrt vergisst jeder, dass er auf der Hinfahrt im Stau gestanden hat. Wenn man aber nach dem Einkaufen hungrig und geschafft nach Hause will und dann im Stau steht ueberlegt man sich schon eher, ob und wie man beim naechsten mal in die Stadt faehrt. Es ist eine Umkehrung des Problems. Schlechtere Strassen, weniger Fahrzeuge. In Koeln fuehrte es zwar anfaenglich nicht unbedingt zu einer subjektiven Entlastung (Es standen nach wie vor stinkende Autos an den Ampeln), aber die Auslastung der oeffentlichen Verkehrsmittel stieg doch an. Mittlerweile kommt man auch Samstagvormittags recht zuegig in die Stadt. Wo ich mir selber an die Nase packen muss (und so manch anderer sich sicherlich auch): Der Weg von meiner Dortmunder Wohnung zur Uni dauert mit dem Pkw (inkl. Parkplatzsuche) etwa genau so lange wie mit der S-Bahn (inkl. Fussweg). Wenn ich zu Zeiten zur Uni muss, an denen die Strassen voll sind, oder bei meiner Rueckkehr keine Parkplaetze in unmittelbarer Naehe zu meiner Wohnung zu finden sind, fahre ich mit der S-Bahn. Andernfalls mit dem Pkw, obwohl es teurer (Benzin - Semesterticket) und auch nicht gerade umweltgerecht ist. Verkehr scheint also auch eine psychologische Angelegenheit zu sein. Man muss die Bequemlichkeit des Menschen in Verkehrsplanerische Aufgaben einbeziehen. -- ___ ___ |_) |_) vorstand@ping.de |\alf _|_)rachtendorf priv.: ralf@brachtendorf.ping.de
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