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8 total messages Started by Martin Steuger Thu, 12 Nov 1992 09:26
Krebsgefahr durch Wellensittiche!?
#141
Author: Martin Steuger
Date: Thu, 12 Nov 1992 09:26
32 lines
2034 bytes
In einem Artikel in der Zeitung las ich folgendes:

Untersuchung des Bundesgesundheitsamtes in Berlin

Haustierbesitzer in Gefahr

Hoeheres Krebsrisiko durch Voegel - Ursachen unbekannt

London/Berlin (dpa) - Wer einen Vogel als Haustier haelt erkrankt
offenbar leichter an Lungenkrebs als andere Menschen. Zu diesem
Ergebnis kommt eine Studie des BGA in Berlin. Demnach haben Menschen
mit sehr engem Kontakt etwa zu Kanarienvoegeln oder Wellensittichen
ein doppelt so hohes Lungenkrebsrisiko wie die Allgemeinbevoelkerung.

In Deutschland erkranken 88 von 10000 Maennern im Laufe ihres Lebens
an Lungenkrebs. M.Thamm vom BGA sagte, davon gehen 15 auf das Halten von Kanarienv.,Wellis oder anderen gefiederten Hausgenossen zurueck. Bei Frauen
Bei Frauen betraegt diese Risiko 3 von 15 Faellen pro 10000 Personen.

... Die Forscher wollen als naechstes nach den Krebsausloesern am Federvieh
suchen. Zwei Moeglichkeiten erscheinen plausibel. Viele Voegel haben 
Pilzinfektionen. Es ist aber nicht bewiesen, dass die Erreger 
Krebswachstum ausloesen koennen. Zum zweiten muss ueberlegt werden, ob die 
eingeatmeten Teile der Federn dafuer verantwortlich sind.

"Voegel gehoeren nicht ins Schlafzimmer. Werden sie im Wohnzimmer gehalten,
sollte regelmaessig und gut gelueftet werden."

Erzaehlt mal was Ihr davon haltet. Besonders wuerde mich eine Adresse
der BGA interessieren, wo man genaueres erfahren kann. Also los, an
die Maschinen; Information at your Fingertips?

Martin Steuger	(steu@lrs.e-technik.uni-erlangen.de)
Re: Krebsgefahr durch Wellensittiche!?
#144
Author: Peter Stangier
Date: Wed, 11 Nov 1992 16:50
23 lines
1700 bytes
Kurze Zeit, nachdem ich dies im Radio geh"ort hatte, habe ich auch
eine weitere Erkl"arung f"ur das Ph"anonem gelesen (Ich glaube, es war
_keine_ Pressenotiz des Verbandes der V"ogelz"uchter Deutschlands)

Wellensittiche und Kanariev"ogel werden oft von Leuten mit geringerem
Einkommen gehalten. (Stimmt, wir haben auch einen.) Und die Anzahl der
_Raucher_ unter den Armen ist gr"o"ser als unter den Reichen. (Bei uns
raucht keiner, aber wir leben ja auch noch).

Eine nicht unwahrscheinliche Gefahrenquelle bei der Vogelhaltung
scheint also Nikotin, Kohlenmonoxyd und alles das andere Zeugs zu
sein. Also la"st Eure Vogeltierchen in Ruhe; Wellensittiche scheissen
n"amlich nicht auf den B"urgersteig, oder in Nachbars Garten.
(Verklagt mich aber nicht, wenn's Euch erwischt...)

Maat et joot,
Peter.
--
Peter Stangier, Seperatist 
(stangier@informatik.uni-koeln.de)
 
 "`ceterum censeo berlinam esse delendam!"'
                             (petrus minor)
Re: Krebsgefahr durch Wellensittiche!?
#145
Author: Oliver Brandmueller
Date: Thu, 12 Nov 1992 11:04
44 lines
2183 bytes
steu@pmg.lrs.e-technik.uni-erlangen.de (Martin Steuger) writes:
>London/Berlin (dpa) - Wer einen Vogel als Haustier haelt erkrankt
>offenbar leichter an Lungenkrebs als andere Menschen. Zu diesem
>Ergebnis kommt eine Studie des BGA in Berlin. Demnach haben Menschen
>mit sehr engem Kontakt etwa zu Kanarienvoegeln oder Wellensittichen
>ein doppelt so hohes Lungenkrebsrisiko wie die Allgemeinbevoelkerung.
[...]
>Erzaehlt mal was Ihr davon haltet. Besonders wuerde mich eine Adresse
>der BGA interessieren, wo man genaueres erfahren kann. Also los, an
>die Maschinen; Information at your Fingertips?

Tja, kann schon sein. Ich habe auch solch ein Tierchen (Zebrafink,
frueher eigene Zucht), insofern interessiert es mich auch. Obwohl
der kleine bei uns nicht im Schlafzimmer, sondern in einer Ecke
der Kueche (Fenster) steht ist es natuerlich interessant...

Leider kann ich zum BGA nur das hier auf dem Netz finden (aber die Snail-
Adresse sollte noch stimmen):

--- TOP ---
#N      wabolu
#S      
#O      Institut f. Wasser-, Boden- und Lufthygiene des Bundesgesundheitsamtes
#C      Herr Hohmann
#E      postmaster@wabolu.uucp
#T      +49 30 8308 2392
#P      Corrensplatz 1, D-W-1000 Berlin 33, Germany
#L
#R      being connected
#W      ap@unido.uucp; 900130
#
wabolu  tub(DEAD)
--- EOF ---

Tschau, Olli




-- 
| Oliver Brandmueller | Detmolder Str. 64 | 1000 Berlin 31 | Germany - (FRG) |
| Fax: +49 30 8536544 | V: 030/853 69 80  | Cityruf 315 30 68 30 (numerisch) |
| "Ich werde Millionaer, heirate Jodie Foster und nehme mir eine Nymphomanin |
|          als Putzfrau. Dann habe ich alles erreicht." - ob@school          |
Re: Krebsgefahr durch Wellensittiche!?
#142
Author: Hadmut Danisch
Date: Thu, 12 Nov 1992 11:17
58 lines
3146 bytes
steu@pmg.lrs.e-technik.uni-erlangen.de (Martin Steuger) writes:

>In einem Artikel in der Zeitung las ich folgendes:

>Untersuchung des Bundesgesundheitsamtes in Berlin

>Haustierbesitzer in Gefahr

>Hoeheres Krebsrisiko durch Voegel - Ursachen unbekannt

[..]
>... Die Forscher wollen als naechstes nach den Krebsausloesern am Federvieh
>suchen. Zwei Moeglichkeiten erscheinen plausibel. Viele Voegel haben 
>Pilzinfektionen. Es ist aber nicht bewiesen, dass die Erreger 
>Krebswachstum ausloesen koennen. Zum zweiten muss ueberlegt werden, ob die 
>eingeatmeten Teile der Federn dafuer verantwortlich sind.

>Erzaehlt mal was Ihr davon haltet. Besonders wuerde mich eine Adresse
[..]

Ich habe vor kurzem im Radio davon gehoert. Dort haben sie
als die zwei verdaechtigen Moeglichkeiten folgendes dargestellt:

1. Die Vogelfedern. Abgewoerfene Federn koennten bei den 
  Zerfallsvorgaengen in kleinste Fasern zerbrechen und dann
  aehnlich wie Asbest (also mechanisch) wirken.

2. Im Vogelkot koennte allerlei ungesundes Zeug drinsein. Man
  sucht angeblich nach irgendwelchen Stoffen, die sich im 
  Kot befinden und die entweder sowieso drin sind oder als
  Stoffwechselprodukte von Pilzen/Bakterien etc. entstehen,
  vielleicht auch bei chemischem Zerfall. Diese Stoffe koennten
  cancerogen oder allergen wirken, wobei auch eine staendige
  allergene Reizung Krebs erzeugen kann.


Wir haben zu Hause jede Menge Federvieh und hatten vor ein
paar Jahren noch mehr. Jede Menge Huehner, Enten, Kanarien,
Sittiche, Wachteln, Zwergwachteln, Exoten, Zwergpapageien
und verschiedene Weichfresser. Bei so viel Viechern merkt
man dann direkt, wieviel feinen Staub die produzieren,
durch Federn, Futter, Vogelsand usw. Den verteilen sie dann
ja durch ihr Verhalten auch so gut wie moeglich in der Luft,
man atmet es also immer ein. Vogelkot kann ein ganz entsetzliches
Zeug sein, die Viecher haben eine ziemlich aggressive Verdauung.
(Am schlimmsten ist es bei Raubvoegeln und Aasfressern, aber sowas
hatten wir noch nicht.) Wenn man die Kaefige saubermacht, kann 
man schon mal gereizte Schleimhaeute und Juckreiz in der Nase
bekommen, auch wenn man Futter in groesseren Mengen handhabt.
Entensch****e kann uebrigens schon nach wenigen Stunden 
Duefte und Daempfe entwickeln, dass einem die Luft wegbleibt.

Dass sowas alles nicht gerade gut auf die Lunge wirkt,
kann ich mir sehr gut vorstellen. Deswegen haben wir unsere 
Viecher auch reduziert und uns auf die beschraenkt, die
nicht so riechen und stauben.

Hadmut
Re: Krebsgefahr durch Wellensittiche!?
#143
Author: Wolfram Schlickenrieder
Date: Thu, 12 Nov 1992 12:56
14 lines
975 bytes
steu@pmg.lrs.e-technik.uni-erlangen.de (Martin Steuger) writes:

> In einem Artikel in der Zeitung las ich folgendes:
> 
> Untersuchung des Bundesgesundheitsamtes in Berlin
> 
> Haustierbesitzer in Gefahr
> Hoeheres Krebsrisiko durch Voegel - Ursachen unbekannt
> [rest ^Killed...]

	Wichtigste Information fehlt: In *welcher* Zeitung?

	...Wolfram
Re: Krebsgefahr durch Wellensittiche!?
#147
Author: Wolfgang Koehler
Date: Sun, 15 Nov 1992 23:32
40 lines
2734 bytes
 Ich halte diese Meldung fuer einen schlechten Witz der Statistiker.
 (Nach dem Motto : trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefaelscht
 hast :-)
 Aber mal im Ernst, wer sich mal naeher damit befasst hat, wie kompliziert
 es ist, Aussagen aus statistischem Datenmaterial abzuleiten, wird bei
 solchen Meldungen immer skeptisch sein. Um alle moeglichen und denkbaren
 Kruezkorrelationen einigermassen sicher herausrechnen zu koennen, und
 noch verwertbare Vertrauensgrenzen zu erhalten, sind immense Stichproben-
 umfaenge noetig, jedenfalls wenn mans richtig macht.
 Man muss ja die aufgetretenen Faelle nach allen moeglichen Einflussfaktoren
 klassifizieren : Alter, Raucher, Geschlecht,.. und und. 
 Mit dem Alter faengts schon an mit den Kreuzkorrelationen : sicher haben
 mehr alte Leute einen Wellensittich als junge, und sicher haben auch Aeltere
 haeufiger Lungenkrebs. Ergo ergibt sich schon eine Scheinkorrelation, die
 man eliminieren muss.
 
 Und dann kommen die Korrelationen, die sich kaum erfassen lassen 
 (Wie waer's denn zB. mit depressivem Charakter ?) oder die man einfach nicht
 kennt.
 
 Und nach allem Rechnen erhaelt der (sorgfaeltige) Statisker dann im besten
 Fall eine Aussage der Art : mit einer Irrtumwahrscheinlichkeit von xx Prozent
 wird die Hypothese des Zusammenhanges zwischen A und B angenommen.
 Und, wie gesagt, um einigermassen sichere Ergebnisse (xx < 5 %) zu erhalten, 
 braucht es riesige Fallmengen.
 
 Ja, wir haben auch so einen kleinen Piepser, aber ich glaube, was ich von
 seinen Ausscheidungen in die Lunge bekomme, ist weder gefaehrlicher, 
 noch irgendwie relevant im Vergleich zu dem Dreck, den man taeglich auf der 
 Strasse einatmet.
 
 
--
-------------------------------------------------------------------------
    ... always look on the bright side of life ... (Monty Python)
-------------------------------------------------------------------------
Wolfgang Koehler                               wolf@first.gmd.de
GMD-FIRST an der TU Berlin              German National Research Centre 
Tel. (Berlin 030/049) 6704-2650              for Computer Science
Re: Krebsgefahr durch Wellensittiche!?
#152
Author: Martin Steuger
Date: Fri, 20 Nov 1992 12:26
30 lines
2123 bytes
wolf@doppel.first.gmd.de (Wolfgang Koehler) writes:


> Ich halte diese Meldung fuer einen schlechten Witz der Statistiker.
> (Nach dem Motto : trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefaelscht
> hast :-)
> Aber mal im Ernst, wer sich mal naeher damit befasst hat, wie kompliziert
> es ist, Aussagen aus statistischem Datenmaterial abzuleiten, wird bei
> solchen Meldungen immer skeptisch sein. Um alle moeglichen und denkbaren
> Kruezkorrelationen einigermassen sicher herausrechnen zu koennen, und
> noch verwertbare Vertrauensgrenzen zu erhalten, sind immense Stichproben-
> umfaenge noetig, jedenfalls wenn mans richtig macht.
> ...

Dem kann ich mich im wesentlichen nur anschliessen! Man muesste schon zigtausende
Menschen untersuchen und dies unter den annaehernd gleichen Lebensumstaenden, was 
wohl wirklich unduchfuehrbar ist. Prinzipiell wuerde ich mit den Vogis aber 
auch nicht im selben Zimmer pennen, oder vom gleichen Teller essen. Also ich 
denke die ganze Sache relativiert sich doch bei genauerem Hinsehen. Danke an
alle die hier ihre Meinung geaeussert haben. Aber da gibts bestimmt noch mehr!

Martin

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
             Many who plan to seek God at the 11th hour,
                          DIE at 10:30
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Martin Steuger                          steu@lrs.e-technik.uni-erlangen.de 
LRS-Erlangen-Tennenlohe                    Universitaet Erlangen-Nuernberg 
Re: Krebsgefahr durch Wellensittiche!?
#153
Author: Heiko W.Rupp
Date: Sat, 21 Nov 1992 12:03
24 lines
1704 bytes
steu@gitti.lrs.e-technik.uni-erlangen.de (Martin Steuger) writes:

>wohl wirklich unduchfuehrbar ist. Prinzipiell wuerde ich mit den Vogis aber 
>auch nicht im selben Zimmer pennen, oder vom gleichen Teller essen. Also ich 
>denke die ganze Sache relativiert sich doch bei genauerem Hinsehen. Danke an
>alle die hier ihre Meinung geaeussert haben. Aber da gibts bestimmt noch mehr!

Selbst wenn eine Krebsgefahr durch Wellensittiche gegeben sein sollte,
so ist die Freude an den Kerlchen doch so gross, dass es sich nicht
lohnt wegen der Krebssgefahr keinen WS herzutun.

Ausserdem ist es wohl so, dass viele Tiere fuer alte Menschen der
einzige Ansprechpartner sind; wenn sie die Tiere nicht haette, waere
zwar das Krebsrisiko geringer, dafuer wuerden sie aber an
Vereinsammung sterben.

Im ueberigen erzuegt heutzutage alles Krebs; wenn man die richtige
Statistik zugrunde legt, sicher auch die liebste
Freizeitbeschaeftigung.

-- 
Heiko W.Rupp  Gerwigstr.5  7500 Kh'e 1  hwr@pilhuhn.ka.sub.org  +49 721 693642
Ray's Rule of Precision:
	Measure with a micrometer.  Mark with chalk.  Cut with an axe.
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