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Article #57Re: Patente nuetzen allen
From: Christoph Müller
Date: Thu, 11 Feb 1999 00:00
Date: Thu, 11 Feb 1999 00:00
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Meinhard Karner schrieb: > Und wie will er sein RECHT sichern, wie sollte er dokumentieren, da� er der > erste mit dieser Idee oder Entwicklung war?Eben nur mit einem Patent. Wie l�uft es denn mit den Rechten an Bildern, Romanen, Skulpturen, Comicfiguren usw.? Sind das nicht auch Ideen irgendwelcher Leute? Warum findet man derlei nicht im Patentamt? Ein Patent f�r ein Bild, das auch als Postkarte verkauft wird? Klingt l�cherlich? Genauso l�cherlich, wie das Patentrecht ist! Ideen k�nnen prinzipiell auch anders als �ber Patente gesch�tzt werden. Das Patentamt selbst sucht ja nach Vorbekanntem. Wenn etwas vorbekannt ist, l�sst sich i.d.R. auch ermittelt, aus welcher Quelle das Vorbekannte stammt. Mit dem Urheberrecht l�uft das so. Das Dumme ist nur, dass der Dunstkreis um das Patentamt eine Sprache entwickelt hat, die kein normal Sterblicher mehr durchschaut, dass sich Formalit�ten eingeschlichen haben, die daf�r sorgen, dass das eigene geistige Eigentum als verschenkt gilt, wenn man es anderen nur mitteilt. Es sei denn, es existiert ein Patentschutz oder Vergleichbares. Wer also technische Ideen hat, hat das Problem, dass er erst einmal teuer beweisen muss, dass ihm die Idee geh�rt bevor er �ber sie sprechen kann. Vergleichbares auf dem kulturellen Sektor w�rde das kulturelle Leben auf der Stelle zum Erliegen bringen. Es g�be nur noch Langweiliges zu lesen, zu h�ren und zu sehen. Denn �ber Aktuelles k�nnte sich niemand mehr �u�ern, weil ja erst mal das Patentverfahren abgewickelt werden m�sste. Wie k�nnte man noch Nachrichtensendungen machen? Oder gar AKTUELLE Kommentare zum Tagesgeschehen abgeben? Ganz zu schweigen vom Kabaret! Das Patentrecht hat sich zu einem v�llig absurden Ding entwickelt. Vom urspr�nglichen Gedanken - dem Schutz des geistigen Eigentums des Erfinders - ist NICHTS mehr �brig geblieben. Man muss sich inzwischen SEINE EIGENEN IDEEN TEUER ERKAUFEN. Also das, was einem ja von Natur aus geh�ren sollte. Die Nutznieser des Patentrechts sind nur noch in Ausnahmef�llen die Erfinder (etwa 3%). Normalerweise sind das die Patent�mter und -anw�lte (97%). Das Patentrecht ist in erster Linie auf deren Interessen zugeschnitten. Der Erfinder ist lediglich der, der den Apparat am Laufen h�lt, um einer Enteignung seiner als lukrativ eingesch�tzten (97% liegt daneben) Idee vorzubeugen. Das dahinterstehende Prinzip ist das Gleiche, wie das einer Lotterie. Nur, dass die Eins�tze pro Fall leicht um den Faktor 1000 h�her liegen. W�re es anders, h�tten die Kreise um das Patentrecht l�ngst Statistiken ver�ffentlicht, die besagen, dass sich die Patentinvestition im Schnitt um so und so viel Prozent verzinst. Und zwar aufgeschl�sselt nach Prozent der Anmeldungen. Werden also 100% Anmeldungen angenommen, so kann man diese beispielsweise in 5 Teile zerlegen. Dann wird man feststellen m�ssen, dass in den allermeisten F�llen nur draufgezahlt wird; also eine negative Verzinsung stattfindet (k�nnte man drastisch auch als Abzocke bezeichnen). Nur ein verschwindend geringer Teil wird eine lukrative Verzinsung des eingesetzten Kapitals erleben. Genauso halt, wie das in der Lotterie der Fall ist. Eher noch schlimmer. Wer sich also die M�he macht, �ber technische Verbesserungen nachzudenken, ist normalerweise der Depp. Und das nicht nur in Sachen Patent. In den meisten F�llen gibt es dann auch noch Probleme mit den Vorgesetzten. Denn f�r viele Ideen muss man zur Realisierung erst mal viel Geld ausgeben, was man nat�rlich vermeiden will. Streit ist also bereits vorprogrammiert. In den meisten F�llen die Meinungen �ber den Wert eine Idee zwischen Erfinder und Vorgesetztem auseinander. Wie will man unter solchen Voraussetzungen f�r eine innovative Kultur sorgen? Wir haben die denkbar schlechtesten Voraussetzungen daf�r. Eine neue Aufbruchstimmung, die f�r einen Wirtschaftsaufschwung unabdingbar w�re, wird - wie beschrieben - wirksam verhindert. Lieber zahlt man ein Heer von Arbeitslosen als dass man diesen Rahmenbedingungen r�ttelt. Das muss einem die Sache offensichtlich wert sein ...!? Christoph M�ller http://www.astrail.de
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