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Started by Ihre Majestaeten Anna-Anonyma vo...
Mon, 13 Jan 1992 20:24
Re: Zensur auch hier ?
Author: Ihre Majestaeten Anna-Anonyma vo...
Date: Mon, 13 Jan 1992 20:24
Date: Mon, 13 Jan 1992 20:24
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nicht so voreilig ! Hi Also, ich glaube die Diskussion um die Ausspaehung "besonders geschuetzten Daten" geht an der Wirklichkeit ein bisschen vorbei. Schliesslich ist in vielen rrn-implementierungen problemlos ersichtlich, wer gerade welchen artikel liest. rrn legt ein file namens rrnact.<nummer> mit der berechtigung -rw-r--r-- an im von jedem lesbaren directory /tmp an, dem die Zeile "control" die Zeile mit der aktuell gelesenen newsgroup ist. Durch einen Vergleich mit der aktive list des Servers kann man die Gruppe herausfinden, die gerade vom owner dieser Datei gelesen wird. Ausserdem wird ein File mit rrn<nummer>.<nummer> angelegt, aus der die aktuelle Articelnummer ersichtlich ist. Da rechtlich nichts dagegenspricht, sich die Informationen: wer liest was, waehrend ihrer Entstehung (z.B. in einer Schleife) zu beschaffen, ist es schon ein bisschen verwegen, von "besonders geschuetzten Daten" zu reden. Kein Mensch kann im Nachhinein sagen, auf welche Art die Information "Herr X liest Artikel/Newsgroup Y" zustande gekommen ist. Da es auch zu den Aufgaben eines Admins gehoert, zu kontrollieren, was die User machen (z.B. ob sie gerade mit irgendwelchen Programmen Files mit den Passworten anderer User erstellen), kann man ihm rechtlich kaum etwas vorwerfen. so long MUFTI ps: Voreilig fand ich auch die Behauptung, dass soundso viele weibliche Wesen alt.sex -gruppen lesen wuerden, da sich diese Behauptung nur auf Vornamen aus der from-zeile stuetzt. Die Vornamensinformation laesst sich ja beeinflussen und gerade bei alt.sex koennte es Gruende geben, dies zu tun...
Re: Zensur auch hier ?
Author: Erhard Sanio
Date: Tue, 14 Jan 1992 17:28
Date: Tue, 14 Jan 1992 17:28
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In article <1992Jan13.210022.9565@rusmv1.rus.uni-stuttgart.de> ZRZM@rusvm1.rus.uni-stuttgart.de (Ihre Majestaeten Anna-Anonyma von Anonymien die Kleine) writes: >nicht so voreilig ! >Hi >Also, ich glaube die Diskussion um die Ausspaehung "besonders geschuetzten >Daten" geht an der Wirklichkeit ein bisschen vorbei. Schliesslich ist in vielen >rrn-implementierungen problemlos ersichtlich, wer gerade welchen artikel liest. [ .. technische Hinweise auf Schnueffelmoeglichkeiten deleted .. ] Die Frage, ob man/frau mit bestimmten technischen Mitteln als Admin oder User bestimmte Informationen kriegen kann, ist fuer die Frage "besonders gesichert" oder nicht von mittelbarem Belang. Man/frau kann auch einen "sniffer" (das ist in der Regel ein laptop mit grosser Platte und einem Haufen Analysesoft- ware) in ein Ethernet haengen (dazu reicht i.d.R. eine Induktionsschleife) und jedes Paket tracen. Durchsuchung nach Strings "login:" bzw. "Password:" ist kein Problem. Aehnlich ist die Durchschnueffelung von Hilfsdateien von Programmpaketen zu werten. Solange nicht User durch -rwxrwxrwx auf ihrem Homedirectory zu erkennen geben, dass ihnen egal ist, wieviel andere von ihren Aktivi- taeten mitkriegen (oder durch passwortfreies account), sind ihre Daten "besonders geschuetzt". Auch wenn man/frau durch Aufdruecken von Keller- fenstern, Hochschieben von Balkontueren, Ueberklettern von Mauern, Dietriche, Richtmikrofone, Infrarotfernglaeser oder Wanzen in die Privatsphaere ihrer/ seiner Mitmenschen ziemlich leicht eindringen kann, ist das deswegen nicht erlaubt. >Da rechtlich nichts dagegenspricht, sich die Informationen: wer liest was, >waehrend ihrer Entstehung (z.B. in einer Schleife) zu beschaffen, ist es >schon ein bisschen verwegen, von "besonders geschuetzten Daten" zu reden. Irrtum. Das Gewinnen personenbezogener Benutzerinformation durch automati- sche Programme ist besonders sensibel. Wer sowas aufbaut, beweist damit den Vorsatz des Ausspaehens von Daten, waehrend das Eindringen in ein schlampig gesichertes account oder das mounten eines nicht dagegen ge- schuetzten Verzeichnisses mit nfs auch schonmal unabsichtlich (jedenfalls bicht mit dem Vorsatz des Ausspaehens) geschehen kann. Hierzu gehoert schon eine erhebliche kriminelle Energie, mit Einstellung des Verfahrens nach 153a StPO waere da wohl nix mehr drin. >Kein Mensch kann im Nachhinein sagen, auf welche Art die Information >"Herr X liest Artikel/Newsgroup Y" zustande gekommen ist. Solange das unbewiesen behauptet wird, waere es bis zum Beweis der Wahrheit ueble Nachrede, wuerde es bewiesen, muesste schon gesagt werden, wie. Das Lesen einer newsgroup waere dabei kaum jemandem vorwerfbar, das Ausspaehen dagegen kriminell. >Da es auch zu den Aufgaben eines Admins gehoert, zu kontrollieren, was >die User machen (z.B. ob sie gerade mit irgendwelchen Programmen Files mit >den Passworten anderer User erstellen), kann man ihm rechtlich kaum etwas >vorwerfen. Ein/e Admin hat die Pflichten, die in den Benutzungsordnungen der jeweiligen Rechner festgelegt sind. Die Nutzungsordnungen koennen dabei mehr oder weniger restriktiv sein, abhaengig vom Zweck des Rechners und der betreibenden Insti- tution. In Firmen (wo die Rechnerbenutzung in erster Linie dem Erwerbszweck des Unternehmens dient) oder im militaerischen oder polizeilichen Bereich koennen dabei die Kontrollrechte sehr weitgehend sein. An einer Universitaet koennen sie, soweit nicht zwingende technische Gruende (z.B. die begrenzte Rechenzeit der einzigen Cray usw.) entgegenstehen, nicht ueber die Aufsichtsregeln hinausgehen, wie sie an Bibliotheken oder anderen der Information dienenden akademischen Einrichtungen bestehen. Ohne technisch zwingende Gruende koennen sie nicht ueber die Rechte und Pflichten der Universitaetsverwaltungen und der Universitaetsangehoerigen hinausgehen, wie sie sich aus den Hochschulgesetzen und den nachgeordneten Verordnungen ergeben. Als Einrichtung des oeffentlichen Rechts ist eine Universitaet durch das Grundgesetz und die allgemeinen Gesetze direkt gebunden. Uebrigens wurde anfangs von /tmp-files mit rw-r--r-- gesprochen, also Be- schnuefflung durch beliebige User. Diese waere auf jeden Fall "Ausspaehen", die Eigenart eines Programmpaketes, das solche Aktivitaeten erlaubt, waere keine Entschuldigung (Auch ein Schlosser darf nicht in jede Wohnung, in die er/sie aufgrund technischer Kenntnisse leicht hereinkommt). Admins haben zwar auf Unix-Boxen alle Moeglichkeiten, das heisst nicht, dass sie alles duerfen (Aehnlich dem Hausmeister mit dem Passepartout). Selbst Admins auf solchen Anlagen sind keine Goetter oder absoluten Herrscher. Das Erheben personenbezogener Benutzerdaten kann da nicht mit dem Rechen der allgemeinen Beschnuefflung durchgefuehrt werden. Soweit accounting durch- gefuehrt und ausgewertet wird, muss dies bekannt sein, ebenso Zweck und Umfang der Auswertung/Speicherung. Eine Auswertung "wer liest wann welchen news-Artikel" waere durch keinen Zweck der Systemintegritaet zu recht- fertigen. Ich wuerde solche Stasi-Methoden der Universitaetsleitung bekanntmachen und auf Abmahnung, im Wiederholungsfalle Entlassung der Verantwortlichen draengen, notfalls per einstweilige Anordnung des zustaendigen Verwaltungsgerichts. > >so long >MUFTI > regards, es >ps: >Voreilig fand ich auch die Behauptung, dass soundso viele weibliche Wesen >alt.sex -gruppen lesen wuerden, da sich diese Behauptung nur auf Vornamen >aus der from-zeile stuetzt. >Die Vornamensinformation laesst sich ja beeinflussen und gerade bei >alt.sex koennte es Gruende geben, dies zu tun... Nun ja. Sicher besteht die Moeglichkeit, sich unter jedem Namen auf einem Rechner einzutragen. Auf den Boxen, die ich im Rahmen meiner Taetigkeit administriert habe, haben sich die User immer mit ihrem richtigen Geschlecht eingetragen (das waren schon ein paar hundert) und die PosterInnen, die ich im Laufe meines Herumhaengens im net kennengelernt habe, haben ebenfalls kein Geschlechtsmimikry getrieben. Von daher kann immerhin vermutet werden, dass diese Art der Zuordnung mit hoher Wahrscheinlichkeit korrekte Aussagen ueber das Geschlecht der PosterInnen erlaubt. Die wenigen Ausnahmen duerften zu einem so hohen Ausmass ueber die Geschlechter und die Gruppen gleichver- teilt sein (Frau unter maennlichem Vornamen und umgekehrt), dass sie die getroffenen Aussagen (z.B. mehr weibliche PosterInnen in allgemein gesell- schaftlichen als in technischen Gruppen) kaum signifikant verfaelschen duerften. ps: Was soll das eigentlich mit dem anonymen Quatsch? Hast Du Angst?
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