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Article #323DL-RS DARC NR. 3/90 VOM 26.01.1990
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Date: Fri, 26 Jan 1990 09:37
Date: Fri, 26 Jan 1990 09:37
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DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 3/90 VOM 26.01.1990
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KOUROU:
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Sechs neue Amateurfunksatelliten befinden sich seit Montag, dem
22.01. auf einer 800 km hohen, polaren Erdumlaufbahn. Nach mehre-
ren Startverschiebungen wurden sie um 01:35 UTC mit einer Ariane-
4-Rakete vom Raketenzentrum Kourou in Franzoesisch-Guyana in den
Weltraum befoerdert. 17 Minuten und 6 Sekunden nach dem planmaes-
sig verlaufenen Start wurde der franzoesische Erderkundungssatel-
lit Spot 2 abgetrennt. Nach einer Reorientierung der letzten Ra-
ketenstufe wurden nach weiteren 3 Minuten UoSAT-OSCAR 14 und Uo-
SAT-OSCAR 15 als erste abgetrennt. Es folgten nach knapp einer
Minute die Mikrosatelliten PACSAT-OSCAR 16, DOVE-OSCAR 17, WEBER-
SAT-OSCAR 18 und LUSAT-OSCAR 19. Der Start wurde auch ueber AM-
SAT-OSCAR 10 und 13 live uebertragen und kommentiert. Die beiden
UoSAT-Satelliten stammen von der University of Surrey, England.
Sie haben ein Gewicht von jeweils 50 kg. Mit ihnen soll die Wirk-
samkeit von Solarzellen aus Gallium-Arsenid im Weltraum getestet
und die Atmosphaere in der Umgebung niedrig fliegender Satelliten
analysiert werden. Ferner sollen Packet-Radio-Uebertragungen vor-
genommen werden. Die vier jeweils 12 kg schweren Microsats haben
unterschiedliche Aufgaben. PACSAT und LUSAT enthalten Uebertra-
gungseinrichtungen fuer Packet-Radio. WEBERSAT ist zur Uebertra-
gung von digitalen Bildern mit einer CCD-Kamera ausgeruestet. Mit
DOVE sollen Experimente zur digitalen Sprachuebertragung erfol-
gen. Alle Satelliten arbeiten bisher einwandfrei und liefern
recht starke Empfangssignale, die auf folgenden Frequenzen im 70-
cm-Satellitenbereich aufgenommen werden koennen: 435,070, 435,-
120, 437,050, 437,100, 437,125 und 437,150 MHz. Der Microsat DO-
VE-OSCAR 17 sendet zur Zeit Packet-Radio-Signale auf 145,825
MHz, die mit einem normalen Terminal Node Controller decodiert
werden koennen. Seine Bake ist so stark, dass sie auch mit einem
Handfunkgeraet gut zu empfangen ist. Bevor alle Satellten ihren
endgueltigen Betrieb aufnehmen, muessen zunaechst einige Tests
durchgefuehrt werden.
NORDSTEMMEN:
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Am 20.01. wurde das Rufzeichen des 3. Vorsitzenden des DARC,
Karlheinz Vennekohl, DK5OD, missbraucht, um damit eine Falschmel-
dung unter der Rubrik DARC und dem Titel "RSV-DARC" in die Mail-
box DB0KG in Goettingen zu uebertragen. Solche Vorgaenge sind
leider nicht ganz auszuschliessen, zeigen aber dennoch, dass der
Informationsgehalt solcher frei editierbaren Files in Packet-Ra-
dio sehr kritisch betrachtet werden muss. Alle Ansaetze, den In-
formationsfluss mittels Packet-Radio zu verbessern, werden durch
solche Ereignisse zurueckgeworfen. Der Vorstand des DARC missbil-
ligt diese Praktiken, die mit dem Verhalten eines Funkamateurs
nicht zu vereinbaren sind.
BAUNATAL:
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Am 10./11.02. wird eine Delegation des DARC den Radiosportverband
der DDR zu einem Arbeitsgespraech besuchen. Damit werden die be-
reits begonnenen Kontakte zwischen dem RSV und dem DARC fortge-
setzt.
GENF:
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Die Internationale Fernmelde-Union (ITU) hat mit Stand vom 12.10.
1989 eine Aufstellung jener Laender veroeffentlicht, die den Ama-
teurfunkbetrieb gaenzlich oder mit bestimmten Laendern verbie-
ten. Danach ist der Amateurfunkbetrieb in folgenden Laendern ver-
boten: Angola, Saudi-Arabia, Aethiopien, Ghana, Myanmar (frueher
Burma), Uganda, Suriname, Yemen und Zaire. In folgenden Laendern
duerfen die Funkamateure nur mit Stationen aus solchen Laendern
Kontakt aufnehmen, mit denen ein Gegenseitigkeitsabkommen be-
steht: Finnland, Grenada, Sued-Korea, Tuerkei, Zambia und Zimbab-
we. Daneben gibt es Laender, die den Amateurfunkverkehr mit ein-
zelnen Laendern nicht zulassen. Folgende Laender verbieten den
Verkehr mit Stationen in Israel: Algerien, Iran, Jordanien, Ma-
rokko, Oman, Qatar. Verbindungen mit Stationen in Suedafrika sind
in folgenden Laendern untersagt: Algerien, DDR, Iran, Kamerun,
Kenya, Marokko und Qatar. Wie aus Berlin verlautet, hat die DDR
die Beschraenkung inzwischen aufgehoben. Oman schliesst Kontakte
mit Stationen in Nord-Korea aus, Bahrain mit solchen in mit Bah-
rain "verfeindeten" Staaten. Zu den Laendern mit betrieblichen
Einschraenkungen zaehlt Thailand, wo Amateurfunkbetrieb nur von
Clubstationen erlaubt ist. Auslaender erhalten eine Lizenz dann,
wenn sie im Besitz einer gueltigen Lizenz eines Landes sind, mit
dem ein Gegenseitigkeitsabkommen besteht.
BAUNATAL:
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Am 17.01. verstarb der langjaehrige Vorsitzende des Distriktes
Baden, Karlfriedrich Morrison-Cleator, DF8IC. Schon frueh kam er
mit dem Amateurfunk in Beruehrung, als er bereits im Jahre 1946
den damaligen Ortsverband Eberbach im Wuerttembergisch-Badischen
Radio-Club mitbegruendete. Nach der Neugruendung des Ortsverban-
des wurde Karlfriedrich, damals noch als DD3IC lizenziert, zu-
naechst stellvertretender Ortsverbandsvorsitzender und Anfang
1982 OVV. Seine Hauptaufgabe sah er in der Ausbildung der jungen
Mitglieder bis zur Lizenzreife. 1983 wurde er zum Vorsitzenden
des Distriktes Baden gewaehlt. Viermal stellte er sich erfolg-
reich zur Wiederwahl, bis er im August 1989 wegen eines geplan-
ten Umzugs und auch aus gesundheitlichen Gruenden dieses Amt an
seinen Stellvertreter abgeben musste. Im Amateurrat wirkte er im
Ausschuss fuer technische Angelegenheiten mit. Mit der Fertig-
stellung der Chronik des Distriktes Baden ging im vergangenen
Jahr anlaesslich des 40jaehrigen Distriktsjubilaeums sein groes-
ster Wunsch in Erfuellung. Fuer seine Verdienste fuer den Ama-
teurfunk wurde Karlfriedrich Morrison-Cleator am 10.05.1985 mit
der goldenen Ehrennadel des DARC ausgezeichnet.
FUNKWETTERBERICHT: (Darmstadt, 23.01.)
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Ein deutliches Ansteigen der Sonnenaktivitaet hat seit Wochenbe-
ginn eingesetzt und den jahreszeitlich bedingten Rueckgang der
F2-Grenzfrequenzen etwas abgebremst. Die Tageshoechstwerte
schwanken derzeit um 13 MHz. Am 20.01. erreichte die Sonnenflec-
kenrelativzahl mit 317 Einheiten nach der Skala von Boulder/Colo-
rado den hoechsten Wert im neuen Jahr. Einen Tag spaeter traf das
gleiche fuer die 10-cm-Strahlung zu, die bei 265 Einheiten lag.
Die Mehrzahl der zur Zeit sichtbar groesseren Fleckengruppen be-
findet sich noch auf der Osthaelfte der Sonne, so dass weiterhin
mit angehobener Aktivitaet gerechnet werden kann. Vom 27.-30.01.
wird voraussichtlich erhoehte magnetische Aktivitaet auftreten,
die zu Grenzfrequenzeinbruechen fuehren kann. Groessere Eruptio-
nen, die Aurora ausloesen, sind bis ueber das Monatsende hinaus
jederzeit moeglich.
Ende des DL-RS Nr. 3/90 vom 26.01.1990
DATEX-/Btx-/PR-/RTTY-Bearbeitung: DC7XJ @ DB0GR
..._._
Technical Details
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