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Article #453[SBB] Neue Priorit�ten in der Flottenpolitik der SBB, Aus f�r Panoramawagen?
From: Helmut Uttenthaler
Date: Wed, 13 Apr 2005 22:03
Date: Wed, 13 Apr 2005 22:03
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siehe http://www.nzz.ch/2005/04/12/il/articleCQ4EF.html#topofarticle > Konkurrenz macht den SBB Beine. Mit einer > umfassenden Erneuerung 20-j�hriger Kompositionen wollen > sie das Schmuddel-Image loswerden, das viele ihrer > Regionalz�ge verbreiten. Stattdessen verzichten sie auf > die Revision von Wagen des nationalen Verkehrs, in dem > Wettbewerb kein Thema ist. > > P. S. Der Regionalzug nach Sonceboz, der in > Tavannes einf�hrt, passt zum tristen Bahnhofplatz im > Berner Jurast�dtchen. Das blau-graue Gewand des gut > 20-j�hrigen Nahverkehrspendelzugs (NPZ) wirkt verwaschen, > das rote SBB-Logo erkennt man nur mit M�he, und ein > grosser Teil der Scheiben ist zerkratzt. Auch innen sind > die Folgen des respektlos gewordenen Umgangs mit > �ffentlicher Infrastruktur und des gleichzeitigen > Verzichts auf Zugbegleiter im Regionalverkehr > un�bersehbar: schmuddelige Polster und �berbleibsel von > Botschaften, die mit dickem Filzstift aufgetragen wurden. > > Unter dem Druck des Wettbewerbs > Wie anders pr�sentiert sich da das, was zwei > Minuten sp�ter in der Gegenrichtung nach Moutier und > Solothurn einrollt: Der neue knallrote Pfeil des > Regionalverkehrs Mittelland pr�sentiert sich nicht nur > aussen sauber. Auch nach dem Einsteigen, das in diesem > Falle ein Eintreten ohne Stufen im Fahrzeug ist, sind > keine Spuren von Vandalismus auszumachen; und dar�ber, > dass das so bleibt, wachen mehrere Videokameras. > > Die Szene aus der Westschweiz macht deutlich, unter > welchem Druck die SBB im Regionalverkehr stehen, dessen > Betrieb von Kantonen und Bund mitfinanziert wird. Im > vergangenen Jahr flossen unter diesem Titel 522 Millionen > Franken in die Kasse der Bundesbahnen. Verbessern die SBB > den Zustand ihrer Flotte f�r Z�ge mit Halt auf allen > Stationen nicht, m�ssen sie gew�rtigen, dass Linien > ausgeschrieben und an andere Unternehmen vergeben werden. > Zwar beschaffen auch sie neue Niederflurfahrzeuge � la > Regionalverkehr Mittelland. Abgesehen davon, dass etliche > dieser Kompositionen neue Angebote, auch im benachbarten > Ausland, abdecken, ersetzen sie vorerst �ber 70 > Kompositionen aus den 1960er Jahren. > > Klimaanlage, aber weiterhin Stufen > Die Folgerung der SBB aus dieser Erkenntnis heisst > �NPZ forza�. Sie stecken die 126 in den 1980er Jahren > konzipierten und noch nicht abgeschriebenen Trieb- und > Steuerwagen zwischen 2006 bis 2009 in einen Jungbrunnen. > Aus diesem sollen sie im weissen Anzug des neuen oder > umfassend revidierten SBB-Rollmaterials auf die Schienen > zur�ckkehren, wie Hans K�ser, Leiter Flottenmanagement > beim SBB-Personenverkehr, erl�utert. Hinzu kommen > Klimaanlagen f�r die Fahrgastr�ume, Staur�ume bei den > Einstiegen, Bildschirme f�r die Fahrgastinformation sowie > eine Video�berwachung. In den Steuerwagen wird zudem ein > neues 1.-Klass-Abteil mit Lounges und Steckern > eingerichtet. > > Als Zwischenwagen sind weiterhin 160 Einheitswagen > I vorgesehen, die noch gut zwei Jahrzehnte �lter sind; > sie werden den Trieb- und Steuerwagen angepasst, erhalten > aber keine Klimaanlage. Ihre letzte Stunde soll > sp�testens 2023 schlagen, wenn gem�ss Gesetz alle > Kompositionen ohne Zugbegleiter mit stufenlosen Eing�ngen > ausgestattet sein m�ssen. Ob die Kantone als Besteller > bis dann zuwarten m�gen, scheint jedoch fraglich. Ab 2007 > werden jedenfalls die beiden Kompositionen des �Glarner > Sprinter� zwischen Z�rich und Linthal als erste NPZ mit > Niederflur-Zwischenwagen aus den Best�nden der > SBB-Tochter Thurbo ausger�stet. > > Einheitswagen IV in Weiss und Gr�n > Die St�rkung des rollenden R�ckgrats im > Regionalverkehr hat ihren Preis. Nicht nur die 200 > Millionen Franken, welche die SBB daf�r investieren. 90 > Millionen davon sparen sie ein, indem sie nicht alle > Einheitswagen IV erneuern, die heute einen Viertel des > Wagenparks f�r den nationalen Verkehr ausmachen. > Zus�tzlich schaffen sie damit in ihren Werkst�tten > Kapazit�ten f�r die Erneuerung der NPZ. 71 der insgesamt > 508 Einheitswagen IV (53 1. Klasse und 18 > 2. Klasse) werden nicht mehr f�r den Betrieb auf der > Neubaustrecke zwischen Mattstetten und Rothrist > hergerichtet, auf der unter anderem geschlossene > Toiletten vorgeschrieben sind. Was Anstrich und Innenraum > angeht, werden sie weiterhin den d�ster und mittlerweile > verbraucht wirkenden Charme der 1980er Jahre verbreiten. > > Letzteres gilt vorl�ufig auch f�r jene 140 Wagen, > die vor dem Dezember 2004 in einer hurtigen Aktion > ausschliesslich technisch an die Standards der neuen > West-Ost-Magistrale angepasst wurden. Immerhin gesellen > sich zu den 232 Einheitswagen IV, die bis anhin technisch > wie optisch �berholt wurden, in diesem Jahr noch weitere > 65 St�ck. Dank ihnen soll es k�nftig m�glich sein, bei > ausserordentlich hohem Passagieraufkommen zus�tzliche > Z�ge �ber die Neubaustrecke im Mittelland zu f�hren. > > Kein Wettbewerb, auch nicht der Ideen > Den SBB scheint dieser Entscheid zugunsten eines > farblichen und komfortm�ssigen Flickenteppichs in > Intercity- und Interregio-Z�gen vertretbar, zumal 2008 > mit der Inbetriebnahme neuer Cisalpino-Triebz�ge f�r den > internationalen Nord-S�d-Verkehr - unter anderem durch > den L�tschberg-Basistunnel - Eurocity-Wagen f�r den > nationalen Verkehr verf�gbar werden. Sie sollen dannzumal > aufgearbeitet und f�r den Einsatz in Pendelz�gen auf den > Hauptachsen eingerichtet werden. Die Einheitswagen IV > ihrerseits sollen bis 2015 den gr�ssten Teil der heute > jenseits der Neubaustrecke noch eingesetzten 650 nicht > klimatisierten Wagen verdr�ngen. > > Ebenso ausschlaggebend f�r den Entschluss, von der > optischen Devise �ganz in Weiss� f�r klimatisierte Wagen > des nationalen Verkehrs Abstand zu nehmen, d�rfte auch > ein anderer Gesichtspunkt gewesen sein. F�r Betrieb und > Rollmaterial der Intercity- und Interregio-Z�ge sind die > SBB finanziell selbst verantwortlich; aber sie haben dort > vorl�ufig auch keine Konkurrenz zu gew�rtigen. Seit die > BLS L�tschbergbahn ihre Wagen f�r schnelle Z�ge an die > SBB abgetreten hat, ist in diesem Bereich auch der > Wettbewerb der Ideen verschwunden. Die Bundesbahnen > m�ssen jetzt im nationalen Verkehr nicht mehr damit > rechnen, dass jemand ihren Kunden gepflegteres > Rollmaterial oder komfortablere bzw. gewitztere > Inneneinrichtungen vor Augen f�hrt. > > > > > > > Aus f�r die Panoramawagen > P. S. Im Dezember 2005 ziehen die SBB ihre > zw�lf Panoramawagen aus dem fahrplanm�ssigen Verkehr > zur�ck, die seit 13 Jahren in Eurocity-Z�gen f�r > Fahrg�ste erster Klasse unterwegs sind. Die Bundesbahnen > haben es nie verstanden, die Fahrzeuge mit den bis in die > Dachw�lbung hinaufgezogenen Fenstern ad�quat zu > vermarkten. So scheint es geradezu logisch, dass ihnen > jetzt, da eine gr�ssere technische Erneuerung anst�nde, > nichts anderes einf�llt. Was mit den Wagen geschehen > soll, ist offen. Indessen w�re solch aussergew�hnliches > Rollmaterial nach wie vor gefragt im fahrplanm�ssigen > Einsatz auf Strecken wie am Gotthard, auf denen die Bahn > mit dem Auto zeitlich nicht konkurrieren kann. > Silberstreifen am Horizont f�r Reisende auf der Nord- > S�d-Achse sind demgegen�ber die Erw�gungen, vier > Speisewagen einer aus dem nationalen Verkehr > zur�ckgezogenen Serie f�r konventionelle Cisalpino-Z�ge > nach Italien herzurichten, in denen ein solches Angebot > seit �ber zwei Jahren fehlt; entschieden ist > diesbez�glich aber noch nichts. In einem SBB-Papier zum Fahrplanwechsel heisst es bei den betroffenen Z�gen: "Die Wagenstellung des SBB Panoramawagens (Apm61 313) kann wegen eines eventuellen Verkaufs der Panorama-Flotte nicht zugesichert werden. Als Ersatz w�rde 1 Apm61 verkehren." -- Helmut Uttenthaler, Graz
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