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Article #756

Re: RN Canossa Teil 2: Innsbruck-Wien-Grein

#756
From: Helmut Uttenthaler
Date: Mon, 14 Jul 2003 08:19
156 lines
8622 bytes
Untenstehenden RB leite ich auch an at.verkehr.bahn weiter, mit einigen
Kommentaren meinerseits.


"Marc Haber" <mh+usenet0239@zugschl.us> schrieb im Newsbeitrag
news:bespit$2s1$6@nella.toplink-plannet.de...
> Nachdem wir um halb sieben aus dem Bett gefallen sind, warten wir
> kurze Zeit auf den leicht versp�teten Regionalzug nach Innsbruck Hbf,
> der mit einer 6020-Garnitur gefahren wird. Das offensichtlich in den
> 80ern entworfene Fahrzeug f�r den Stadtnahverkehr gef�llt mir recht
> gut.
>
> In Innsbruck Hbf beschaffen wir uns kurz Reiseproviant f�r den
> Bahnmarathon und entern dann IC515 f�r die knapp f�nfst�ndige Fahrt
> nach Leoben. Der Zug wird mit einer 4010-Garnitur gefahren, der man
> ihr Alter insbesondere an der pl�schigen Atmosph�re anmerkt. Die
> zweite Klasse (bequeme, breite Sitze in 2+1-Anordnung mit mehr als
> genug Beinfreiheit) ist deutlich bequemer als die erste eines
> deutschen ICE. Die Strecke �ber W�rgl und Zell am See (links sitzen!)
> ist durchgehend zweigleisig (gefahren wird rechts), wobei mich
> erstaunt, dass die �BB auch auf Hauptstrecken oftmals geschraubte
> Schienenst��e haben. Ab Bischofshofen wird die Strecke eingleisig.
> Kreuzungs- und Abstell m�glichkeiten gibt es jede Menge, was auch
> notwendig ist, da auf der Strecke ziemlich viel gearbeitet wird: In
> fast jedem Bahnhof steht ein Arbeitszug.
>
> In Selzthal wechselt der Triebzug seine Fahrtrichtung. Auf der nun
> folgenden, zur Pyhrn-Autobahn parallel verlaufenden Fahrt nach St.
> Michael wird an einer Stelle ein etwa drei Kilometer langer
> Neubautunnel gebaut;

Der ist nur ca. 1 km lang. Er�ffnet soll er im November werden.


> die Altstrecke f�hrt eingleisig und langsam
> befahrbar um einen Bergr�cken herum. Leoben wird p�nktlich erreicht.
>
> Wir stellen fest, dass es dort kaum Verpflegungsm�glichkeiten gibt, so
> dass wir nur ein Eis einladen k�nnen. IC536 nach Wien S�dbahnhof ist
> brechend voll, so dass wir nur zwei Pl�tze entgegen der Fahrtrichtung
> erhaschen k�nnen. Sp�testens ab Bruck an der Mur (ab Leoben?)

ab Bruck. Von der M�glichkeit des Gleiswechselbetriebes wird aber auch
gelegentlich Gebrauch gemacht.


> wird
> links gefahren. Wir entschliessen uns kurzfristig, den vollen Zug in
> M�rzzuschlag zu verlassen und mit dem Regionalzug �ber den Semmering
> zu fahren. Nachdem wir uns am Fahrkartenschalter dort versichert
> haben, dass wir unseren Zug in Wien (die letzte Verbindung des Tages)
> noch erreichen werden, machen wir noch einen kurzen Abstecher in den
> Ort und besuchen dort einen BILLA-Supermarkt.
>
> Der Regionalzug �ber den Semmering ist ganz im Gegensatz zum IC
> g�hnend leer, so dass wir uns beliebig Pl�tze aussuchen k�nnen. Die in
> �sterreich weit verbreiteten CityShuttle-Wagen haben eine recht
> gelungene Inneneinrichtung und scheinen aus den ebenfalls weit
> verbreiteten Nahverkehrswagen umgebaut worden zu sein, die mich an die
> Schweiz erinnern. In Semmering (rechts sitzen!) steigt ein sehr
> h�bsches und figurbetont gekleidetes M�dchen zu,

;-)

> die sich f�r den Rest
> ihrer Fahrt im Winkel meines Blickfelds r�kelt, allerdings einen
> ziemlich unzufriedenen Gesichtsausdruck an den Tag legt. Vermutlich
> f�hrt sie die Strecke mehrmals in der Woche und empfindet das Gegurke
> ganz im Gegensatz zu uns als nicht wirklich attraktiv. Wir allerdings
> sind begeistert von der wundersch�nen Fahrt �ber diese herrliche
> Strecke. Die CityShuttles stinken beim Bremsen allerdings ziemlich
> unangenehm.
>
> In Gloggnitz steigt das h�bsche M�del aus und unser CityShuttle-Zug
> f�hrt mit gesch�tzten 140 (durch die Lok begrenzt, denn die Wagen
> d�rfen 160) weiter nach Wiener Neustadt. Die Fahrt ist allerdings
> schon bei dieser Geschwindigkeit recht unangenehm; 160 in diesen
> Fahrzeugen will man �ber l�ngere Strecken nicht haben. Trotzdem werden
> wir in den n�chsten Tagen CityShuttle-Wagen selbst in �BB-EC
> eingestellt sehen. Beim Herunterbremsen aus der hohen
> Reisegeschwindigkeit zeigt sich das Bremsenstinken noch deutlicher als
> auf der Bergstrecke.
>
> In Wiener Neustadt wechseln wir auf den nachfolgenden Taktzug des
> Fernverkehrs und sind nun somit eine Stunde hinter unserem geplanten
> Fahrplan. Wir holen uns von einem unserer in Wien hinzusto�enden
> Canossa-Kollegen per SMS eine Fahrplanauskunft ein und streichen das
> in Wien geplante Trainspotting ein. Wir fahren also direkt von Wien
> Meidling (U6-Stadion Philadelphiabr�cke) mit der U6, der Stadtbahn,
> nach Spittelau im Norden.
>
> Die U6 ist eine recht unangenehme Bahn: Lange, aus lauten und
> unbequemen Strassenbahnfahrzeugen

Du meinst wahrscheinlich die Baureihen E6 bzw. c6. Es sollte aber in jedem
Zug zumindest ein wagen der Niederflurbauart T mitlaufen. Viele Z�ge sind
auch nur aus den Fahrzeugen der Baureihe T gebildet.


> gebildete Z�ge fahren in sehr kurzem
> Takt.

Das ist ja nicht unangenehm, oder?


> Trotzdem schaffen wir es, am Westbahnhof Stefan Fr�hlich
> aufzusammeln und erz�hlen ihm von unserem Marathon. In Spittelau haben
> wir dann schliesslich noch 20 Minuten Luft bis zur Abfahrt unseres
> Zuges nach Krems an der Donau, in denen noch Otmar Lendl zu uns st��t.
> Wien Spittelau �BB ist wegen der unmittelbaren N�he zur von
> Hundertwasser gestylten M�llverbrennungsanlage unangenehm, da die Luft
> vor Viechern nur so wimmelt. So freuen wir uns, als R2584 endlich
> einf�hrt.
>
> Der Zug ist aus Doppelstockwagen gebildet, die eine gewisse
> Verwandschaft zu den deutschen Dostos aus G�rlitz nicht abstreiten
> k�nnen. Sie haben allerdings ein Fabrikschild aus Wien und sind damit
> vermutlich Lizenzbauten. �ber Tulln geht die Fahrt nach weiter Krems
> an der Donau, f�r mich nun auf dem f�r die R�ckfahrt gedachten
> Fahrschein von Wien FJB nach Passau �ber
> Absdorf-Hippersd*Donau/Krems*Donau/Spitz*St.
> Valentin*Wels*Neumarkt-Kallham. Der Zugbegleiter jagt uns einen
> Schrecken ein, als er uns er�ffnete, dass wir "heute wohl net mehr"
> bis Grein weiterfahren k�nnten. Erst ein Blick in meinen
> HAFAS-Ausdruck �berzeugt ihn, dass da vielleicht doch noch ein Zug
> fahren k�nnte.
>
> E6108 ist ab Krems an der Donau unser erster dieselbespannter Zug des
> Tages. Hinter einer 2043 h�ngen drei der nicht umgebauten
> Nahverkehrswagen, von denen einer ein ehemaliger, jedoch inzwischen
> deklassierter AB-Wagen ist. �hnliche Sitze wie in der zweiten Klasse
> des 4010 von heute morgen, aber ziemlich durchgesessen nehmen uns f�r
> die letzten zwei Stunden der fahrt auf. Auf dieser Strecke (links
> sitzen!) gibt es wie im Ausserfern keine Sicherungstechnik, E-Tafeln,
> Hand- und R�ckfallweichen und von den �rtlichen Fahrdienstleitern
> gegebene Abfahrauftr�ge sichern den Zugverkehr. Kann es sein, dass in
> �sterreich R�ckfallweichen nicht als solche gekennzeichnet sind?
>
> Die Fahrt bis Grein-Bad Kreuzen durch die Wachau ist landschaftlich
> unglaublich sch�n, die maximal ca. 60 km/h mit Millionen Halten
> (Hallo! Das ist ein _Eilzug_!) beginnen nach zw�lf Stunden Bahnfahrt
> dann allerdings doch zu nerven. Der Mief der Diesellok kommt durch die
> offenen Fenster, so dass ich sehr, sehr froh bin, dass die Gurkerei
> mit der p�nktlichen Ankunft in Grein-Bad Kreuzen ein Ende hat.
>
> Gr��e
> Marc




--
LG

Helmut Uttenthaler,
Graz
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