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Article #107

Re: Patente nuetzen allen

#107
From: Christoph Müller
Date: Sat, 20 Feb 1999 00:00
76 lines
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Raimund Nisius schrieb:
> 
> Christoph M�ller <cm737@bingo.baynet.de> wrote:
> 
> > Mit DEM genannten Vertrag? Das glaubst du doch selber nicht.
> 
> Wenn er sich so reinlegen l��t, wird die Firma bei vorhandenem Patent
> den Vertrag entsprechend gestalten. Aber wenn er in dem Vertrag die
> Patentrechte nicht abtritt, kann sie das Patent nicht nutzen.

Aber genau das h�tte er mit dem Vertrag - egal ob mit oder Patent -
gemacht. Also wozu sollte das Patent gut sein?

> > > Drum wird so viel erfunden...
> >
> > Erfunden schon. Selbst etwas anmelden - das mache ich nur h�chst selten.
> > Je mehr Ideen man hat und anmeldet, desto schneller und sicherer geht
> > man pleite.
> 
> Man mu� Patente verwerten, sonst kosten sie halt nur.

Aber was soll man machen? Hat man eine Idee, denkt man normalerweise
IMMER, dass eben das DIE Idee ist. Und deshalb jedesmal gleich zum
Patentamt oder noch schlimmer zum Patentanwalt laufen? Das, obwohl
bekannt ist, dass 97% aller Patente nie genutzt werden? Zu dem
Zeitpunkt, zu dem man die Idee hat, kann man deren Wert i.d.R. NICHT
einsch�tzen. Das d�rfte einer der ganz wesentlichen Gr�nde sein, weshalb
der ungenutzte Anteil so extrem hoch ist. Patente machen f�r einen
Erfinder doch nur dann Sinn, wenn er zu den gl�cklichen 3% geh�rt, deren
Patente verwertet werden.

Mit dem Copyright wird das Problem ganz elegant gel�st. Da geht man
einfach davon aus, dass einem die eigene Idee auch dann geh�rt, wenn
daf�r nicht eigens ein Nachweis gef�hrt wird. Dieses aufwendige
Nachweisverfahren wird erst dann angeworfen, wenn sich die Sache lohnen
k�nnte. Auf das Patentrecht �bertragen hie�e das, dass die 97%
ungenutzte Patente zu �berhaupt keinem Papierkrieg und zu keinen
Anmeldungen f�hren w�rde. Also w�rden daf�r auch keine Kosten f�r die
Erfinder entstehen. Dann kann er richtig und patentrechtlich ungebremst
seine F�higkeiten pflegen. Hat er eine gute Idee gehabt, so hat er nicht
vorher 97% Murks anmelden m�ssen. Er hat das Geld stattdessen in die
Ausarbeitung produktiverer Dinge stecken k�nnen. Die Qualit�t seiner
Vorschl�ge d�rfte entsprechend steigen. Damit auch die
Verwertungsm�glichkeiten. Wird verwertet und erhebt niemand Einspruch,
gibt es kein Problem. Erhebt doch jemand Einspruch, muss er zumindest
triftige Verdachtsmomente liefern, die ein "Ideenverletzungsverfahren"
nach sich ziehen k�nnten. Dieses Verfahren w�rde etwa einem
Plagiatsverfahren entsprechen.

Eine solche Vorgehensweise w�re m.E. viel unkomplizierter und
innovationsfreundlicher, als es mit dem heutigen Patentrecht ist. 

> Das Patent ist ein kleiner Schritt zum fertigen verk�uflichen Produkt.

So h�tten es gerne viele. In Wirklichkeit sorgen die hohen Kosten, die
nicht zuletzt durch die 97% ungenutzten Patente verursacht werden,
daf�r, dass man Innovationen zu vermeiden sucht und die Ideen im
Zweifelsfall lieber verschenkt. Damit wird genau das Gegenteil dessen
erreicht, was erreicht werden sollte. Man m�chte im internationalen
Vergleich ganz vorne mitmischen. Doch verschenkte Ideen lassen das Know
How au�er Landes flie�en. Damit auch Arbeitspl�tze und jede Menge
Einnahmen. Dann kommt es NUR noch drauf an, wo am Billigsten produziert
werden kann. Das ist oft genug NICHT hierzulande. Diesen Zusammenhang zu
begreifen, stellt so manchen Entscheidungstr�ger aber offensichtlich vor
unl�sbare Probleme, die nicht einmal als Probleme wahrgenommen werden.
Man macht halt weiter wie bisher nach dem Motto "haben wir schon immer
so gemacht" oder "da k�nnte ja jeder kommen".

> Wer den als riesige H�rde betrachtet (betrachten mu�), sollte es lassen.

So ist es. Und weil es so viele aus gutem Grund lieber lassen, flie�t
auch so viel Know How ab, was unserer Wettbewerbsf�higkeit sicher nicht
zur St�rkung gereicht.

Christoph M�ller
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From: Christoph Müller <cm737@bingo.baynet.de>
Subject: Re: Patente nuetzen allen
Date: 1999/02/20
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