Thread View: de.sci.physik
29 messages
29 total messages
Started by Litscher Andreas
Tue, 26 Jan 1999 00:00
Patente nuetzen allen
Author: Litscher Andreas
Date: Tue, 26 Jan 1999 00:00
Date: Tue, 26 Jan 1999 00:00
16 lines
1771 bytes
1771 bytes
Am 11. Maerz 1999 veranstalten BETECH, IGE, InfoLit und STN International gemeinsam die Fachtagung "Patente nuetzen allen, Innovationsfoerderung fuer KMU" im Berner Technopark. Neben den Fachreferaten und der Ausstellung koennen Schnupperrecherchen in kommerziellen Datenbanken wie WORLD PATENTS INDEX, INSPEC usw. unter fachkundiger Anleitung durchgefuehrt werden. Details und Anmeldung unter http://www.infolit.ch/fspatnutz1999.html -------------------------------------------------------- Andreas Litscher, c/o InfoLit Information Broker Berner Technopark, Morgenstr. 129, CH-3018 Bern Tel: +41 31 998 44 77 Fax: +41 31 998 44 73 E-Mail: a.litscher@infolit.ch http://www.infolit.ch/ Vertriebs- und Schulungspartner von STN International --------------------------------------------------------
Re: Patente nuetzen allen - UNTER GEWISSEN UMSTÄNDEN
Author: Christoph Müller
Date: Wed, 27 Jan 1999 00:00
Date: Wed, 27 Jan 1999 00:00
35 lines
2852 bytes
2852 bytes
Litscher Andreas schrieb: > Am 11. Maerz 1999 veranstalten BETECH, IGE, InfoLit und > STN International gemeinsam die Fachtagung "Patente nuetzen allen, > Innovationsfoerderung fuer KMU" im Berner Technopark. - UNTER GEWISSEN UMST�NDEN - Das muss sicher noch hinzugef�gt werden. In deutlich �ber 90% der F�lle zahlt der Anmelder lediglich ohne das Geld je wieder zu sehen. Dar�ber sprechen Patentanw�lte aus gutem Grund nicht sehr gerne. Und das verlorene Geld bewegt sich durchaus im 5-stelligen Bereich. Also Lottospieler hat man statistisch gesehen mehr Erfolg. Da bekommt wenigstens etwa 50% seines Einsatzes wieder. Meldet man seine Ideen NICHT an, bleibt das Know-How wenigstens im Haus. Per Anmeldung wei� es sp�testens nach einem Jahr jeder und man steht sich somit selbst im Weg. Eines der gr��ten Probleme mit den Patentanmeldungen ist die Tatsache, dass man sie eigentlich zu einer Zeit anmelden m�sste, zu der man i.d.R. noch gar nicht wei�, ob die Idee TATS�CHLICH �berhaupt etwas wert ist. Und f�r wertloses Zeug f�nfstellige Summen hinbl�ttern? Das scheint tats�chlich Standard zu sein! Jeder hofft halt, dass er zu den 3 Prozent der verwerteten Patente geh�rt und sich dann eine goldene Nase verdient. Die gleichen Versprechungen, wie sie die Lotto-Gesellschaften �brigens auch machen. Und 3 Prozent verwertete Patente hei�t ja noch lange nicht, dass damit auch gigantische Lizenzgeb�hren flie�en. Selbst wenn man also zu den gl�cklichen 3 Prozent geh�rt, so hei�t das noch lange nicht, dass auch die gemachten Patentaufwendungen wieder eingespielt werden. Es ist wie �berall - da gibt es eine breite Masse und ein paar Wenige, die aus dieser Masse herausragen. An diesen orientiert man sich dann und m�chte mit diesen Ausnahmeerscheinungen gleichziehen. Wie realistisch ist denn das? Christoph M�ller http://www.astrail.de
Re: Patente nuetzen allen - UNTER GEWISSEN UMST�NDEN
Author: Gerhard Mesenich
Date: Thu, 28 Jan 1999 00:00
Date: Thu, 28 Jan 1999 00:00
27 lines
2112 bytes
2112 bytes
Christoph M�ller schrieb in Nachricht <36AECF87.32543F7@bingo.baynet.de>... >- UNTER GEWISSEN UMST�NDEN - > >Das muss sicher noch hinzugef�gt werden. In deutlich �ber 90% der F�lle >zahlt der Anmelder lediglich ohne das Geld je wieder zu sehen. Dar�ber >sprechen Patentanw�lte aus gutem Grund nicht sehr gerne. Und das >verlorene Geld bewegt sich durchaus im 5-stelligen Bereich. Also >Lottospieler hat man statistisch gesehen mehr Erfolg. Da bekommt >wenigstens etwa 50% seines Einsatzes wieder. Meldet man seine Ideen >NICHT an, bleibt das Know-How wenigstens im Haus. Per Anmeldung wei� es >sp�testens nach einem Jahr jeder und man steht sich somit selbst im Weg. Zu diesem Thema l�uft zur Zeit eine interessante Diskussion bei der CDU Forum: Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik Thema: Miserable Patentsituation in Deutschland http://www.cdu.de/bpt/forum/thema1/message.html Deine Ansichten werden dort massiv gest�tzt. Es scheint sogar noch schlimmer zu sein, als von Dir dargestellt. Gerhard Mesenich
Re: Patente nuetzen allen - UNTER GEWISSEN UMST�NDEN
Author: Rolf Wilhelm
Date: Thu, 28 Jan 1999 00:00
Date: Thu, 28 Jan 1999 00:00
34 lines
2358 bytes
2358 bytes
Hallo Christoph, Christoph M�ller wrote in message <36AECF87.32543F7@bingo.baynet.de>... >Litscher Andreas schrieb: ... >Eines der gr��ten Probleme mit den Patentanmeldungen ist die Tatsache, >dass man sie eigentlich zu einer Zeit anmelden m�sste, zu der man i.d.R. >noch gar nicht wei�, ob die Idee TATS�CHLICH �berhaupt etwas wert ist. >Und f�r wertloses Zeug f�nfstellige Summen hinbl�ttern? Das scheint >tats�chlich Standard zu sein! Es gibt noch �hnlich gelagerte Probleme: Das Markenrecht. Wer sich einen Namen oder ein Logo sch�tzen lassen will, zahlt sich dumm und d�mlich. Aber genau auch zu einem Zeitpunkt, wo er noch garnicht weiss, ob sich das rentieren wird. Und es kommt noch besser: Um sein eingetragenes Recht wahrnehmen zu k�nnen, wird man gewissermassen rund um die Uhr noch viel mehr Geld los. Man beachte: Ich zahle f�r die Eintragung der Marke (wobei zu dem Zeitpunkt, wo ich zahlungspflichtig werde, noch garnicht klar ist, ob die Anmeldung �berhaupt durchkommt !!), und danach muss der frischgebackene Eigner der Marke die Publikationen der Beh�rde �berwachen, ob jemand anderes kollidierende Eintragungen beantragt hat. Er ist dann selber daf�r verantwortlich, hier einen Einspruch zu erheben, der selbstverst�ndlich kostenpflichtig ist. Der Clou ist dann die internationale Eintragung. Da hast Du dann unter Umst�nden das zweifelhafte Vergn�gen, spanische Publizierungen analysieren zu m�ssen ! Ist f�r Jungunternehmer nicht gerade Gesch�ftsf�rderlich ... Gruss Rolf.
Re: Patente nuetzen allen
Author: Zahnd Beat
Date: Thu, 28 Jan 1999 00:00
Date: Thu, 28 Jan 1999 00:00
45 lines
2842 bytes
2842 bytes
Litscher Andreas wrote: > > Am 11. Maerz 1999 veranstalten BETECH, IGE, InfoLit und > STN International gemeinsam die Fachtagung "Patente nuetzen allen, > Innovationsfoerderung fuer KMU" im Berner Technopark. > Neben den Fachreferaten und der Ausstellung koennen > Schnupperrecherchen in kommerziellen Datenbanken wie > WORLD PATENTS INDEX, INSPEC usw. unter fachkundiger > Anleitung durchgefuehrt werden. Details und Anmeldung unter > http://www.infolit.ch/fspatnutz1999.html > Da ist absoluter Quatsch. Es gibt kein einziges Argument dafuer, dass Patente jemandem ausser dem Halter etwas nuetzt. Dass man auf dem Patentamt eventuell Loesungen fuer ein eigenes Problem findet, ist auch unwahrscheinlich, da dort doch sehr viel Ramsch zu finden ist. Ausserdem sind diese Dinge ja patentiert und somit de Facto nicht nutzbar. Ich weiss, meine Haltung ist noch nicht sehr verbreitet, wenigstens in der "mechanischen" Welt. Aber man stelle sich mal vor es ist nicht moeglich etwas zu patentieren. Wenn in diesem Fall jemand etwas gutes entwickelt dass anwenbar ist, finden sich sofort Leute die dies auch verwenden wollen. Nach kurzer Zeit arbeiten auf der ganzen Welt viele Leute an der Weiterentwicklung und das Produkt wird viel schneller perfekt. Ich denke dass damit viele Produkte wesentlich weiter entwickelt waehren als sie das heute sind. Selbstverstaendlich haette der urspruengliche Entwickler als einziger das Recht das Produkt als seine Entwicklung zu bezeichnen. Dass dieses Modell sehr gut funktioniert zeigt die Entwicklung des freien Betriebsystemes LINUX. LINUX ist heute aus technischer Sicht wesentlich besser als alle kommerziellen Betriebssysteme. Ein gleiches Modell wuerde - mutatis mutandis - auch in anderen Bereichen funktionieren. Beat Zahnd -- Engineering School Biel Switzerland http://www.isbiel.ch/~zahnb/
Re: Patente nuetzen allen - UNTER GEWISSEN UMST�NDEN
Author: bakoe
Date: Fri, 29 Jan 1999 00:00
Date: Fri, 29 Jan 1999 00:00
46 lines
2396 bytes
2396 bytes
Christoph M�ller schrieb in Nachricht <36AECF87.32543F7@bingo.baynet.de>... >Litscher Andreas schrieb: > >> Am 11. Maerz 1999 veranstalten BETECH, IGE, InfoLit und >> STN International gemeinsam die Fachtagung "Patente nuetzen allen, >> Innovationsfoerderung fuer KMU" im Berner Technopark. > >- UNTER GEWISSEN UMST�NDEN - > >Das muss sicher noch hinzugef�gt werden. In deutlich �ber 90% der F�lle >zahlt der Anmelder lediglich ohne das Geld je wieder zu sehen. das ist qualitativ nicht anders, als bei jeder anderen Investition auch... was w�re die Alternative? nicht investieren? Und das >verlorene Geld bewegt sich durchaus im 5-stelligen Bereich. ah, geh: das Patentamt hatte mir unter 1 TDM berechnet. Wenn man andere beauftragt kann es - wie sonst auch immer - nat�rlich teurer werden. >Meldet man seine Ideen >NICHT an, bleibt das Know-How wenigstens im Haus. Per Anmeldung wei� es >sp�testens nach einem Jahr jeder und man steht sich somit selbst im Weg. dem kann ich nicht folgen, wieso ich mir dadurch im Wege stehen sollte. Mir fallen da eher andere Beispiele ein. >Eines der gr��ten Probleme mit den Patentanmeldungen ist die Tatsache, >dass man sie eigentlich zu einer Zeit anmelden m�sste, zu der man i.d.R. >noch gar nicht wei�, ob die Idee TATS�CHLICH �berhaupt etwas wert ist. s.o.: wie bei jeder Investition in Innovation... >Und f�r wertloses Zeug f�nfstellige Summen hinbl�ttern? Das scheint >tats�chlich Standard zu sein! nein, ist es nicht >Christoph M�ller Detlef S.
Re: Patente nuetzen allen - UNTER GEWISSEN UMST�NDEN
Author: Helmut Benning
Date: Fri, 29 Jan 1999 00:00
Date: Fri, 29 Jan 1999 00:00
38 lines
2830 bytes
2830 bytes
In de.sci.physik Christoph M�ller <cm737@bingo.baynet.de> wrote: > ... Und das > verlorene Geld bewegt sich durchaus im 5-stelligen Bereich. Hallo, nun mal konkret: Die reine Erstanmeldung kostet fuer Deutschland 100,- DM. Wenn man sichergehen moechte, sich nicht durch unglueckliche Formulierungen um die Erteilung zu bringen, sollte man sich einen Patentanwalt leisten, der allerdings gern' den einen oder anderen Tausender nimmt. Ab dem dritten Jahr nach der Anmeldung kommen jaehrliche Gebuehren von anfaenglich 100,- dazu, die progressiv auf 3300,- DM bis zum Ende der Laufzeit (max. 20 Jahre) steigen. Spaetestens nach 18 Monaten muss eine Patentanmeldung veroeffentlicht werden. Damit ein Patent lizenzrechtlich (ich hoffe, das ist der richtige Ausdruck) genutzt werden kann muss es erteilt sein. Dazu muss recherchiert (800,-) und geprueft (400,-) werden. Die Erteilung kostet 150,- DM. Die Pruefung muss innerhalb der ersten 7 Jahre beantragt werden. Wenn das Patent europa- oder weltweit genutzt werden soll, fallen natuerlich fuer die weitergehenden Anmeldungen und die notwendigen Uebersetzungen enorme zusaetzliche Kosten an, so dass tatsaechlich der 5-stellige Bereich erreicht werden kann. Fuer eine Anmeldung im Ausland hat man aber mindestens ein Jahr nach der nationalen Erstanmeldung Zeit. Der Ersteinsatz ist also noch ueberschaubar; wenn sich abzeichnet, dass das Patent breit genutzt werden soll, kann man die Investition ausdehnen. Nichtzahlen von faelligen Gebuehren fuehrt zum Erloeschen des Patents. viel Erfolg wuenscht Helmut ============================== Absender: ================================== Helmut Benning, Institut f. Organische Chemie, Schneiderberg 1 B D-30167 Hannover, Tel.: +49 511 7624641 ================== h.benning@mbox.oci.uni-hannover.de =====================
Re: Patente nuetzen allen - UNTER GEWISSEN UMSTÄNDEN
Author: Christoph Müller
Date: Fri, 29 Jan 1999 00:00
Date: Fri, 29 Jan 1999 00:00
108 lines
6203 bytes
6203 bytes
bakoe schrieb: > Christoph M�ller schrieb in Nachricht <36AECF87.32543F7@bingo.baynet.de>... > >Litscher Andreas schrieb: > das ist qualitativ nicht anders, als bei jeder anderen Investition auch... Normalerweise geht man bei Investitionen davon aus, dass sie sich sp�testens in einem �berschaubaren Zeitraum amortisiert haben - zumindest, wenn es um Gesch�ftsleben geht, wie das bei Patenten typisch sein sollte. Sie sind schlie�lich keine "Konsumg�ter". > was w�re die Alternative? nicht investieren? Erst mal ermitteln, was die Idee �berhaupt wert ist, bevor man zum teuren Patentanwalt l�uft. Daf�r gibt es die DIN 34 - Geheimhaltungserkl�rung. Man gehe zu einem potentiellen Interessenten, lasse sich diese Erkl�rung unterzeichnen und spricht dann offen �ber das Thema. Auch dar�ber, dass man selbstverst�ndlich zur Konkurrenz gehen wird, um sich auch da etwaige Angebote einzuholen. Beist keiner an (d�rfte in �ber 90% der Fall sein), war die Idee wertlos und somit auch kein aufwendiges Patentverfahren wert. Denn die potentiellen Interessenten wussten ja, was kommen wird. H�tte die Idee einen Wert gehabt, dann h�tten sie versucht, die Idee f�r sich zu binden um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Sie h�tten der Idee einen Wert beigemessen, der in W�hrung auzudr�cken w�re. Die Idee kann nun durch Fachaufs�tze noch wenigstens zu einem Anerkennungsbetrag und etwas Werbung f�r sich selbst f�hren. Ist die Idee gut, werden die Interessenten bieten. Dann kann man gemeinsam ein Patent anmelden. Dann macht das Sinn. Das Risiko des Patentverfahrens sollte der �bernehmen, dem die Idee am Meisten wert ist. Das gebetsm�hlenhaft immer wiederkehrende Argument (v.a. seitens der Patentanw�lte), dass man an einen b�swilligen Interessenten ger�t, der die Idee dann �ber eine Tochterfirma selbst anmeldet, mag zwar schlecht zu entkr�ften sein. Wenn man an einen solchen ger�t, dann wird man MIT einem Patent aber genauso �ber's Ohr gehauen, wo sich eine Gelegenheit dazu bietet. Der Patentschutz bietet da nur geringe Vorteile, die statistisch die Sache auf keinen Fall wert sind. Mit solch �blen Leuten oder Firmen Gesch�fte zu machen, sollte man so oder zu vermeiden suchen. Das gilt ja schon f�r die kleinste Hilfskraft und nicht nur f�r Ideenlieferanten. > Und das > >verlorene Geld bewegt sich durchaus im 5-stelligen Bereich. > > ah, geh: > > das Patentamt hatte mir unter 1 TDM berechnet. Wenn man andere beauftragt > kann es - wie sonst auch immer - nat�rlich teurer werden. Solch selbst gestrickte Patente w�rde ich bestenfalls unter "Werbung" laufen lassen. Die Wahrscheinlichkeit, damit wirklich Geld zu verdienen, ist sehr gering. Da sollte man sich keinen falschen Hoffnungen hingeben. Ist deine Idee niemandem etwas wert, dann hast du au�er den Patentgeb�hren keine weiteren Kosten zu f�rchten. Ist die Idee aber gut, kannst du davon ausgehen, dass deine Idee ein Anderer "schon l�ngst" hatte. Selbst wenn das Patent bereits erteilt ist. Du wirst dich dann also auf mindestens einen Prozess einlassen m�ssen. Zum Zwecke der Einsch�chterung wird da erst mal der Streitwert in gigantische H�hen geschraubt. I.d.R. verunsichert das geh�rig. Die meisten knicken dann ein. Dann sind sie sowohl das Geld f�r ihr Patent und auch ihre Rechte los. Oder aber man riskiert Haus und Hof und Sozialhilfe bis ans Lebensende. Das Risiko kann sich lohnen - aber oft gen�gen schon kleine Fehler... Ist das die Sache wirklich wert? Da muss man m.E. schon eine beachtliche Spielernatur sein, um ein solches Risiko einzugehen. Es sei denn, der Gegner ist etwa gleichwertig. Dann macht ein solcher Streit noch Sinn. > >Meldet man seine Ideen > >NICHT an, bleibt das Know-How wenigstens im Haus. Per Anmeldung wei� es > >sp�testens nach einem Jahr jeder und man steht sich somit selbst im Weg. > > dem kann ich nicht folgen, wieso ich mir dadurch im Wege stehen sollte. Alles, was offengelegt ist, gilt als vorbekannt und somit nicht mehr als patentf�hig. Ein Jahr nach Anmeldung musst du also wissen, wie es mit der Idee weiter geht. > Mir fallen da eher andere Beispiele ein. > > >Eines der gr��ten Probleme mit den Patentanmeldungen ist die Tatsache, > >dass man sie eigentlich zu einer Zeit anmelden m�sste, zu der man i.d.R. > >noch gar nicht wei�, ob die Idee TATS�CHLICH �berhaupt etwas wert ist. > > s.o.: wie bei jeder Investition in Innovation... Das stimmt doch �berhaupt nicht. Die meisten Ideen, die verwertet werden, sind irgendwelche pfiffigen Kleinigkeiten, die keine gro�en Investitionen erfordern. Das ist mal, ein Blech einfach woanders zu befestigen, eine Leiterbahn etwas anders zu verlegen usw. Derlei Innovations-Investitionen w�rden nicht mal in der Portokasse auffallen. > >Und f�r wertloses Zeug f�nfstellige Summen hinbl�ttern? Das scheint > >tats�chlich Standard zu sein! > > nein, ist es nicht Wie erkl�rst du dir dann, dass �ber 90% aller Anmeldungen nie genutzt werden? Christoph M�ller http://www.astrail.de
Re: Patente nuetzen allen
Author: Christian Garbers
Date: Tue, 02 Feb 1999 00:00
Date: Tue, 02 Feb 1999 00:00
35 lines
2198 bytes
2198 bytes
Zahnd Beat schrieb: > > Ich weiss, meine Haltung ist noch nicht sehr verbreitet, wenigstens in > der "mechanischen" Welt. Aber man stelle sich mal vor es ist nicht > moeglich etwas zu patentieren. Wenn in diesem Fall jemand etwas gutes > entwickelt dass anwenbar ist, finden sich sofort Leute die dies auch > verwenden wollen. Nach kurzer Zeit arbeiten auf der ganzen Welt viele > Leute an der Weiterentwicklung und das Produkt wird viel schneller > perfekt. Ich denke dass damit viele Produkte wesentlich weiter > entwickelt waehren als sie das heute sind. Selbstverstaendlich haette > der urspruengliche Entwickler als einziger das Recht das Produkt als > seine Entwicklung zu bezeichnen. Ja. Und verdient keinen Pfennig daran. Darum geht's doch bei Patenten. Und nicht um technische weiterentwicklungen. > > > Dass dieses Modell sehr gut funktioniert zeigt die Entwicklung des > freien Betriebsystemes LINUX. LINUX ist heute aus technischer Sicht > wesentlich besser als alle kommerziellen Betriebssysteme. Ein gleiches > Modell wuerde - mutatis mutandis - auch in anderen Bereichen > funktionieren. > Natuerlich wuerde das die Entwicklung vorantreiben, aber wie gesagt kann sich derjenige, welcher die Idee hatte, keinen Blumentopf davon kaufen. Oder ist Linus Torvalds reicher als Bill Gates? :-) Gruss Chris Garbers
Re: Patente nuetzen allen
Author: Christian Garbers
Date: Wed, 03 Feb 1999 00:00
Date: Wed, 03 Feb 1999 00:00
28 lines
1798 bytes
1798 bytes
Axel Joachim schrieb: > Das nicht, aber von Sozialhilfe lebt er doch wohl auch nicht, oder? Das wollte ich damit auch gar nicht ausdruecken. > > Der Gedanke an eine Art "Open Source" im Maschinenbau kam mir auch > gerade vor wenigen Tagen. Klingt nat�rlich �u�erst utopisch... aber es > l��t mich nicht mehr los. Versteh mich nicht falsch, ich bin keineswegs ein Microsoft Fan, mich begeistert die Open Source Geschichte genauso wie dich, ich zielte mehr auf die Motivation eines einzelnen ab, ein Patent anzumelden. Was will denn jemand mit einem Patent? Na klar: Geld verdienen. > > Eine Rolle spielt dabei nat�rlich auch die pers�nliche Haltung. Auf > den Reichtum eines Bill Gates k�nnte ich z.B. gerne verzichten. > Da sind wir uns allerdings einig. Aber siehe oben. Munter bleiben, Chris -- "ceterum censeo microsoftinem esse delendam."
Re: Patente nuetzen allen
Author: Martin Wodrich
Date: Wed, 03 Feb 1999 00:00
Date: Wed, 03 Feb 1999 00:00
19 lines
1567 bytes
1567 bytes
cgarbers@cae-gmbh.de meinte am 02.02.99 zum Thema "Re: Patente
nuetzen allen" in der Newsgroup /de/sci/physik:
>Natuerlich wuerde das die Entwicklung vorantreiben, aber wie gesagt kann
>sich derjenige, welcher die Idee hatte, keinen Blumentopf davon kaufen.
>Oder ist Linus Torvalds reicher als Bill Gates?
>:-)
Nein , zumal BG nun wirklich als der reichste gilt.
Aber ich denke Linus wollte wohl auch nicht unbedingt der reichste
werden. Sondern einfach nur ein besseres OS haben als es zu kaufen
gab.
( Studenten sind zuweilen auch etwas idialistisch. )
--
Tschau, Wir sind Borg. Die Existenz, wie Sie sie kennen,
*MARTIN_W* ist vorbei. Wir werden Ihre biologischen und
technologischen Besonderheiten den unsrigen hinzufuegen.
Widerstand ist zwecklos. Sie werden assimiliert.
Re: Patente nuetzen allen
Author: Steve Gruftie in der Gruftiegruf...
Date: Wed, 03 Feb 1999 00:00
Date: Wed, 03 Feb 1999 00:00
33 lines
2820 bytes
2820 bytes
Axel Joachim schreibselte: > Christian Garbers meinte: > >Zahnd Beat schrieb: > >> freien Betriebsystemes LINUX. LINUX ist heute aus technischer Sicht > >> wesentlich besser als alle kommerziellen Betriebssysteme. Ein gleiches > >> Modell wuerde - mutatis mutandis - auch in anderen Bereichen > >> funktionieren. Dafuer hat Linuss auch keinen einzigen Lewos dafuer gekriegt! > >Natuerlich wuerde das die Entwicklung vorantreiben, aber wie gesagt kann > >sich derjenige, welcher die Idee hatte, keinen Blumentopf davon kaufen. Oder > >ist Linus Torvalds reicher als Bill Gates? In unsererer Welt ist einiges Schief gelfauen. Deshalb geth sie auchg unter!!! > Das nicht, aber von Sozialhilfe lebt er doch wohl auch nicht, oder? Doch! dafer kann er auch bei mir gratiss mitreissen! > Eine Rolle spielt dabei nat�rlich auch die pers�nliche Haltung. Auf > den Reichtum eines Bill Gates k�nnte ich z.B. gerne verzichten. sagte der Alex und als er dann so ereich war... da nahm ers imt beiden Haenden! Der Weltuntergang ist ueberuebermorgen!!! Ihr seid gewarnt!!! Gruftig, Euer Gruftie ##################### -----------== Posted via Deja News, The Discussion Network ==---------- http://www.dejanews.com/ Search, Read, Discuss, or Start Your Own
Re: Patente nuetzen allen
Author: Steve Piesnehlke Gruftie
Date: Thu, 04 Feb 1999 00:00
Date: Thu, 04 Feb 1999 00:00
32 lines
2161 bytes
2161 bytes
Martin_W@wodrich.ping.de (Martin Wodrich) fand sihc interesand: > cgarbers@cae-gmbh.de meinte am 02.02.99 zum Thema "Re: Patente > nuetzen allen" in der Newsgroup /de/sci/physik: > > >Natuerlich wuerde das die Entwicklung vorantreiben, aber wie gesagt kann > >sich derjenige, welcher die Idee hatte, keinen Blumentopf davon kaufen. Dafuer ein Tiket nahc Sirriuss: Linuss hat 50% Rapat bie mirr! > >Oder ist Linus Torvalds reicher als Bill Gates? > > Nein , zumal BG nun wirklich als der reichste gilt. Auspeutter Geits! > Aber ich denke Linus wollte wohl auch nicht unbedingt der reichste > werden. Sondern einfach nur ein besseres OS haben als es zu kaufen > gab. Ob ihc woll nohc meine Racketet umprogramire auf Linuks und nihct mer Apfel mit Biss? > ( Studenten sind zuweilen auch etwas idialistisch. ) tsuser! Der Weltuntergang ist ueberuebermorgen!!! Ihr seid gewarnt!!! Gruftig, Euer Steve Gruftie Piesnehlke -----------== Posted via Deja News, The Discussion Network ==---------- http://www.dejanews.com/ Search, Read, Discuss, or Start Your Own
Re: Patente nuetzen allen
Author: Christoph Müller
Date: Thu, 04 Feb 1999 00:00
Date: Thu, 04 Feb 1999 00:00
44 lines
3444 bytes
3444 bytes
Christian Garbers schrieb: > > entwickelt waehren als sie das heute sind. Selbstverstaendlich haette > > der urspruengliche Entwickler als einziger das Recht das Produkt als > > seine Entwicklung zu bezeichnen. > > Ja. Und verdient keinen Pfennig daran. Darum geht's doch bei Patenten. Und > nicht um technische weiterentwicklungen. Beim Urheberrecht funktioniert's aber auch. Ganz ohne Patentverfahren. Die bewegten Summen sind durchaus �hnlich. Patente muss man bezahlen, bevor deren Wert bekannt ist. F�r das Urheberrecht braucht man nicht zu bezahlen. Wenn wer einen Roman schreibt, hat der Autor selbstverst�ndlich alle Rechte. Wird er ein riesiger Erfolg und eine "linke Bazille" m�chte am Erfolg teilhaben (wird bei Patenten offenbar generell unterstellt), so wird ein Plagiat-Verfahren eingeleitet. Erst dann muss nachgewiesen werden, ob es sich um eine geklaute Idee handelt oder nicht. Das Patentrecht stellt die Welt dagegen auf den Kopf. Da muss das Ganze schon VORHER nachgewiesen werden. Eine Garantie gibt es daf�r trotzdem nicht. Selbst ein erteiltes Patent kann also noch gekippt werden. Wie soll man das Patentrecht also verstehen oder auffassen, wenn nicht als gigantische Abzocke seitens der Patentanw�lte und -�mter? Auf das Autorenrecht �bertragen hie�e das n�mlich de facta, dass jeder Sch�ler, der einen Aufsatz in der Sch�lerzeitung ver�ffentlicht, erst mal einen aufwendigen Nicht-Plagiat-Nachweis f�hren m�sste, den sich die Bearbeiter selbstverst�ndlich bezahlen lassen m�ssten. Schneller und effektiver k�nnte man das kulturelle Leben wohl kaum zum Erliegen bringen. Wenn es um technische Ideen geht, haben wir aber ganz genau diesen Zustand. Wir leben in einer erlegten technischen Kultur. > Natuerlich wuerde das die Entwicklung vorantreiben, aber wie gesagt kann > sich derjenige, welcher die Idee hatte, keinen Blumentopf davon kaufen. Oder > ist Linus Torvalds reicher als Bill Gates? Wie machen es denn die K�nstler? Sie haben auch kein Patentrecht. Nur l�uft bei denen der Nachweis erst dann, wenn's interessant wird. Wenn also wirklich jemand etwas kopiert UND damit viele Erfolge einheimst. Wer m�chte bestreiten, dass es K�nstler gibt, die auch Millionen verdienen? Wo ist denn der wesentliche Unterschied zwischen technischer und kultureller Erfindung, der eine so gravierende rechtliche Unterscheidung n�tig macht oder rechtfertigt? Christoph M�ller http://www.astrail.de
Re: Patente nuetzen allen
Author: Steve Piesnehlke Gruftie
Date: Thu, 04 Feb 1999 00:00
Date: Thu, 04 Feb 1999 00:00
36 lines
2216 bytes
2216 bytes
Christian Garbers <cgarbers@cae-gmbh.de> der Schreiberling schreipselte: > Axel Joachim schrieb: > > Das nicht, aber von Sozialhilfe lebt er doch wohl auch nicht, oder? > Das wollte ich damit auch gar nicht ausdruecken. Was denn sontst? > Versteh mich nicht falsch, ich bin keineswegs ein Microsoft Fan, mich und wen dohc? > eines einzelnen ab, ein Patent anzumelden. Was will denn jemand mit einem Patent? > Na klar: Geld verdienen. ich auch!!!!!!!!!! > > Eine Rolle spielt dabei nat�rlich auch die pers�nliche Haltung. Auf > > den Reichtum eines Bill Gates k�nnte ich z.B. gerne verzichten. > Da sind wir uns allerdings einig. Aber siehe oben. ich nihct. Ihc wil diese Lewonzen! > Munter bleiben, gruftig bleiben!!! > "ceterum censeo microsoftinem esse delendam." Der Weltuntergang ist ueberuebermorgen!!! Ihr seid gewarnt!!! Da geht auch Microschrott mitunter!!! Gruftig, Euer Steve Gruftie Piesnehlke -----------== Posted via Deja News, The Discussion Network ==---------- http://www.dejanews.com/ Search, Read, Discuss, or Start Your Own
Schneller und günstiger...
Author: Raymond Kobel
Date: Fri, 05 Feb 1999 00:00
Date: Fri, 05 Feb 1999 00:00
71 lines
2905 bytes
2905 bytes
Dies ist eine mehrteilige Nachricht im MIME-Format.
--------------CC95F07E6043094BAA4E9487
Content-Type: text/plain; charset=iso-8859-1
Content-Transfer-Encoding: 8bit
Entwicklung beschleunigen / Kosten senken
Befassen Sie sich mit Produktentwicklung und -herstellung ?
Wussten Sie ...
... dass Sie Ihre Produkte schneller und g�nstiger
entwickeln und herstellen k�nnen ?
... dass es eine erstklassige CAD/CAM Software auf Windows
gibt welche Ihre W�nsche erf�llen kann ?
- Durchg�ngige L�sung vom Entwurf bis zum Prototyp
- Einheitliche Software f�r 3D, 2D und NC
- Professionelle Funktionalit�t
- Bewegungs- und Bearbeitungs-Simulation
- Einfache Bedienung, kurze Ausbildung
- Tiefe Investition, geringe laufende Kosten
... und das alles aus einer Hand ?
Die Antwort heisst swissPrecision Engineer !
F�r mehr Information klicken Sie hier: http://www.swissprecision.com
F�hlen Sie sich angesprochen ? Dann verlangen Sie ein unverbindliches Angebot,
indem Sie dieses E-Mail mit Ihrem NAMEN, FIRMENADRESSE, TEL und FAX an uns
zur�cksenden!
Ich freue mich auf Ihre Anfrage, Ihr Raymond Kobel
Cimalog Systems AG
Moosacherstr. 4
CH-8804 Au/ZH
Tel.: +41 1 782 66 33
Fax.: +41 1 782 66 36
mailto:psoft@swissprecision.com
http://www.swissprecision.com
--------------CC95F07E6043094BAA4E9487
Content-Type: text/x-vcard; charset=us-ascii;
name="psoft.vcf"
Content-Transfer-Encoding: 7bit
Content-Description: Visitenkarte f�r Raymond Kobel
Content-Disposition: attachment;
filename="psoft.vcf"
begin:vcard
n:Kobel;Raymond
x-mozilla-html:FALSE
org:Cimalog Systems AG
version:2.1
email;internet:psoft@swissprecision.com
title:Marketing and Sales
x-mozilla-cpt:;0
fn:Raymond Kobel
end:vcard
--------------CC95F07E6043094BAA4E9487--
Re: Patente nuetzen allen
Author: Christoph Müller
Date: Mon, 15 Feb 1999 00:00
Date: Mon, 15 Feb 1999 00:00
78 lines
4972 bytes
4972 bytes
Detlef_S schrieb: > Problem, die gerichtsverwertbare Patentverletzung nachzuweisen. Aber auch in > diesem Falle ist es sicher f�r Patentinhaber einfacher. Grau ist alle Theorie. Praktisch kommen dann ein paar noch ein paar Schadenersatzforderungen in astronomischen H�hen. Schon muss der Kleine um seine ganze Existenz auf Lebenszeit bangen. Was wird der wohl praktischerweise machen? Das "einfacher" wird im praktisch kaum etwas helfen. > Dies scheint mir das Hauptproblem zu sein, da st�ndig neue Qualtit�ten > enstehen, f�r die die bisherigen Kriterien evtl nicht mehr greifen. Hoffentlich hilft das, dass gewisse Entscheidungstr�ger mal wieder zur Besinnung kommen und dar�ber nachdenken, wozu das Ganze eigentlich gut sein soll. Vielleicht kommen sie drauf, dass der Wert, den die Erfinder schaffen, vielleicht doch den Erfindern geh�ren sollte und dass sich gro� angelegte Abzocke langfristig vielleicht doch nicht bezahlt macht. > |> Und genau das koennte der Patentgesetzgebung > |> schlussendlich den Kragen kosten. > > da keine umsetzbare Alternative in Sicht ist, wird wohl auch das Patentgesetz > ge�ndert werden m�ssen, so wie Gesetze halt immer an neue Realit�ten > angepa�t werden (m�ssen). M�ssen schon. Ob's gemacht wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. So m�ssen bis heute Taxifahrer in London ein B�schel Heu f�r ihre Pferde dabei haben, obwohl sie l�ngst Verbrennungsmotoren statt Pferde benutzen. > Aber eine national gef�rbte Grauzone kann wohl > verbleiben. So sind spez Gene in de wohl z.Zt. nicht patentf�hig in USA > aber wohl doch (AFAIK). Die Gene d�rften sind hie und da genausowenig patentf�hig, wie der Mond oder die Sonne. Bemerkenswert bei dieser Art Diskussion ist, dass die Arbeit derjenigen an forderster Front nicht einmal erw�hnt wird. Was ist denn das Ziel der ganzen Gesetzgebung; insbesondere der ganzen Patenterei? Ich werde den Eindruck nicht los, dass es einer gut organisierten Gruppe haupts�chlich darum geht, einer schlecht organisierten Gruppe so viel m�glich aus den Taschen zu ziehen. Derlei Spezies finden sich nicht nur im Erfindungswesen. > |> Wie dem auch sei, falls jemand eine > |> Erfindung hat, kann er sie ja veroeffentlichen, und damit koennen > |> wenigstens andere dieselbe nicht patentieren... > > naja, vorausgesetzt da� der Pr�fingenieur im Patentamt zuf�llig die > Ver�ffentlichung gelesen hat oder der urspr�ngliche Erfinder das reklamiert. Das ist ja gerade der gro�e Witz. Man k�nnte auch sagen, unseri�se Arbeit im Patentwesen. Dieses funktioniert n�mlich schon vom Ansatz her nicht mehr. Wie in aller Welt soll ein Pr�fingenieur im Patentamt die ganze Literatur zu einem bestimmten Thema sichten k�nnen? Die Wissensexplosion, die wir aktuell erleben, gibt ihnen dazu kaum noch eine reelle Chance. Trotzdem werden munter immer noch Patente erteilt. Das Risiko, dass sie im Nachhinein zu Fall gebracht werden k�nnen, steigt darum immer mehr. Es ist nur noch in den Gebieten klein, in denen sich nur wenige Spezialisten bet�tigen. Die kennen sich aber i.d.R. Und wer da klaut, ist schnell unten durch. Wozu dann aber ein Patent? > Dies Kriterium kann > in anderen Staaten druchaus anders gehandhabt werden !?!. Da w�rde ich > doch eher auf Patentverfahren setzen, weil der Pr�fingenieur die bestehenden > (auch nur angemeldeten) Patente ja schlie�lich kennen MUSS. Aber gar nicht mehr kennen KANN. > So �hnlich war es wohl auch bei der Helico bacter pylori Therapie, wo der > Erfinder (IIRC ein Australier) das Patent der WHO geschenkt hatte, damit die > Therapie auch zur Umsetzung kommt: Respekt vor dem Manne! Respekt vor dem Manne, aber ein Armutszeugnis f�r das Patentwesen. Christoph M�ller http://www.astrail.de
Re: Patente nuetzen allen
Author: Detlef_S
Date: Mon, 15 Feb 1999 00:00
Date: Mon, 15 Feb 1999 00:00
48 lines
3181 bytes
3181 bytes
In article <Pine.A32.3.95.990215122231.79464A-100000@rzurs10.unizh.ch>, Hans-Ueli Suter <suter@unizh.ch> writes: ... |> > Modellbauer gefunden, der mit einer Superidee an eine gro=DFe Modellbau- |> > firma herangetreten ist und voll =FCber den Tisch gezogen wurde. |> |> Die Frage ist natuerlich, ob ein Patent diesen Mann wesentlich |> geschuetzt haette, oder nicht. wahrscheinlich zumindest mehr als ohne Patent. Allerdings bleibt ja immer das Problem, die gerichtsverwertbare Patentverletzung nachzuweisen. Aber auch in diesem Falle ist es sicher f�r Patentinhaber einfacher. |> In dem Falle waere das sogar noch moeglich, aber man muss |> darauf hinweisen, dass v.a. ausgehend vom amerikanischen Raum, die |> Unterscheidung zwischen Erfindung, wie das oben genannte, und |> Entdeckung wie die beruehmte "Genmaus" halt nicht mehr so sauber |> durchgefuehrt wird. Dies scheint mir das Hauptproblem zu sein, da st�ndig neue Qualtit�ten enstehen, f�r die die bisherigen Kriterien evtl nicht mehr greifen. |> Und genau das koennte der Patentgesetzgebung |> schlussendlich den Kragen kosten. da keine umsetzbare Alternative in Sicht ist, wird wohl auch das Patentgesetz ge�ndert werden m�ssen, so wie Gesetze halt immer an neue Realit�ten angepa�t werden (m�ssen). Aber eine national gef�rbte Grauzone kann wohl verbleiben. So sind spez Gene in de wohl z.Zt. nicht patentf�hig in USA aber wohl doch (AFAIK). |> Wie dem auch sei, falls jemand eine |> Erfindung hat, kann er sie ja veroeffentlichen, und damit koennen |> wenigstens andere dieselbe nicht patentieren... naja, vorausgesetzt da� der Pr�fingenieur im Patentamt zuf�llig die Ver�ffentlichung gelesen hat oder der urspr�ngliche Erfinder das reklamiert. Dies Kriterium kann in anderen Staaten druchaus anders gehandhabt werden !?!. Da w�rde ich doch eher auf Patentverfahren setzen, weil der Pr�fingenieur die bestehenden (auch nur angemeldeten) Patente ja schlie�lich kennen MUSS. So �hnlich war es wohl auch bei der Helico bacter pylori Therapie, wo der Erfinder (IIRC ein Australier) das Patent der WHO geschenkt hatte, damit die Therapie auch zur Umsetzung kommt: Respekt vor dem Manne! |> MfG, Hansueli Suter Detlef
Re: Patente nuetzen allen
Author: Raimund Nisius
Date: Mon, 15 Feb 1999 00:00
Date: Mon, 15 Feb 1999 00:00
15 lines
1551 bytes
1551 bytes
Detlef_S <NOSPAM.detlef_s@gmx.net> wrote: > |> Wie dem auch sei, falls jemand eine > |> Erfindung hat, kann er sie ja veroeffentlichen, und damit koennen > |> wenigstens andere dieselbe nicht patentieren... > > naja, vorausgesetzt da� der Pr�fingenieur im Patentamt zuf�llig die > Ver�ffentlichung gelesen hat oder der urspr�ngliche Erfinder das reklamiert. Die Patent�mter lesen viel, und reklamieren kann jeder, den es interessiert. Also z.B. die Konkurrenz. -- Raimund
Re: Patente nuetzen allen
Author: Raimund Nisius
Date: Tue, 16 Feb 1999 00:00
Date: Tue, 16 Feb 1999 00:00
102 lines
5387 bytes
5387 bytes
Christoph M�ller <cm737@bingo.baynet.de> wrote:
> Detlef_S schrieb:
>
> > Problem, die gerichtsverwertbare Patentverletzung nachzuweisen. Aber auch in
> > diesem Falle ist es sicher f�r Patentinhaber einfacher.
>
> Grau ist alle Theorie. Praktisch kommen dann ein paar noch ein paar
> Schadenersatzforderungen in astronomischen H�hen.
Wer macht welchen Schaden geltend?
[..]
> Vielleicht kommen sie drauf, dass der Wert, den die Erfinder
> schaffen, vielleicht doch den Erfindern geh�ren sollte
Genau das setzt das Patentrecht durch. Dabei solltest Du nicht
verwechseln wer Erfinder und wer Inhaber des Patentes ist. Bei
Hobbyisten ist das eine Person. Bei industriellen Anwendungen sind die
Erfinder meist Angestellte des Patentinhabers. Und die Industrie wei�
sehr wohl, was sie an Patenten hat.
Und der Industrie mangelt es i.a. nicht am Geld zur Umsetzung der
Erfindung in ein Produkt. Der in vorigen Postings erw�hnte kleine Mann,
der vom Modellbauer �ber den Tisch gezogen wurde, hat sich
_kaufm�nnisch_ selbst erledigt. Lausiger Vertrag und keine Absicherung
durch Patent. Er selbst konnte seine Idee offenbar nicht selbst
umsetzen, da es finanziell nicht mal zum Prototyp gereicht hat. Also
mu�te er mit den Gro�en kungeln ... und dabei mu� man sich sehr warm
anziehen.
Ein (wenigstens angemeldetes) Patent ist da schon mal ein Thermojacke.
Insbesondere, wenn er Wettbewerber gegeneinander bieten lassen kann.
Dazu mu� er den Markt sehr genau kennen. Und das ist nicht einfach.
Blo�, weil er was von �rodynamik versteht, kennt der Modellbauer die
Intim{freund|feind}schaften der Firmen noch lange nicht.
[..]
> Ich werde den Eindruck nicht los, dass es einer gut
> organisierten Gruppe haupts�chlich darum geht, einer schlecht
> organisierten Gruppe so viel m�glich aus den Taschen zu ziehen. Derlei
> Spezies finden sich nicht nur im Erfindungswesen.
So geht die gesamte hiesige Wirtschaft.
> Das ist ja gerade der gro�e Witz. Man k�nnte auch sagen, unseri�se
> Arbeit im Patentwesen. Dieses funktioniert n�mlich schon vom Ansatz her
> nicht mehr. Wie in aller Welt soll ein Pr�fingenieur im Patentamt die
> ganze Literatur zu einem bestimmten Thema sichten k�nnen?
Mit Datenbanken und Suchmaschinen. Jeder industrielle Erfinder l��t sich
auch alle Anmeldungen von anderen aus seinem Arbeitsgebiet zukommen und
widerspricht, wenn er seine Rechte in Gefahr sieht, oder auf "Stand der
Technik" verweisen kann.
Wenn ein Patent erteilt wurde kannst Du getrost davon ausgehen, da� alle
Literatur gegengecheckt wurde. Ber�hmtes Gegenbeispiel : der Ottomotor.
Da wurde vom Wettbewerb - nachdem Lizenzen verweigert wurden - ein 300
Jahre altes Vorlesungsscript (kein Buch) ausgegraben, das den Motor
beschrieb.
> Die Wissensexplosion, die wir aktuell erleben, gibt ihnen dazu kaum noch
> eine reelle Chance.
An welcher Uni oder in welchem Industriebetrieb explodiert Wissen?
> Trotzdem werden munter immer noch Patente erteilt.
> Das Risiko, dass sie im Nachhinein zu Fall gebracht werden k�nnen,
> steigt darum immer mehr.
Statistik der widrerrufenen Erteilungen oder Phantasie?
> Es ist nur noch in den Gebieten klein, in denen
> sich nur wenige Spezialisten bet�tigen. Die kennen sich aber i.d.R. Und
> wer da klaut, ist schnell unten durch.
Allenfalls verklagt.
Wer nicht klaut, wird _bemitleidet_.
> Wozu dann aber ein Patent?
Das endet dann darin, da� die Gesch�ftsf�hrer mit ihren jeweiligen
Anw�lten die Patentstapel nebeneinanderlegen und die "H�he vergleichen".
Dann wird ausgehandelt, wer was wie kopieren darf, und wer wem was
bezahlt.
Es gibt kaum ein Produkt, das nur ein Patent enth�lt. Zwangsl�ufig hat
der Wettbewerber hier und da die bessere L�sung.
[Erfindung der WHO geschenkt]
> Respekt vor dem Manne, aber ein Armutszeugnis f�r das Patentwesen.
Voll konform mit dem Patentwesen. Der Erfinder hat seine Rechte erst mal
beansprucht. Um sie dann verschenken zu k�nnen. Das steht jedem Erfinder
frei. Im Grunde h�tte er sich das Patent sparen k�nnen, da eine
Ver�ffentlichung ausreicht. Vielleicht wurde er blo� mit Schering und
Dow Chem. nicht einig?
--
Raimund
Re: Patente nuetzen allen
Author: Raimund Nisius
Date: Thu, 18 Feb 1999 00:00
Date: Thu, 18 Feb 1999 00:00
302 lines
13927 bytes
13927 bytes
Christoph M�ller <cm737@bingo.baynet.de> wrote: > Raimund Nisius schrieb: > > > > Christoph M�ller <cm737@bingo.baynet.de> wrote: > > > > > Detlef_S schrieb: > > > > Grau ist alle Theorie. Praktisch kommen dann ein paar noch ein paar > > > Schadenersatzforderungen in astronomischen H�hen. > > > > Wer macht welchen Schaden geltend? > > Derjenige, der die Idee gerne nutzen m�chte, daf�r aber nichts zahlen > m�chte und finanziell m�chtiger ist als der Erfinder. Dabei geht es > nicht einmal ums Rechts haben. Da wird oft nur geblufft und erfolgreich > eingesch�chtert. Getretener Quark. Der Patentinhaber hat das Recht auf die alleinige Verwertung und kann dies aus�ben wie er will. Da entsteht f�r andere kein _juristischer_ Schaden. Im Gegenteil, der Patentverletzer riskiert eine Menge, wenn er drauflos produziert, und jemand anderes hat ein Patent, das ihn zwingen k�nnte, vom Markt zu gehen und nachtr�glich Lizenzen in undefinierter H�he zu zahlen. Der listige Erfinder freut sich auf solch eine Situation und sucht nach dem finanzst�rksten Wettbewerber, der auf so eine Gelegenheit gerne eingeht. > Das ist schon die n�chste Krux mit dem Patentrecht. Wenn ich richtig > informiert bin, laufen Erfindungen in Amerika grunds�tzlich > personenbezogen. Hier auch. Trotzdem werden die meisten bzw. wichtigsten Patente von Firmen angemeldet und finanziert. > Hierzulande hat der Erfinder i.d.R. das Nachsehen. Mit > guten Ideen reich zu werden, ist bei uns extrem selten. Das ist halt > auch so eine Frage, wie man hier "geistiges Eigentum" auffasst. Auch in USA wird man nur mit Geld reich, nicht mit Ideen. Alles andere ist amerikanischer _Traum_. > > > Bei Hobbyisten ist das eine Person. > > Wunderbar f�r etwaige Patentverwerter. Aufgrund des kleinen finanziellen > Polsters kann man diese Gruppe wunderbar einsch�chtern, damit sie ihre > Rechte am besten freiwillig verschenken. Wie in allen anderen Lebensbereichen auch. Mit einem _guten_ Patent, das Interesse findet stehst Du aber gar nicht so schlecht da (f�r einen Mittellosen). > > > Bei industriellen Anwendungen sind die > > Erfinder meist Angestellte des Patentinhabers. > > Sie werden nach dem Arbeitnehmererfinderrecht entlohnt. So, als ob man > sie gar nicht recht ernst nehmen wollte. Sie werden f�rs Entwickeln und Erfinden eingestellt und regelm��ig bezahlt. Was ist falsch daran ? Trennung von Produktionsmittel und Arbeiter? (Wenn du so antwortest, wie ich denke, werden wir mit dem Thread aus den NG verwiesen.) > > > Und die Industrie wei� sehr wohl, was sie an Patenten hat. > > Die schon. Und wenn sie ihr sehr preiswert in den Scho� fallen, wird sie > sich sicher nicht dagegen wehren. "Preiswert" richtet sich nach der zu erwarteten Gewinnsteigerung. Da hat der Hobbyist wenig Einblick, und das ist sein Nachteil bei Verhandlungen. Ist er zu teuer, kann er wieder gehen. Ist er zu billig, hat er was verschenkt. Die "Macht" der Industrie besteht darin, das sie die finanzielle Freiheit hat, das Patent nicht zu nutzen. Der Hobbyerfinder lebt derweil auf Pump. [Hobbyerfinder reingelegt] > > Lausiger Vertrag und keine Absicherung durch Patent. > > Lausiger Vertrag ja. Aber was hat der mit Patent zu tun? Was h�tte ihm > das geholfen? Der Vertragspartner h�tte die Erfindung nicht anwenden d�rfen. Die w�ren nicht auf die Idee gekommen, ihn verhungern zu lassen. Sie h�tten sein Patent entweder gekauft (F�r mehr oder (bei dem Menschen eher ) weniger) oder links liegen lassen, weil es zu teuer war. Oder sie h�tten nicht nach- sondern drumherum entwickelt. Das ist die Gefahr bei Selbstanmeldung ohne _erfahrenen_ Patentanwalt. Da steht dann genau eine Idee drin, die funktioniert - und dient allen anderen als Inspiration f�r Eigenentwicklungen (samt Verbesserungen). > Was im Endeffekt darauf hinaus l�uft, dass man sich Ideen leisten k�nnen > muss. Sie k�nnen einen h�ufig die Existenz kosten. Selten wird man daran > verdienen. Das ist leider systembedingt so. Das finde ich nicht in > Ordnung. Solange die Systemkritik sich nur auf das Erfindungswesen bezieht, wird das System mit Sicherheit so bleiben wie es ist. > Nun ja. Meinen Buskurier habe ich jetzt auch mal angemeldet. Bin ja mal > gespannt, was draus wird. Liest sich wie eine Gesch�ftsidee, die gar nicht patentf�hig ist. Aber das wirst Du schon Merken. > An Patent als Wundermittel kann ich nicht > glauben. Wenn die Idee gut sein sollte, werde ich erleben, dass sie > nat�rlich jemand anders schon l�ngst hatte. Das mu� der dann _beweisen_. Wenn er es kann, bist du halt nicht der Erste, sondern der zu sp�t gekommene. > Dann muss ich mich mit dem > Gegner nat�rlich auch finanziell auseinandersetzen. Da werden Ideen ganz > schnell wertlos und sogar zur finanziellen Bedrohung oder Katastrophe, > wenn sie Bestand haben sollen. Bist Du Dir im klaren, was ein Patent selbst ohne Widerspr�che von Wettbewerbern kostet? Kannst Du nun mit dem Buskurier Geld verdienen oder nicht? Wenn Du das nur selbst benutzen willst, brauchst Du keine Klage f�rchten. Keiner ist so doof, Deine Anwendung Deines Patentes anzufechten. Aber wehe, Du verletzt andere Patente, weil Du noch nicht mal Geld in die Patentrecherche investiert hast. > Wunschtr�ume. Wenn einem die eigenen Ideen naturgem�� geh�ren w�rden, > br�uchte man kein Patent. Es m�sste der Nachweis gen�gen, als erstes die > Idee gehabt zu haben, Das Patent ist der amtlich beglaubigte Nachweis, da� Du der 1. warst und da� das auch eine Erfindung und keine Banalit�t ist. > was mit schlichten Ver�ffentlichungen eigentlich > kein Problem sein sollte. Wenn Du heute Deinen Buskurier ver�ffentlichst, hast Du immer noch keinen Beweis, da� Du der 1. warst. Ich schreibe morgen (also am 27.3.1996) in mein Laborbuch, da� das auch erfinde. Au�erdem ist der Buskurier so trivial, da� eine Ver�ffentlichumng nicht lohnt. Was sagst Du nun? > Sinnigerweise verschenkt man damit aber seine > Ideen. Warum eigentlich ist die Idee dann pl�tzlich Allgemeingut? Wohl > nur deshalb, damit man vorher ein Patent anmeldet. Und in wessen > Interesse d�rfte das haupts�chlich sein? Wahrscheinlich im Interesse der > professionellen Patenterer. Allen anderen w�re es egal, wenn die > rechtliche Situation so w�re, dass einem die Idee auch noch nach einer > Ver�ffentlichung geh�rt. Die Idee kann dir keiner nehmen. Das Patent sichert dir lediglich das _Recht_ auf _alleinige_ _Verwertung_ . Wenn Du auf das Recht verzichten willst, ohne es jemand anderem zu �berlassen, brauchst du die Idee nur allgemein zug�nglich zuver�ffentlichen. Danach darf jeder die Idee nutzen. > > Mit Datenbanken und Suchmaschinen. > > Dann m�sste eine Recherche alleine schon mehrere tausend Mark kosten. Genaue Preise kenne ich nicht, d�rfte aber hinkommen. > Und noch immer w�re nicht alles gesichtet. Wo werden beispielsweise die > Inhalte von Sch�lerzeitungen und Leserbriefen gelistet? Witzbold! Du willst doch in der Fachwelt (s.u.) bekannt werden . > > Jeder industrielle Erfinder l��t sich > > auch alle Anmeldungen von anderen aus seinem Arbeitsgebiet zukommen und > > widerspricht, wenn er seine Rechte in Gefahr sieht, oder auf "Stand der > > Technik" verweisen kann. > > Kann er machen. Eine Garantie daf�r, dass alles gesichtet ist, bekommt > er trotzdem nicht. Der industrielle Erfinder kann nur hoffen, dass das > Widerspruchspotential angemeldet ist. Ich melde fast nichts an. Ich > ver�ffentliche, wenn ich nicht sofort einen Nutzen sehe. Dann kann der > Erfinder zwar mitsamt Recherchen ein Patent haben - ich kann's ihm dann > mit meinen Ver�ffentlichungen trotzdem noch zu Fall bringen. Der > Erfinder wiegt sich aufgrund seiner Recherchen in Sicherheit, gibt > folglich noch viel mehr Geld aus - dann komme ich mit einem Leserbrief > an. Aus der Traum. Was hast _Du_ davon? > Man kann also sagen, dass dem Patentwesen mit > Sicherheit der gr��te Nutzen und dem Anmelder der gr��te Schaden > entsteht. Der Anmelder hat die ebenfalls ahnungslose Konkurrenz f�r ne Weile vom Hals gehabt. Er darf munter weiter Geld verdienen mit dem Produkt. Er mu� nur die Etiketten mit der Patentnummer (wenn sie denn drauf waren) weglassen. Der Anmelder spart sich die laufenden Kosten der Aufrechterhaltung des Pastents. Deine Sch�lerzeitung bekommt einen Abonnenten mehr. ;-)) > > > Wenn ein Patent erteilt wurde kannst Du getrost davon ausgehen, da� alle > > Literatur gegengecheckt wurde. > > L�cherlich. Ich melde h�chst selten etwas an, obwohl oder gerade weil > ich manchmal unter einer Ideenflut leide. Das Risiko f�r die Erfinder > besteht nun darin, dass ich z.B. mit einem Leserbrief in einer lokalen > Zeitung oder einer Message in einer Newsgroup sein erteiltes Patent > kippen kann. Risiko f�r die w�re, wenn Du den Individualverkehr mit Deinem Produkt neu definierst (Patentfrei versteht sich). Mach mal der Bahn echte Konkurrenz! > Als Anmelder von Dingen, die mit Individualverkehr auf der > Schiene zu tun haben, w�re ich ganz besonders vorsichtig mit > Patentanmeldungen. Da wird man mit Patentrecherchen und wohl auch mit > erteilten Patenten ziemliche Pleiten erleben k�nnen, wenn es zu einer > Verwertung kommen sollte. So lange sie nicht genutzt werden, besteht > nat�rlich auch kein Grund zum Widerspruch. Aber wenn, dann ... ... kannst Du nicht widersprechen, weil Du kein Recht auf alleinige Nutzung hast! > > > > Trotzdem werden munter immer noch Patente erteilt. > > > Das Risiko, dass sie im Nachhinein zu Fall gebracht werden k�nnen, > > > steigt darum immer mehr. > > > > Statistik der widrerrufenen Erteilungen oder Phantasie? > > Im Moment Theorie. Ich kann mir aber gut vorstellen, Also doch Phantasie. m�gen Deine technischen Ideen realer sein. > dass ich selbst > demn�chst einige erteilte Patente kippen werde. Einfach deshalb, weil > ich in diversen Newsgroups durchaus �ber neue Ideen schreibe. Mein > Nachdenken zahlt mir ohnehin niemand. Anmeldungen sind mir zu > umst�ndlich, zu teuer und zu wenig aussichtsreich. Inwiefern aussichtsreich? Andere interessiert nur ein Kriterium : wirtschaftlich. > Also versuche ich, bekannt zu werden. Das folgende liest sich eher wie : Also versuche ich, l�stig zu werden. > Auf Gebieten, von denen ich wei�, dass sich einige Professoren > hierzulande intensiv besch�ftigen. Sie, ihr Stab oder Umfeld wird sicher > einige Patente anmelden und erteilt bekommen, die sich mit meinen Ideen > schneiden. In deren Patentrecherchen werde ich aber kaum auftauchen. Und > mittendrin kann sich dann so manches erteilte Patent als l�ngst > vorbekannt erweisen. Die Patenterer werden dann eine Menge Geld kassiert > haben. Garantien gibt's dort nicht. Die sind aus dem Schneider. Die > Anmelder werden das Nachsehen haben. Und zu der Spezies, die dann immer > nur das Nachsehen hat, m�chte ich nicht unbedingt geh�ren. Worin besteht dabei dein "Vorsehen"? > > Wer nicht klaut, wird _bemitleidet_. > > Diese Denke spricht f�r sich. Bist du Patentanwalt? Nein. Das ist die Denke der hiesigen Wirtschaft. Wo lebst Du? > > Das endet dann darin, da� die Gesch�ftsf�hrer mit ihren jeweiligen > > Anw�lten die Patentstapel nebeneinanderlegen und die "H�he vergleichen". > > Dann wird ausgehandelt, wer was wie kopieren darf, und wer wem was > > bezahlt. > > Klingt plausibel, wenn auch wenig sinnvoll. In der Branche, in der ich arbeite, stecken in jeder Maschine mindestens 20 Patente. Da mu� das so laufen, sonst kommt keiner zu nem neuen sinvollen Produkt. > Mir scheint, das Patentrecht ist allenfalls f�r Auseinandersetzungen > unter etwa gleich M�chtigen geeignet. Ja. Als kleiner Erfinder kannst Du einem der M�chtigen Munition liefern, wenn Du Dich nicht beklauen l��t. Das Patent sch�tzt Dich vor Diebstahl. Und es kostet. Also �berleg Dir gut, was Du anmeldest. Du k�nntest drauf sitzen bleiben, weil Du keine Fabrik hinstellen kannst um es selbst zu bauen (Wenn Du es k�nntest, w�rdest Du vermutlich selber entscheiden, da� die Fabrik nicht lohnt). > Der Hauptzweck des Patentwesens in > seiner aktuellen Form scheint mir hierzulande die Pfr�ndesicherung der > Patenterer auf Kosten der Anmelder zu sein. Nein. Gesichert werden die Pfr�nde der Anmelder. -- Raimund
Re: Patente nuetzen allen
Author: Christoph Müller
Date: Thu, 18 Feb 1999 00:00
Date: Thu, 18 Feb 1999 00:00
231 lines
11615 bytes
11615 bytes
Raimund Nisius schrieb: > > Christoph M�ller <cm737@bingo.baynet.de> wrote: > > > Detlef_S schrieb: > > Grau ist alle Theorie. Praktisch kommen dann ein paar noch ein paar > > Schadenersatzforderungen in astronomischen H�hen. > > Wer macht welchen Schaden geltend? Derjenige, der die Idee gerne nutzen m�chte, daf�r aber nichts zahlen m�chte und finanziell m�chtiger ist als der Erfinder. Dabei geht es nicht einmal ums Rechts haben. Da wird oft nur geblufft und erfolgreich eingesch�chtert. > > Vielleicht kommen sie drauf, dass der Wert, den die Erfinder > > schaffen, vielleicht doch den Erfindern geh�ren sollte > > Genau das setzt das Patentrecht durch. Sch�n w�r's. > Dabei solltest Du nicht > verwechseln wer Erfinder und wer Inhaber des Patentes ist. Das ist schon die n�chste Krux mit dem Patentrecht. Wenn ich richtig informiert bin, laufen Erfindungen in Amerika grunds�tzlich personenbezogen. Hierzulande hat der Erfinder i.d.R. das Nachsehen. Mit guten Ideen reich zu werden, ist bei uns extrem selten. Das ist halt auch so eine Frage, wie man hier "geistiges Eigentum" auffasst. > Bei Hobbyisten ist das eine Person. Wunderbar f�r etwaige Patentverwerter. Aufgrund des kleinen finanziellen Polsters kann man diese Gruppe wunderbar einsch�chtern, damit sie ihre Rechte am besten freiwillig verschenken. > Bei industriellen Anwendungen sind die > Erfinder meist Angestellte des Patentinhabers. Sie werden nach dem Arbeitnehmererfinderrecht entlohnt. So, als ob man sie gar nicht recht ernst nehmen wollte. > Und die Industrie wei� sehr wohl, was sie an Patenten hat. Die schon. Und wenn sie ihr sehr preiswert in den Scho� fallen, wird sie sich sicher nicht dagegen wehren. > Und der Industrie mangelt es i.a. nicht am Geld zur Umsetzung der > Erfindung in ein Produkt. Na ja, kommt drauf an... > Der in vorigen Postings erw�hnte kleine Mann, > der vom Modellbauer �ber den Tisch gezogen wurde, hat sich > _kaufm�nnisch_ selbst erledigt. Sehe ich auch so. Allerdings sollte sich da schon die Frage nach der Sittenwidrigkeit solcher Vertr�ge - zumindest ganz vorsichtig - stellen. > Lausiger Vertrag und keine Absicherung durch Patent. Lausiger Vertrag ja. Aber was hat der mit Patent zu tun? Was h�tte ihm das geholfen? > Er selbst konnte seine Idee offenbar nicht selbst > umsetzen, da es finanziell nicht mal zum Prototyp gereicht hat. Also > mu�te er mit den Gro�en kungeln ... und dabei mu� man sich sehr warm > anziehen. Was im Endeffekt darauf hinaus l�uft, dass man sich Ideen leisten k�nnen muss. Sie k�nnen einen h�ufig die Existenz kosten. Selten wird man daran verdienen. Das ist leider systembedingt so. Das finde ich nicht in Ordnung. > Ein (wenigstens angemeldetes) Patent ist da schon mal ein Thermojacke. Nun ja. Meinen Buskurier habe ich jetzt auch mal angemeldet. Bin ja mal gespannt, was draus wird. An Patent als Wundermittel kann ich nicht glauben. Wenn die Idee gut sein sollte, werde ich erleben, dass sie nat�rlich jemand anders schon l�ngst hatte. Dann muss ich mich mit dem Gegner nat�rlich auch finanziell auseinandersetzen. Da werden Ideen ganz schnell wertlos und sogar zur finanziellen Bedrohung oder Katastrophe, wenn sie Bestand haben sollen. > Insbesondere, wenn er Wettbewerber gegeneinander bieten lassen kann. Wunschtr�ume. Wenn einem die eigenen Ideen naturgem�� geh�ren w�rden, br�uchte man kein Patent. Es m�sste der Nachweis gen�gen, als erstes die Idee gehabt zu haben, was mit schlichten Ver�ffentlichungen eigentlich kein Problem sein sollte. Sinnigerweise verschenkt man damit aber seine Ideen. Warum eigentlich ist die Idee dann pl�tzlich Allgemeingut? Wohl nur deshalb, damit man vorher ein Patent anmeldet. Und in wessen Interesse d�rfte das haupts�chlich sein? Wahrscheinlich im Interesse der professionellen Patenterer. Allen anderen w�re es egal, wenn die rechtliche Situation so w�re, dass einem die Idee auch noch nach einer Ver�ffentlichung geh�rt. > Dazu mu� er den Markt sehr genau kennen. Dann ist er Profi. > > Ich werde den Eindruck nicht los, dass es einer gut > > organisierten Gruppe haupts�chlich darum geht, einer schlecht > > organisierten Gruppe so viel m�glich aus den Taschen zu ziehen. Derlei > > Spezies finden sich nicht nur im Erfindungswesen. > > So geht die gesamte hiesige Wirtschaft. Deshalb muss man das ja nicht gleich f�r gut hei�en. Vor allem dann nicht, wenn bekannt ist, dass mit neuen Ideen die Wirtschaft und Wettbewerbsf�higkeit an sich sehr positiv beeinflusst werden k�nnte. Dann genau das zu torpedieren, trifft uns alle mit lang anhaltender Massenarbeitslosigkeit, nachlassender Wettbewerbsf�higkeit, steigenden Renten- und Krankenversicherungsbeitr�gen, sinkenden Zukunftsperspektiven usw. Es w�re an der Zeit, dass das Thema mal vehementer aus der Sicht des Allgemeinnutzens angegangen wird. Die Politik w�re also gefordert. > > Das ist ja gerade der gro�e Witz. Man k�nnte auch sagen, unseri�se > > Arbeit im Patentwesen. Dieses funktioniert n�mlich schon vom Ansatz her > > nicht mehr. Wie in aller Welt soll ein Pr�fingenieur im Patentamt die > > ganze Literatur zu einem bestimmten Thema sichten k�nnen? > > Mit Datenbanken und Suchmaschinen. Dann m�sste eine Recherche alleine schon mehrere tausend Mark kosten. Und noch immer w�re nicht alles gesichtet. Wo werden beispielsweise die Inhalte von Sch�lerzeitungen und Leserbriefen gelistet? > Jeder industrielle Erfinder l��t sich > auch alle Anmeldungen von anderen aus seinem Arbeitsgebiet zukommen und > widerspricht, wenn er seine Rechte in Gefahr sieht, oder auf "Stand der > Technik" verweisen kann. Kann er machen. Eine Garantie daf�r, dass alles gesichtet ist, bekommt er trotzdem nicht. Der industrielle Erfinder kann nur hoffen, dass das Widerspruchspotential angemeldet ist. Ich melde fast nichts an. Ich ver�ffentliche, wenn ich nicht sofort einen Nutzen sehe. Dann kann der Erfinder zwar mitsamt Recherchen ein Patent haben - ich kann's ihm dann mit meinen Ver�ffentlichungen trotzdem noch zu Fall bringen. Der Erfinder wiegt sich aufgrund seiner Recherchen in Sicherheit, gibt folglich noch viel mehr Geld aus - dann komme ich mit einem Leserbrief an. Aus der Traum. Man kann also sagen, dass dem Patentwesen mit Sicherheit der gr��te Nutzen und dem Anmelder der gr��te Schaden entsteht. > Wenn ein Patent erteilt wurde kannst Du getrost davon ausgehen, da� alle > Literatur gegengecheckt wurde. L�cherlich. Ich melde h�chst selten etwas an, obwohl oder gerade weil ich manchmal unter einer Ideenflut leide. Das Risiko f�r die Erfinder besteht nun darin, dass ich z.B. mit einem Leserbrief in einer lokalen Zeitung oder einer Message in einer Newsgroup sein erteiltes Patent kippen kann. Als Anmelder von Dingen, die mit Individualverkehr auf der Schiene zu tun haben, w�re ich ganz besonders vorsichtig mit Patentanmeldungen. Da wird man mit Patentrecherchen und wohl auch mit erteilten Patenten ziemliche Pleiten erleben k�nnen, wenn es zu einer Verwertung kommen sollte. So lange sie nicht genutzt werden, besteht nat�rlich auch kein Grund zum Widerspruch. Aber wenn, dann ... > > Trotzdem werden munter immer noch Patente erteilt. > > Das Risiko, dass sie im Nachhinein zu Fall gebracht werden k�nnen, > > steigt darum immer mehr. > > Statistik der widrerrufenen Erteilungen oder Phantasie? Im Moment Theorie. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich selbst demn�chst einige erteilte Patente kippen werde. Einfach deshalb, weil ich in diversen Newsgroups durchaus �ber neue Ideen schreibe. Mein Nachdenken zahlt mir ohnehin niemand. Anmeldungen sind mir zu umst�ndlich, zu teuer und zu wenig aussichtsreich. Also versuche ich, bekannt zu werden. Auf Gebieten, von denen ich wei�, dass sich einige Professoren hierzulande intensiv besch�ftigen. Sie, ihr Stab oder Umfeld wird sicher einige Patente anmelden und erteilt bekommen, die sich mit meinen Ideen schneiden. In deren Patentrecherchen werde ich aber kaum auftauchen. Und mittendrin kann sich dann so manches erteilte Patent als l�ngst vorbekannt erweisen. Die Patenterer werden dann eine Menge Geld kassiert haben. Garantien gibt's dort nicht. Die sind aus dem Schneider. Die Anmelder werden das Nachsehen haben. Und zu der Spezies, die dann immer nur das Nachsehen hat, m�chte ich nicht unbedingt geh�ren. > > Es ist nur noch in den Gebieten klein, in denen > > sich nur wenige Spezialisten bet�tigen. Die kennen sich aber i.d.R. Und > > wer da klaut, ist schnell unten durch. > > Allenfalls verklagt. > Wer nicht klaut, wird _bemitleidet_. Diese Denke spricht f�r sich. Bist du Patentanwalt? > > Wozu dann aber ein Patent? > > Das endet dann darin, da� die Gesch�ftsf�hrer mit ihren jeweiligen > Anw�lten die Patentstapel nebeneinanderlegen und die "H�he vergleichen". > Dann wird ausgehandelt, wer was wie kopieren darf, und wer wem was > bezahlt. Klingt plausibel, wenn auch wenig sinnvoll. > Es gibt kaum ein Produkt, das nur ein Patent enth�lt. Zwangsl�ufig hat > der Wettbewerber hier und da die bessere L�sung. > > [Erfindung der WHO geschenkt] > > > Respekt vor dem Manne, aber ein Armutszeugnis f�r das Patentwesen. > > Voll konform mit dem Patentwesen. Mag sein. Trotzdem Armutszeugnis. > Der Erfinder hat seine Rechte erst mal beansprucht. Um sie dann verschenken > zu k�nnen. Das steht jedem Erfinder > frei. Im Grunde h�tte er sich das Patent sparen k�nnen, da eine > Ver�ffentlichung ausreicht. Vielleicht wurde er blo� mit Schering und > Dow Chem. nicht einig? Kann gut sein. Marktmacht gegen kleinen Erfinder also. In einem solchen Fall w�rde ich meine Ideen ebenfalls lieber verschenken, als sie �berm��ig raffenden Unternehmen schenken zu m�ssen. Mir scheint, das Patentrecht ist allenfalls f�r Auseinandersetzungen unter etwa gleich M�chtigen geeignet. Der Hauptzweck des Patentwesens in seiner aktuellen Form scheint mir hierzulande die Pfr�ndesicherung der Patenterer auf Kosten der Anmelder zu sein. Beste Gr��e Christoph M�ller http://www.astrail.de
Re: Patente nuetzen allen
Author: Christoph Müller
Date: Fri, 19 Feb 1999 00:00
Date: Fri, 19 Feb 1999 00:00
366 lines
18661 bytes
18661 bytes
Raimund Nisius schrieb: > > Christoph M�ller <cm737@bingo.baynet.de> wrote: > > > Raimund Nisius schrieb: > > > > > > Christoph M�ller <cm737@bingo.baynet.de> wrote: > > > > > > > Detlef_S schrieb: > > Derjenige, der die Idee gerne nutzen m�chte, daf�r aber nichts zahlen > > m�chte und finanziell m�chtiger ist als der Erfinder. Dabei geht es > > nicht einmal ums Rechts haben. Da wird oft nur geblufft und erfolgreich > > eingesch�chtert. > Getretener Quark. Der Patentinhaber hat das Recht auf die alleinige > Verwertung und kann dies aus�ben wie er will. Sch�ne Theorie. Nur ist da noch der kleine aber feine Unterschied zwischen Recht haben und Recht bekommen. > Da entsteht f�r andere kein _juristischer_ Schaden. Sage ich doch gar nicht. > Im Gegenteil, der Patentverletzer riskiert > eine Menge, wenn er drauflos produziert, und jemand anderes hat ein > Patent, das ihn zwingen k�nnte, vom Markt zu gehen und nachtr�glich > Lizenzen in undefinierter H�he zu zahlen. Wenn der potentielle Patentverletzer die Machtfrage stellt, dann wird er halt vor seiner Nutzung erst mal sehen, wie weit er gehen kann. Da wird "nur mal getestet", bei welcher Summe der Patentinhaber umf�llt. Ist er dann umgefallen, l�uft doch alles ganz legal. Da werden dann Vertr�ge geschlossen, die dem Erfinder dann wenigstens millionenhohe Schadenersatzfordungen "ersparen". F�r ihn hei�t es dann unter dem Strich "au�er Spesen nix gewesen". So kommt man billig an brauchbare Rechte. Oder gehst du im Ernst davon aus, dass ein potentieller Patentverletzer mit seri�sen Angeboten an den Erfinder herantritt, wenn er das Gef�hl hat, auch billiger an das Begehrte zu kommen? Gerade bei guten Ideen spielt doch der Preis eine ganz entscheidende Rolle. Da springt dann so mancher gerne �ber seinen eigenen Schatten und tut Dinge, die er normalerweise nicht machen w�rde. > Der listige Erfinder freut sich auf solch eine Situation und sucht nach > dem finanzst�rksten Wettbewerber, der auf so eine Gelegenheit gerne > eingeht. Du spricht vom Ideal- nicht vom Realzustand. > > > Bei Hobbyisten ist das eine Person. > > > > Wunderbar f�r etwaige Patentverwerter. Aufgrund des kleinen finanziellen > > Polsters kann man diese Gruppe wunderbar einsch�chtern, damit sie ihre > > Rechte am besten freiwillig verschenken. > > Wie in allen anderen Lebensbereichen auch. Mit einem _guten_ Patent, das > Interesse findet stehst Du aber gar nicht so schlecht da (f�r einen > Mittellosen). Wenn unter 100 Ideen aber nur 3 gut sind, dann wird ein Mittelloser erst mal zum Sozialfall. > > > Bei industriellen Anwendungen sind die > > > Erfinder meist Angestellte des Patentinhabers. > > > > Sie werden nach dem Arbeitnehmererfinderrecht entlohnt. So, als ob man > > sie gar nicht recht ernst nehmen wollte. > > Sie werden f�rs Entwickeln und Erfinden eingestellt und regelm��ig > bezahlt. Was ist falsch daran ? Falsch ist das, was damit herauskommt. So kenne ich einige Ingenieure, die selbst sagen, dass sie sich h�ten werden, Ideen zu haben. Der damit zusammenh�ngende Stress und Aufwand ist die Sache f�r sie einfach nicht wert. Die Gr�nde sind die geringe Entlohnung nach dem Arbeitnehmererfindergesetz, der in unverh�ltnism��iger Weise �rger mit den Vorgesetzten und Kollegen gegen�bersteht. Macht man dagegen seinen Job, l�uft die Sache wie geschmiert. Kein Stress, kein ungew�hnlicher �rger, kein falscher Neid und trotzdem Gehalt. > > > Lausiger Vertrag und keine Absicherung durch Patent. > > > > Lausiger Vertrag ja. Aber was hat der mit Patent zu tun? Was h�tte ihm > > das geholfen? > > Der Vertragspartner h�tte die Erfindung nicht anwenden d�rfen. Auch dann, wenn der Erfinder einen schlechten Vertrag mit dem Nutzer gemacht hat, so wie im vorliegenden Fall? Haben wir nun Vertragsfreiheit oder nicht oder wird diese durch das Patentrecht beeintr�chtigt? > Die w�ren > nicht auf die Idee gekommen, ihn verhungern zu lassen. Sie h�tten sein > Patent entweder gekauft (F�r mehr oder (bei dem Menschen eher ) weniger) > oder links liegen lassen, weil es zu teuer war. Der ber�hmte, aber seltene "So-Sollte-Es-Sein-Fall". > Oder sie h�tten nicht nach- sondern drumherum entwickelt. Das ist die > Gefahr bei Selbstanmeldung ohne _erfahrenen_ Patentanwalt. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass eine brauchbare Patentanmeldung weit mehr als die 100,- DM Anmeldegeb�hren kostet. > > Was im Endeffekt darauf hinaus l�uft, dass man sich Ideen leisten k�nnen > > muss. Sie k�nnen einen h�ufig die Existenz kosten. Selten wird man daran > > verdienen. Das ist leider systembedingt so. Das finde ich nicht in > > Ordnung. > > Solange die Systemkritik sich nur auf das Erfindungswesen bezieht, wird > das System mit Sicherheit so bleiben wie es ist. Genau das bef�rchte ich. > > Nun ja. Meinen Buskurier habe ich jetzt auch mal angemeldet. Bin ja mal > > gespannt, was draus wird. > > Liest sich wie eine Gesch�ftsidee, die gar nicht patentf�hig ist. Aber > das wirst Du schon Merken. Das ist auch so eine Merkw�rdigkeit im Patentwesen, die mir h�chst unschl�ssig vorkommt. Das Eine ist patentf�hig, das Andere nicht. Beides sind aber Ideen, die sich jemand ausgedacht und viel Hirnschmalz reingesteckt hat. Denkt jemand �ber das eine Thema nach, darf's jeder kopieren. H�tte er sich um ein anderes Thema gek�mmert, muss er sich f�r seine Idee unbekannten Werts erst einmal einen bekannt teuren Tresor (Patent) kaufen, damit sie �berhaupt geh�rt. Und denkt er �ber etwas ganz Anderes nach, ist es selbstverst�ndlich, dass ihm die Idee geh�rt. Was ist denn nun mit dem Schutz des geistigen Eigentums? > > An Patent als Wundermittel kann ich nicht > > glauben. Wenn die Idee gut sein sollte, werde ich erleben, dass sie > > nat�rlich jemand anders schon l�ngst hatte. > > Das mu� der dann _beweisen_. Wenn er es kann, bist du halt nicht der > Erste, sondern der zu sp�t gekommene. Das _beweisen_ ist aber auch nicht umsonst. Da kann der Gegner jede Menge Stolpersteine versuchen, die ich dann alle zu widerlegen habe. Das kann ganz sch�n ins Geld gehen. Das kann sich sicher nicht jeder leisten. Und bleibt der Beweis aus - na ja. Dann hat man den Wert seiner sch�ne Idee los. > > Dann muss ich mich mit dem > > Gegner nat�rlich auch finanziell auseinandersetzen. Da werden Ideen ganz > > schnell wertlos und sogar zur finanziellen Bedrohung oder Katastrophe, > > wenn sie Bestand haben sollen. > > Bist Du Dir im klaren, was ein Patent selbst ohne Widerspr�che von > Wettbewerbern kostet? Darum geht es doch. Ideen muss man sich leisten k�nnen! > Kannst Du nun mit dem Buskurier Geld verdienen oder nicht? Hoffentlich. Im Moment jedenfalls nicht. Ideen zu haben, ist wie eine Lotterie. Da gibt es Unmenger Verlierer und ganz wenige Top-Gewinner, die als Anreiz f�r weitere Teilnehmer an der Lotterie dienen. Und in einer Lotterie gibt es immer nur einen sicheren Gewinner: Den Veranstalter. Also die Patenterer. > Wenn Du das > nur selbst benutzen willst, brauchst Du keine Klage f�rchten. Geht nicht, weil ich weder Busse noch Buslinien habe oder betreibe. > Keiner ist so doof, Deine Anwendung Deines Patentes anzufechten. Wenn sich wer einen pers�nlichen Vorteil verspricht, ist der durchaus "so doof". > Aber wehe, Du verletzt andere Patente, weil Du noch nicht mal Geld in > die Patentrecherche investiert hast. Ich kann gar keine Patente verletzen, weil ich die Idee ja mangels Bussen oder Buslinien gar nicht nutzen kann. > > Wunschtr�ume. Wenn einem die eigenen Ideen naturgem�� geh�ren w�rden, > > br�uchte man kein Patent. Es m�sste der Nachweis gen�gen, als erstes die > > Idee gehabt zu haben, > > Das Patent ist der amtlich beglaubigte Nachweis, da� Du der 1. warst und > da� das auch eine Erfindung und keine Banalit�t ist. Und wozu dieser Aufwand, wenn das meiste doch eh nie genutzt wird? Und warum braucht ein Komiker, ein Buchautor, ein K�nstler usw. nicht auch einen amtlich beglaubigten Nachweis, dass er der erste war, der diese oder jene Idee hatte? Ob eine Sache eine Erfindung oder eine Banalit�t ist - das entscheiden nat�rlich die Patenterer? Ich dachte immer, das entscheidet der Markt. Wer - au�er den Patenterern - hat denn was davon, wenn etwas eine "Erfindungsh�he" hat oder nicht? Das ist in den allermeisten F�llen f�r den Erfinder mit Sicherheit v�llig belanglos. Nicht belanglos dagegen ist f�r ihn, ob er damit Gewinne machen kann oder nicht. Doch das ist ein Thema, das scheint mit dem Patenrecht rein gar nichts zu tun zu haben. > > was mit schlichten Ver�ffentlichungen eigentlich > > kein Problem sein sollte. > > Wenn Du heute Deinen Buskurier ver�ffentlichst, hast Du immer noch > keinen Beweis, da� Du der 1. warst. Ich schreibe morgen (also am > 27.3.1996) in mein Laborbuch, da� das auch erfinde. Au�erdem ist der > Buskurier so trivial, da� eine Ver�ffentlichumng nicht lohnt. Was sagst > Du nun? So lange ich mit dem Buskurier kein Geld verdiene, ist es mir v�llig wurscht, was du in dein Laborbuch schreibst oder nicht. Und wenn die Sache so trivial ist, wie du sagst, dann w�rden ja l�ngst alle damit dicke Gewinne einfahren. Wenn ich diese Leute aber drauf bringen musste, war die Sache offenbar doch nicht so trivial, wie du das eingesch�tzt hast. Und wenn du dann dein Laborbuch herausziehst, musst du dir sagen lassen, dass du rein gar nichts unternommen hast, um die Idee zu einem Erfolg zu bringen. Somit ist deine "Notiz" irrelevant. > > Sinnigerweise verschenkt man damit aber seine > > Ideen. Warum eigentlich ist die Idee dann pl�tzlich Allgemeingut? Wohl > > nur deshalb, damit man vorher ein Patent anmeldet. Und in wessen > > Interesse d�rfte das haupts�chlich sein? Wahrscheinlich im Interesse der > > professionellen Patenterer. Allen anderen w�re es egal, wenn die > > rechtliche Situation so w�re, dass einem die Idee auch noch nach einer > > Ver�ffentlichung geh�rt. > > Die Idee kann dir keiner nehmen. Das Patent sichert dir lediglich das > _Recht_ auf _alleinige_ _Verwertung_ . Und ein K�nstler, der sein Zeug ver�ffentlicht (davon muss er leben), verliert analog dazu auch das Recht der alleinigen Verwertung? Wenn ein sch�nes Bild in einer Gallerie der �ffentlichkeit vorstellt, kann jeder Fotograf kommen, es ablichten und teure Kunstpostkarten davon drucken lassen? Das w�re mir jedenfalls neu. Auf technischem Gebiet ist es aber ganz genau so. Wer kann denn diesen Unterschied plausibel erkl�ren? > Wenn Du auf das Recht verzichten > willst, ohne es jemand anderem zu �berlassen, brauchst du die Idee nur > allgemein zug�nglich zuver�ffentlichen. Das ist, als ob ein K�nstler ausschlie�lich f�r sich in seinem Atelier arbeitet. Ohne Leser, ohne Auditorium, ohne �ffentlichkeit. Wovon soll der K�nstler leben? > > Und noch immer w�re nicht alles gesichtet. Wo werden beispielsweise die > > Inhalte von Sch�lerzeitungen und Leserbriefen gelistet? > > Witzbold! Du willst doch in der Fachwelt (s.u.) bekannt werden . Was hat das damit zu tun? Eine vorbekannte Idee ist nicht mehr patentf�hig. Selbst dann, wenn sie von einem selbst stammt. Da steht JEDE Ver�ffentlichung dagegen. Das Medium, mit dem ver�ffentlicht wird, spielt nicht die geringste Rolle. Bekannt gewordenes Beispiel: Da gab es eine Gruppe, die wollte sich eine Schiffshebetechnik patentieren lassen, die mit Styropork�gelchen arbeitete. Ging nicht, weil das in einm Comic-Heft bereits beschrieben war. > > Kann er machen. Eine Garantie daf�r, dass alles gesichtet ist, bekommt > > er trotzdem nicht. Der industrielle Erfinder kann nur hoffen, dass das > > Widerspruchspotential angemeldet ist. Ich melde fast nichts an. Ich > > ver�ffentliche, wenn ich nicht sofort einen Nutzen sehe. Dann kann der > > Erfinder zwar mitsamt Recherchen ein Patent haben - ich kann's ihm dann > > mit meinen Ver�ffentlichungen trotzdem noch zu Fall bringen. Der > > Erfinder wiegt sich aufgrund seiner Recherchen in Sicherheit, gibt > > folglich noch viel mehr Geld aus - dann komme ich mit einem Leserbrief > > an. Aus der Traum. > > Was hast _Du_ davon? Erstmal muss ich nicht in teure Patente investieren, die statistisch gesehen meistens sowieso wertlos sind. Dann habe ich eine gewisse Raklame f�r mich, die mir durch Fachver�ffentlichungen auch noch hie und da honoriert wird. Ich muss also f�r meine Ideen nicht zahlen - ich bekomme sogar was daf�r. Und im letzten Fall kann man sich mit dem Patentinhaber vielleicht sogar einigen, dass man keine schlafenden Hunde weckt... > Der Anmelder hat die ebenfalls ahnungslose Konkurrenz f�r ne Weile vom > Hals gehabt. Er darf munter weiter Geld verdienen mit dem Produkt. So er �berhaupt erst mal Geld damit verdient. Das alleine ist schon selten genug. Und was hei�t hier, die ahnungslose Konkurrenz vom Hals zu haben - die werden doch erst durch Offenlegungsschriften auf bestimmte Ideen hingewiesen. Das ist sicher nicht immer im Sinne des Erfinders. Besonders dann nicht, wenn er selbst produziert. > > Als Anmelder von Dingen, die mit Individualverkehr auf der > > Schiene zu tun haben, w�re ich ganz besonders vorsichtig mit > > Patentanmeldungen. Da wird man mit Patentrecherchen und wohl auch mit > > erteilten Patenten ziemliche Pleiten erleben k�nnen, wenn es zu einer > > Verwertung kommen sollte. So lange sie nicht genutzt werden, besteht > > nat�rlich auch kein Grund zum Widerspruch. Aber wenn, dann ... > > ... kannst Du nicht widersprechen, weil Du kein Recht auf alleinige > Nutzung hast! Das nicht. Aber man kann sich vielleicht irgendwie arrangieren. Die Illusion, das Recht auf alleinige Nutzung auch durchsetzen zu k�nnen, mache ich mir ohnehin nicht. Das schaffe ich vielleicht f�r Dinge, die niemanden interessieren. Dann brauche ich dieses Recht aber gar nicht. Das kostet nur. > > dass ich selbst > > demn�chst einige erteilte Patente kippen werde. Einfach deshalb, weil > > ich in diversen Newsgroups durchaus �ber neue Ideen schreibe. Mein > > Nachdenken zahlt mir ohnehin niemand. Anmeldungen sind mir zu > > umst�ndlich, zu teuer und zu wenig aussichtsreich. > > Inwiefern aussichtsreich? Andere interessiert nur ein Kriterium : > wirtschaftlich. Nat�rlich wirtschaftlich. Man kann schlafende Hunde wecken oder sie schlafen lassen. Weckt man sie, k�nnen einige ganz schnell einen gr��en Batzen Geld los sein, weil dann die Konkurrenz usw... > > Also versuche ich, bekannt zu werden. > > Das folgende liest sich eher wie : > > Also versuche ich, l�stig zu werden. Also versuche ich, im gegebenen und von mir kaum zu beeinflussenden Umfeld meinen Platz zu behaupten. Wieso nennst du das "l�stig werden"? Ich m�chte nicht mehr oder weniger, als mit meinem Wissen und K�nnen meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn ich entgeltlos nachdenke und glaube zu brauchbaren Ergebnissen gekommen zu sein - dann bin ich l�stig, wenn ich dar�ber ohne Patentanmeldung diskutiere? > > Auf Gebieten, von denen ich wei�, dass sich einige Professoren > > hierzulande intensiv besch�ftigen. Sie, ihr Stab oder Umfeld wird sicher > > einige Patente anmelden und erteilt bekommen, die sich mit meinen Ideen > > schneiden. In deren Patentrecherchen werde ich aber kaum auftauchen. Und > > mittendrin kann sich dann so manches erteilte Patent als l�ngst > > vorbekannt erweisen. Die Patenterer werden dann eine Menge Geld kassiert > > haben. Garantien gibt's dort nicht. Die sind aus dem Schneider. Die > > Anmelder werden das Nachsehen haben. Und zu der Spezies, die dann immer > > nur das Nachsehen hat, m�chte ich nicht unbedingt geh�ren. > > Worin besteht dabei dein "Vorsehen"? Etwas vieldeutig, diese Frage. Ein "Vorsehen" w�re beispielsweise, dass ich an diversen Entwicklungen mitmachen und sie auch beeinflussen kann. Nicht ehrenamtlich, sondern schon mit Salair. Ohne Geldfluss keine Verpflichtungen. So lange ver�ffentliche ich, was und wo ich will. Wenn die anderen der Auffassung sind, mit der Gefahr gut leben zu k�nnen, dass ihnen die Patente im Nachhinein gekippt werden, so ist das deren freie Entscheidung. > > > Wer nicht klaut, wird _bemitleidet_. > > > > Diese Denke spricht f�r sich. Bist du Patentanwalt? > > Nein. Das ist die Denke der hiesigen Wirtschaft. Wo lebst Du? In Ingolstadt. > > Der Hauptzweck des Patentwesens in > > seiner aktuellen Form scheint mir hierzulande die Pfr�ndesicherung der > > Patenterer auf Kosten der Anmelder zu sein. > > Nein. Gesichert werden die Pfr�nde der Anmelder. Das WAR zumindest mal die Absicht. Wenn aber - wie die S�ddeutsche Zeitung vor l�ngerer Zeit geschrieben hat - 97% aller Patente nie genutzt werden. WELCHE Pfr�nde der Anmelder k�nnen denn �berhaupt noch gesichert werden? Das sind gerade mal die �brigen drei Prozent. Christoph M�ller http://www.astrail.de
Re: Patente nuetzen allen
Author: Raimund Nisius
Date: Fri, 19 Feb 1999 00:00
Date: Fri, 19 Feb 1999 00:00
21 lines
1831 bytes
1831 bytes
Christoph M�ller <cm737@bingo.baynet.de> wrote: > Mit DEM genannten Vertrag? Das glaubst du doch selber nicht. Wenn er sich so reinlegen l��t, wird die Firma bei vorhandenem Patent den Vertrag entsprechend gestalten. Aber wenn er in dem Vertrag die Patentrechte nicht abtritt, kann sie das Patent nicht nutzen. > > Drum wird so viel erfunden... > > Erfunden schon. Selbst etwas anmelden - das mache ich nur h�chst selten. > Je mehr Ideen man hat und anmeldet, desto schneller und sicherer geht > man pleite. Man mu� Patente verwerten, sonst kosten sie halt nur. Das Patent ist ein kleiner Schritt zum fertigen verk�uflichen Produkt. Wer den als riesige H�rde betrachtet (betrachten mu�), sollte es lassen. -- Raimund
Re: Patente nuetzen allen
Author: Christoph Müller
Date: Sat, 20 Feb 1999 00:00
Date: Sat, 20 Feb 1999 00:00
76 lines
5141 bytes
5141 bytes
Raimund Nisius schrieb: > > Christoph M�ller <cm737@bingo.baynet.de> wrote: > > > Mit DEM genannten Vertrag? Das glaubst du doch selber nicht. > > Wenn er sich so reinlegen l��t, wird die Firma bei vorhandenem Patent > den Vertrag entsprechend gestalten. Aber wenn er in dem Vertrag die > Patentrechte nicht abtritt, kann sie das Patent nicht nutzen. Aber genau das h�tte er mit dem Vertrag - egal ob mit oder Patent - gemacht. Also wozu sollte das Patent gut sein? > > > Drum wird so viel erfunden... > > > > Erfunden schon. Selbst etwas anmelden - das mache ich nur h�chst selten. > > Je mehr Ideen man hat und anmeldet, desto schneller und sicherer geht > > man pleite. > > Man mu� Patente verwerten, sonst kosten sie halt nur. Aber was soll man machen? Hat man eine Idee, denkt man normalerweise IMMER, dass eben das DIE Idee ist. Und deshalb jedesmal gleich zum Patentamt oder noch schlimmer zum Patentanwalt laufen? Das, obwohl bekannt ist, dass 97% aller Patente nie genutzt werden? Zu dem Zeitpunkt, zu dem man die Idee hat, kann man deren Wert i.d.R. NICHT einsch�tzen. Das d�rfte einer der ganz wesentlichen Gr�nde sein, weshalb der ungenutzte Anteil so extrem hoch ist. Patente machen f�r einen Erfinder doch nur dann Sinn, wenn er zu den gl�cklichen 3% geh�rt, deren Patente verwertet werden. Mit dem Copyright wird das Problem ganz elegant gel�st. Da geht man einfach davon aus, dass einem die eigene Idee auch dann geh�rt, wenn daf�r nicht eigens ein Nachweis gef�hrt wird. Dieses aufwendige Nachweisverfahren wird erst dann angeworfen, wenn sich die Sache lohnen k�nnte. Auf das Patentrecht �bertragen hie�e das, dass die 97% ungenutzte Patente zu �berhaupt keinem Papierkrieg und zu keinen Anmeldungen f�hren w�rde. Also w�rden daf�r auch keine Kosten f�r die Erfinder entstehen. Dann kann er richtig und patentrechtlich ungebremst seine F�higkeiten pflegen. Hat er eine gute Idee gehabt, so hat er nicht vorher 97% Murks anmelden m�ssen. Er hat das Geld stattdessen in die Ausarbeitung produktiverer Dinge stecken k�nnen. Die Qualit�t seiner Vorschl�ge d�rfte entsprechend steigen. Damit auch die Verwertungsm�glichkeiten. Wird verwertet und erhebt niemand Einspruch, gibt es kein Problem. Erhebt doch jemand Einspruch, muss er zumindest triftige Verdachtsmomente liefern, die ein "Ideenverletzungsverfahren" nach sich ziehen k�nnten. Dieses Verfahren w�rde etwa einem Plagiatsverfahren entsprechen. Eine solche Vorgehensweise w�re m.E. viel unkomplizierter und innovationsfreundlicher, als es mit dem heutigen Patentrecht ist. > Das Patent ist ein kleiner Schritt zum fertigen verk�uflichen Produkt. So h�tten es gerne viele. In Wirklichkeit sorgen die hohen Kosten, die nicht zuletzt durch die 97% ungenutzten Patente verursacht werden, daf�r, dass man Innovationen zu vermeiden sucht und die Ideen im Zweifelsfall lieber verschenkt. Damit wird genau das Gegenteil dessen erreicht, was erreicht werden sollte. Man m�chte im internationalen Vergleich ganz vorne mitmischen. Doch verschenkte Ideen lassen das Know How au�er Landes flie�en. Damit auch Arbeitspl�tze und jede Menge Einnahmen. Dann kommt es NUR noch drauf an, wo am Billigsten produziert werden kann. Das ist oft genug NICHT hierzulande. Diesen Zusammenhang zu begreifen, stellt so manchen Entscheidungstr�ger aber offensichtlich vor unl�sbare Probleme, die nicht einmal als Probleme wahrgenommen werden. Man macht halt weiter wie bisher nach dem Motto "haben wir schon immer so gemacht" oder "da k�nnte ja jeder kommen". > Wer den als riesige H�rde betrachtet (betrachten mu�), sollte es lassen. So ist es. Und weil es so viele aus gutem Grund lieber lassen, flie�t auch so viel Know How ab, was unserer Wettbewerbsf�higkeit sicher nicht zur St�rkung gereicht. Christoph M�ller http://www.astrail.de
Re: Patente nuetzen allen
Author: Raimund Nisius
Date: Sun, 21 Feb 1999 00:00
Date: Sun, 21 Feb 1999 00:00
296 lines
14718 bytes
14718 bytes
Christoph M�ller <cm737@bingo.baynet.de> wrote:
> > Wie in allen anderen Lebensbereichen auch. Mit einem _guten_ Patent, das
> > Interesse findet stehst Du aber gar nicht so schlecht da (f�r einen
> > Mittellosen).
>
> Wenn unter 100 Ideen aber nur 3 gut sind, dann wird ein Mittelloser erst
> mal zum Sozialfall.
Er ist ein schlechter Erfinder. Eher gar keiner.
[angestellte Erfinder]
> Falsch ist das, was damit herauskommt. So kenne ich einige Ingenieure,
> die selbst sagen, dass sie sich h�ten werden, Ideen zu haben. Der damit
> zusammenh�ngende Stress und Aufwand ist die Sache f�r sie einfach nicht
> wert. Die Gr�nde sind die geringe Entlohnung nach dem
> Arbeitnehmererfindergesetz, der in unverh�ltnism��iger Weise �rger mit
> den Vorgesetzten und Kollegen gegen�bersteht. Macht man dagegen seinen
> Job, l�uft die Sache wie geschmiert. Kein Stress, kein ungew�hnlicher
> �rger, kein falscher Neid und trotzdem Gehalt.
Und die Firma bald pleite! Irgendwie hab ich bei Deinem Text ein Deja
vue. Kann es sein, da� wir das schon mal in de.selbstaendig diskutiert
haben?
Ich erhalte nur f�r die blo�e Tatsache der Erfindungsmeldung schon Geld.
Das entspringt dem Patentkrieg, den sich mein Arbeitgeber mit dem gro�en
Konkurrenten leisten mu�.
> > Die w�ren
> > nicht auf die Idee gekommen, ihn verhungern zu lassen. Sie h�tten sein
> > Patent entweder gekauft (F�r mehr oder (bei dem Menschen eher ) weniger)
> > oder links liegen lassen, weil es zu teuer war.
>
> Der ber�hmte, aber seltene "So-Sollte-Es-Sein-Fall".
Nein, so ist es! Ein vorhandenes fremdes Patent zu ignorieren ist das
d�mmste, was ein Unternehmen machen kann. Das kann jegliche
Gewinnkalkulation zunichte machen. Da k�nnen die ebensogut Lotto
spielen. Das Patent anzufechten kann ja leicht schief gehen und lohnt
nur, wenn es um extreme Gewinne geht, und keine Vereinbarung mit dem
Inhaber zustande kommt.
> > Oder sie h�tten nicht nach- sondern drumherum entwickelt. Das ist die
> > Gefahr bei Selbstanmeldung ohne _erfahrenen_ Patentanwalt.
>
> Was im Umkehrschluss bedeutet, dass eine brauchbare Patentanmeldung weit
> mehr als die 100,- DM Anmeldegeb�hren kostet.
Rechne mal mit 50.000,00 DM �ber die 20 Jahre der Aufrechterhaltung. Und
geh schleunigst zum erfahrenen Patentanwalt. Dessen Beratungskosten
ersparen Dir vielleicht die restlichen 49500,- DM.
> Das ist auch so eine Merkw�rdigkeit im Patentwesen, die mir h�chst
> unschl�ssig vorkommt. Das Eine ist patentf�hig, das Andere nicht. Beides
> sind aber Ideen, die sich jemand ausgedacht und viel Hirnschmalz
> reingesteckt hat. Denkt jemand �ber das eine Thema nach, darf's jeder
> kopieren. H�tte er sich um ein anderes Thema gek�mmert, muss er sich f�r
> seine Idee unbekannten Werts erst einmal einen bekannt teuren Tresor
> (Patent) kaufen, damit sie �berhaupt geh�rt.
Was sind 50kDM bei der Entwicklung eines Verkehrsmittels? Das reicht
nicht mal f�r die Materialkosten des Labormusters!
> Und denkt er �ber etwas
> ganz Anderes nach, ist es selbstverst�ndlich, dass ihm die Idee geh�rt.
> Was ist denn nun mit dem Schutz des geistigen Eigentums?
Wenn Du ein Buch �ber deinen Buskurier druckst, darf das niemend gegen
Deinen Willen kopieren. Aber den Buskurier darf jeder (auch Du) bauen.
> > Das mu� der dann _beweisen_. Wenn er es kann, bist du halt nicht der
> > Erste, sondern der zu sp�t gekommene.
>
> Das _beweisen_ ist aber auch nicht umsonst. Da kann der Gegner jede
> Menge Stolpersteine versuchen, die ich dann alle zu widerlegen habe.
Welche? Du meldest 3 Wochen nach Deiner Idee an. Dieses Anmeldedatum
wird beim Patentamt festgehalten, und ist damit amtlich. Da kann keiner
was dran drehen. Der Gegner, der dann nach der Offenlegung mit
gef�lschten Laborb�chern argumentieren will, geht ein extremes Risiko
(Straftat) ein.
> Geht nicht, weil ich weder Busse noch Buslinien habe oder betreibe.
>
> > Keiner ist so doof, Deine Anwendung Deines Patentes anzufechten.
>
> Wenn sich wer einen pers�nlichen Vorteil verspricht, ist der durchaus
> "so doof".
Worin soll der denn liegen.
> Und wozu dieser Aufwand, wenn das meiste doch eh nie genutzt wird?
s.u.
> Und
> warum braucht ein Komiker, ein Buchautor, ein K�nstler usw. nicht auch
> einen amtlich beglaubigten Nachweis, dass er der erste war, der diese
> oder jene Idee hatte? Ob eine Sache eine Erfindung oder eine Banalit�t
> ist - das entscheiden nat�rlich die Patenterer? Ich dachte immer, das
> entscheidet der Markt. Wer - au�er den Patenterern - hat denn was davon,
> wenn etwas eine "Erfindungsh�he" hat oder nicht?
Wenn das Patentamt wegen der mangelnden Erfindungsh�he ablehnt,
schneidet es sich doch deiner Meinung nach ins eigene Fleisch.
> Das ist in den
> allermeisten F�llen f�r den Erfinder mit Sicherheit v�llig belanglos.
Aber nicht f�r die Konkurrenz, die was naheliegendes nicht machen darf,
nur weil irgend einer das zuerst gemacht hat. Z.B. ABS aus dem PKW im
BUS w�re eine eigene Erfindung.
> Nicht belanglos dagegen ist f�r ihn, ob er damit Gewinne machen kann
> oder nicht. Doch das ist ein Thema, das scheint mit dem Patenrecht rein
> gar nichts zu tun zu haben.
Dieses Thema ist der Grund f�r das Patentrecht.
> So lange ich mit dem Buskurier kein Geld verdiene, ist es mir v�llig
> wurscht, was du in dein Laborbuch schreibst oder nicht. Und wenn die
> Sache so trivial ist, wie du sagst, dann w�rden ja l�ngst alle damit
> dicke Gewinne einfahren.
Wenns alle tun, bleiben die Gewinne normal.
> Wenn ich diese Leute aber drauf bringen musste,
> war die Sache offenbar doch nicht so trivial, wie du das eingesch�tzt
> hast. Und wenn du dann dein Laborbuch herausziehst, musst du dir sagen
> lassen, dass du rein gar nichts unternommen hast, um die Idee zu einem
> Erfolg zu bringen. Somit ist deine "Notiz" irrelevant.
Erkl�r mal einem Richter, was trivial ist, und was nicht. Und sag ihm
auch, warum es mich nicht soviel Zeit gekostet haben kann, das Produkt
marktreif zu machen. Eine Zeit kann ja auch nicht reif sein f�r die
Idee.
> > Die Idee kann dir keiner nehmen. Das Patent sichert dir lediglich das
> > _Recht_ auf _alleinige_ _Verwertung_ .
>
> Und ein K�nstler, der sein Zeug ver�ffentlicht (davon muss er leben),
> verliert analog dazu auch das Recht der alleinigen Verwertung?
Der K�nstler hat mit der Ver�ffentlichung seine geistige Leistung
beendet. Der Fabrikant f�ngt dann erst richtig an. Weder das Kunstwerk,
noch die Patentschrift d�rfen unerlaubt kopiert werden.
> Wenn ein
> sch�nes Bild in einer Gallerie der �ffentlichkeit vorstellt, kann jeder
> Fotograf kommen, es ablichten und teure Kunstpostkarten davon drucken
> lassen? Das w�re mir jedenfalls neu. Auf technischem Gebiet ist es aber
> ganz genau so. Wer kann denn diesen Unterschied plausibel erkl�ren?
keine Ahnung.
> > > Und noch immer w�re nicht alles gesichtet. Wo werden beispielsweise die
> > > Inhalte von Sch�lerzeitungen und Leserbriefen gelistet?
> >
> > Witzbold! Du willst doch in der Fachwelt (s.u.) bekannt werden .
>
> Was hat das damit zu tun? Eine vorbekannte Idee ist nicht mehr
> patentf�hig.
Ich meine hier Deine gesellschaftliche Stellung. Du kannst ein Patent
mit einem Comicheft im Selbstverlag kippen. Aber glaubst Du, irgendeiner
von der Uni bzw. Industrie redet dann noch mit Dir? Und irgendwoher
willst Du Inspiration herkriegen und Deine Ideen gar verkaufen (was ohne
Patent eh schwierig ist).
[Patente kippen]
> > Was hast _Du_ davon?
>
> Erstmal muss ich nicht in teure Patente investieren, die statistisch
> gesehen meistens sowieso wertlos sind. Dann habe ich eine gewisse
> Raklame f�r mich, die mir durch Fachver�ffentlichungen auch noch hie und
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Also doch!
> da honoriert wird. Ich muss also f�r meine Ideen nicht zahlen - ich
> bekomme sogar was daf�r. Und im letzten Fall kann man sich mit dem
> Patentinhaber vielleicht sogar einigen, dass man keine schlafenden Hunde
> weckt...
Der geht zum Patentamt und h�lt es nicht weiter aufrecht. Seine
Lizenznehmer kriegen ihre Lizenzgeb�hr nicht wieder, andere Wettbewerber
sind entsprechend versp�tet auf dem Markt - und Du hungerst.
> > Der Anmelder hat die ebenfalls ahnungslose Konkurrenz f�r ne Weile vom
> > Hals gehabt. Er darf munter weiter Geld verdienen mit dem Produkt.
>
> So er �berhaupt erst mal Geld damit verdient.
Wenn nicht, ist ihm Deine Ver�ffentlichung schnurz.
> Das alleine ist schon selten genug.
> Und was hei�t hier, die ahnungslose Konkurrenz vom Hals zu
> haben - die werden doch erst durch Offenlegungsschriften auf bestimmte
> Ideen hingewiesen. Das ist sicher nicht immer im Sinne des Erfinders.
> Besonders dann nicht, wenn er selbst produziert.
Hinweis gut und sch�n. Ein gut und umfassend erteiltes Patent hindert
ihn daran die Idee und �hnliches zu nutzen.
> > > Als Anmelder von Dingen, die mit Individualverkehr auf der
> > > Schiene zu tun haben, w�re ich ganz besonders vorsichtig mit
> > > Patentanmeldungen. Da wird man mit Patentrecherchen und wohl auch mit
> > > erteilten Patenten ziemliche Pleiten erleben k�nnen, wenn es zu einer
> > > Verwertung kommen sollte. So lange sie nicht genutzt werden, besteht
> > > nat�rlich auch kein Grund zum Widerspruch. Aber wenn, dann ...
> >
> > ... kannst Du nicht widersprechen, weil Du kein Recht auf alleinige
> > Nutzung hast!
>
> Das nicht. Aber man kann sich vielleicht irgendwie arrangieren.
Warum sollte die andere Seite von "man" sich arrangieren? Bez�glich
Patente gibt es f�r Produkte 4 Zust�nde
1. eigenes Patent : sehr gut da Monopol
2. gekaufte Lizenz: gut, da gekl�rte Rechtslage und kalkulierbare
Kosten, wenig Wettbewerber.
3. Patentfrei: auch gut, da gekl�rte Rechtslage ohne Kosten, beliebige
Wettbewerber
4. fremdes Patent: sehr schlecht, zwingt zu technischen Umwegen oder
Lizenzzahlungen, oder verhindert gar die Anwendung.
Wenn Du jetzt kommst, und mit der Status�nderung von 1 nach 3 drohst,
wird man Dir vielleicht einen Kaffee aus der Kantine anbieten. Aber nur,
wenn Du immer nett und korrekt bleibst. Dann wird man sich �berlegen,
da� die gestre�ten Wettbewerber in b�lde von alleine auf Dein Comicheft
sto�en. Die Heimfahrt darfst Du dann selbst bezahlen...
Dein Renommee als Spinner (Fachartikel in der Sch�lerzeitung) hast Du
dann redlich erworben.
> Wenn ich entgeltlos nachdenke und
> glaube zu brauchbaren Ergebnissen gekommen zu sein - dann bin ich
> l�stig, wenn ich dar�ber ohne Patentanmeldung diskutiere?
Wenn Du diejenigen, von denen Du letztlich Geld willst, zwingst nun auch
noch Sch�lerzeitungen und Comichefte zu lesen. Das finden die nicht
lustig. Patentschriften regelm��ig zu lesen ist schon �de genug -glaub
mir, ich hasse das.
> > Worin besteht dabei dein "Vorsehen"?
[als Gegenteil von "Nachsehen"]
> Etwas vieldeutig, diese Frage. Ein "Vorsehen" w�re beispielsweise, dass
> ich an diversen Entwicklungen mitmachen und sie auch beeinflussen kann.
> Nicht ehrenamtlich, sondern schon mit Salair. Ohne Geldfluss keine
> Verpflichtungen. So lange ver�ffentliche ich, was und wo ich will.
Nein, besser da, wo Deine Wunschgesch�ftspartner f�r gew�hnlich lesen:
BILD oder Fachzeitschrift! Sonst machst Du nicht "mit", sondern
"parrallel".
> Wenn
> die anderen der Auffassung sind, mit der Gefahr gut leben zu k�nnen,
> dass ihnen die Patente im Nachhinein gekippt werden, so ist das deren
> freie Entscheidung.
Ein gekipptes Patent ist keine gro�e Gefahr, sonder ein _bi�chen_
verschleudertes Geld!
> > > > Wer nicht klaut, wird _bemitleidet_.
> > >
> > > Diese Denke spricht f�r sich. Bist du Patentanwalt?
> >
> > Nein. Das ist die Denke der hiesigen Wirtschaft. Wo lebst Du?
>
> In Ingolstadt.
Da sitzt doch AUDI ? Geh doch da mal hin, und erz�hle denen, Du w��test
wie man ein bestimmtes 300DM Teil um 30% billiger machen k�nnte...
(Keine gute Idee, um Dich in der Verkehrsbranche bekannt zu machen, wenn
es nur ein Test auf Moral ist)
> > Nein. Gesichert werden die Pfr�nde der Anmelder.
>
> Das WAR zumindest mal die Absicht. Wenn aber - wie die S�ddeutsche
> Zeitung vor l�ngerer Zeit geschrieben hat - 97% aller Patente nie
> genutzt werden. WELCHE Pfr�nde der Anmelder k�nnen denn �berhaupt noch
> gesichert werden? Das sind gerade mal die �brigen drei Prozent.
Das mit den 3 % Nutzung ist doch Journalistenk�se. Die Nutzung besteht
in der Nichtanwendung. Der Wettbewerber darf es n�mlich nicht anwenden.
Vielleicht w�re er aber drauf gekommen, nachdem er mein angewandtes
Patent nicht nutzen durfte. Weiterhin ist die Realisierbarkeit oft noch
ungewi�. Da man es nie wissen kann, wird erst mal angemeldet, dann auf
Wirtschaftlichkeit der alternativen gepr�ft und dann eines der Patente
ausgew�hlt zum Produkt. Die anderen 5 sind das Fundament f�r die n�chste
Produktgeneration oder Schutzwall vor dem Wettbewerb. Oder es f�llt
hinten runter, was ich nicht abstreiten will. Aber 3% ist l�cherlich.
--
Raimund
Re: Patente nuetzen allen
Author: Raimund Nisius
Date: Sun, 21 Feb 1999 00:00
Date: Sun, 21 Feb 1999 00:00
29 lines
2285 bytes
2285 bytes
Christoph M�ller <cm737@bingo.baynet.de> wrote: > Raimund Nisius schrieb: > > Wenn er sich so reinlegen l��t, wird die Firma bei vorhandenem Patent > > den Vertrag entsprechend gestalten. Aber wenn er in dem Vertrag die > > Patentrechte nicht abtritt, kann sie das Patent nicht nutzen. > > Aber genau das h�tte er mit dem Vertrag - egal ob mit oder Patent - > gemacht. Also wozu sollte das Patent gut sein? Er kann den Vertrag anders gestalten, weil er ein verbrieftes Recht hat, das man ihm nicht stehlen darf. > Aber was soll man machen? Hat man eine Idee, denkt man normalerweise > IMMER, dass eben das DIE Idee ist. Und deshalb jedesmal gleich zum > Patentamt oder noch schlimmer zum Patentanwalt laufen? Hirnf�rze mu� man selbstverst�ndlich vorher sortieren, und voreilige Anmeldungen kann man auch stornieren. > Das, obwohl > bekannt ist, dass 97% aller Patente nie genutzt werden? Zu dem Zu den 97% schreibe ich im anderen Posting was. Im �brigen sind die Tage meiner unfreiwilligen "Freizeit" gez�hlt, so da� ich nicht mehr so ausf�hrlich antworten kann. -- Raimund
Re: Patente nuetzen allen
Author: Christoph Müller
Date: Mon, 22 Feb 1999 00:00
Date: Mon, 22 Feb 1999 00:00
36 lines
2800 bytes
2800 bytes
Raimund Nisius schrieb: > > Christoph M�ller <cm737@bingo.baynet.de> wrote: > > > Raimund Nisius schrieb: > > > Wenn er sich so reinlegen l��t, wird die Firma bei vorhandenem Patent > > > den Vertrag entsprechend gestalten. Aber wenn er in dem Vertrag die > > > Patentrechte nicht abtritt, kann sie das Patent nicht nutzen. > > > > Aber genau das h�tte er mit dem Vertrag - egal ob mit oder Patent - > > gemacht. Also wozu sollte das Patent gut sein? > > Er kann den Vertrag anders gestalten, weil er ein verbrieftes Recht hat, > das man ihm nicht stehlen darf. Aber wozu mu� das Recht verbrieft sein? Reicht es denn nicht, das Recht zu haben? Wenn er die Idee als erster gehabt hat, dann ist sie doch sein eigenes geistiges Eigentum. Mit einer Ver�ffentlichung k�nnte in das relativ leicht nachgewiesen werden. Doch das Patentrecht schiebt gerade dieser einfachen Vorgehensweise einen Riegel vor, indem es sagt, da� der Erfinder damit seine Idee zum allgemein gut gemacht hat. > > Aber was soll man machen? Hat man eine Idee, denkt man normalerweise > > IMMER, dass eben das DIE Idee ist. Und deshalb jedesmal gleich zum > > Patentamt oder noch schlimmer zum Patentanwalt laufen? > > Hirnf�rze mu� man selbstverst�ndlich vorher sortieren, und voreilige > Anmeldungen kann man auch stornieren. Wie kann man aber innerhalb einer relativ kurzen Frist Hirnf�rze von sinnvollen Ideen zuverl�ssig unterscheiden, wenn man nicht offen reden darf? Christoph M�ller http://www.astrail.de
Re: Patente nuetzen allen
Author: Christoph Müller
Date: Mon, 22 Feb 1999 00:00
Date: Mon, 22 Feb 1999 00:00
388 lines
18189 bytes
18189 bytes
Raimund Nisius schrieb: > Christoph M�ller <cm737@bingo.baynet.de> wrote: > > Wenn unter 100 Ideen aber nur 3 gut sind, dann wird ein Mittelloser erst > > mal zum Sozialfall. > > Er ist ein schlechter Erfinder. Eher gar keiner. Er w�re unter den gegebenen Voraussetzungen ein ganz normaler Erfinder. > > den Vorgesetzten und Kollegen gegen�bersteht. Macht man dagegen seinen > > Job, l�uft die Sache wie geschmiert. Kein Stress, kein ungew�hnlicher > > �rger, kein falscher Neid und trotzdem Gehalt. > > Und die Firma bald pleite! Das riskieren die Betroffenen bedenkenlos. Wert denkt heute noch langfristig? > Irgendwie hab ich bei Deinem Text ein Deja > vue. Kann es sein, da� wir das schon mal in de.selbstaendig diskutiert > haben? Kann sein. > Ich erhalte nur f�r die blo�e Tatsache der Erfindungsmeldung schon Geld. Dann hast du das Gl�ck in einer besonders innovativen Firma t�tig zu sein. > Das entspringt dem Patentkrieg, den sich mein Arbeitgeber mit dem gro�en > Konkurrenten leisten mu�. Das l��t darauf schlie�en, da� die Konkurrenten deines Arbeitgebers �hnlich gro� sind wie er selbst. > Ein vorhandenes fremdes Patent zu ignorieren ist das > d�mmste, was ein Unternehmen machen kann. Das kann jegliche > Gewinnkalkulation zunichte machen. Da k�nnen die ebensogut Lotto > spielen. "Lotto" ist in diesem Zusammenhang ohnehin das richtige Stichwort. > Das Patent anzufechten kann ja leicht schief gehen und lohnt > nur, wenn es um extreme Gewinne geht, und keine Vereinbarung mit dem > Inhaber zustande kommt. Wobei wir wieder bei der alten Aussage w�hren, da� sich Patente nur dann lohnen, wenn sie gro�e Gewinne erwarten lassen. Doch zum Zeitpunkt der Erfindung ist genau der zu erwartende Gewinn noch nicht bekannt. Darum werden so viele sinnlose Patente angemeldet. Immer in der Hoffnung, das gro�e Los gezogen zu haben. Also steht exakt das Verhalten eines Lottospielers dahinter. > > Was im Umkehrschluss bedeutet, dass eine brauchbare Patentanmeldung weit > > mehr als die 100,- DM Anmeldegeb�hren kostet. > > Rechne mal mit 50.000,00 DM �ber die 20 Jahre der Aufrechterhaltung. Und > geh schleunigst zum erfahrenen Patentanwalt. Dessen Beratungskosten > ersparen Dir vielleicht die restlichen 49500,- DM. Das best�tigt genau meine Aussage, dass man sich eigene Ideen leisten k�nnen mu�. Dass einem die eigenen Ideen tats�chlich geh�ren, steht also bestenfalls auf dem Papier. > Was sind 50kDM bei der Entwicklung eines Verkehrsmittels? F�r mich i. d. R. zu viel. Deshalb sehe ich nicht gezwungen, mich enteignen lassen zu m�ssen. Ich w��te nicht, wie ich angesichts solcher Summen mein geistiges Eigentum behalten kann. Ich denke sehr viel �ber Verkehrsprobleme nach. Damit k�nnten sicherlich Unmengen von Arbeitspl�tzen geschaffen werden. Weil ich mir diese Ideen jedoch nicht leisten kann, sehe ich mich gezwungen (nicht freiwillig), die Ergebnisse meiner Arbeit zu verschenken. Die Wahrscheinlichkeit, da� die Arbeitspl�tze dann irgendwo auf der Welt entstehen, aber nicht hierzulande, halte ich f�r sehr gro�. Im Gegenteil ist sogar zu vermuten, da� durch die eingekaufte Technik hierzulande Arbeitspl�tze vernichtet werden. Aber die Gesetzgebung nimmt derartiges billigend in Kauf. > Das reicht nicht mal f�r die Materialkosten des Labormusters! Das ist richtig. Wir diskutieren hier aber �ber das geistige Eigentum und nicht �ber Herstellkosten. > > Und denkt er �ber etwas > > ganz Anderes nach, ist es selbstverst�ndlich, dass ihm die Idee geh�rt. > > Was ist denn nun mit dem Schutz des geistigen Eigentums? > > Wenn Du ein Buch �ber deinen Buskurier druckst, darf das niemend gegen > Deinen Willen kopieren. Aber den Buskurier darf jeder (auch Du) bauen. So ist es. Aber wie ist das zu erkl�ren? Und vor allem, womit wird das begr�ndet? Warum geh�rt mir die Idee nur teilweise? > > Das _beweisen_ ist aber auch nicht umsonst. Da kann der Gegner jede > > Menge Stolpersteine versuchen, die ich dann alle zu widerlegen habe. > > Welche? Haupts�chlich durch �hnliches und Zweifelsf�lle. Damit l��t sich der juristische Aufwand in nahezu jede beliebige H�he treiben. Der schw�chere wird wohl oder �bel bald einknicken m�ssen. > was dran drehen. Der Gegner, der dann nach der Offenlegung mit > gef�lschten Laborb�chern argumentieren will, geht ein extremes Risiko > (Straftat) ein. Wie hoffentlich verst�ndlich dargestellt, mu� der Gegner dieses Risiko �berhaupt nicht eingehen. Meistens gen�gt eine gut gemachte Einsch�chterung. Das ist v�llig legal. > > Wenn sich wer einen pers�nlichen Vorteil verspricht, ist der durchaus > > "so doof". > > Worin soll der denn liegen. Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. > > Und > > warum braucht ein Komiker, ein Buchautor, ein K�nstler usw. nicht auch > > einen amtlich beglaubigten Nachweis, dass er der erste war, der diese > > oder jene Idee hatte? Ob eine Sache eine Erfindung oder eine Banalit�t > > ist - das entscheiden nat�rlich die Patenterer? Ich dachte immer, das > > entscheidet der Markt. Wer - au�er den Patenterern - hat denn was davon, > > wenn etwas eine "Erfindungsh�he" hat oder nicht? > > Wenn das Patentamt wegen der mangelnden Erfindungsh�he ablehnt, > schneidet es sich doch deiner Meinung nach ins eigene Fleisch. Ich finde den Begriff "Erfindungsh�he" an sich schon unsinnig. Da� sich da wer ins eigene Fleisch schneidet habe ich nicht behauptet. Wenn man jedoch unterstellt, da� sich die Patenterer selbst am Leben halten wollen, so macht der Begriff Erfindungsh�he pl�tzlich sind. Welche Relevanz das aber f�r den Erfinder haben sollten bleibt weiterhin unklar. Denn welches Analog k�nnte man auf dem kulturellen Sektor verwenden? Auch dort geht es doch schlie�lich um den Schutz geistigen Eigentums. > > Das ist in den > > allermeisten F�llen f�r den Erfinder mit Sicherheit v�llig belanglos. > > Aber nicht f�r die Konkurrenz, die was naheliegendes nicht machen darf, > nur weil irgend einer das zuerst gemacht hat. Z.B. ABS aus dem PKW im > BUS w�re eine eigene Erfindung. Nat�rlich wird es immer Streitf�lle geben. Der gro�e Trick der Patenterer liegt nun darin, diese Streitf�lle zu l�sen, noch bevor diese �berhaupt existieren. Damit sind sie in der Lage, selbst dann Geld zu verdienen, wenn die Idee �berhaupt einen Wert hat. Und genau das ist in den meisten F�llen so. > > Nicht belanglos dagegen ist f�r ihn, ob er damit Gewinne machen kann > > oder nicht. Doch das ist ein Thema, das scheint mit dem Patenrecht rein > > gar nichts zu tun zu haben. > > Dieses Thema ist der Grund f�r das Patentrecht. Das d�rfte der urspr�ngliche Grund GEWESEN sein. Heute ist er ist sicher nicht mehr. Heute sichern sich die Patenterer ihren Lebensunterhalt v�llig unabh�ngig von etwaigen Gewinnen durch die Patente oder Schutzrechte. Genauso, wie die Lotto-Veranstalter nicht die paar Lotto-Million�re im Auge haben, sondern das Gros der Leute, die Lotto spielen. > > Wenn ich diese Leute aber drauf bringen musste, > > war die Sache offenbar doch nicht so trivial, wie du das eingesch�tzt > > hast. Und wenn du dann dein Laborbuch herausziehst, musst du dir sagen > > lassen, dass du rein gar nichts unternommen hast, um die Idee zu einem > > Erfolg zu bringen. Somit ist deine "Notiz" irrelevant. > > Erkl�r mal einem Richter, was trivial ist, und was nicht. Langsam scheint sich herauszukristallisieren, welch riesiges Blabla da eigentlich veranstaltet wird. Wir sind nun bei der Definition von trivial angelangt, anstatt dar�ber nachzudenken, wie der Erfinder, der seine Ideen voranbringen m�chte, an seine faire Entlohnung kommt. > Eine Zeit kann ja auch nicht reif sein f�r die Idee. Durchaus. Man kann jedoch auch Einflu� darauf nehmen. Das ist ebenfalls mit sehr viel Arbeit verbunden. Diese �berzeugungsarbeit kann durchaus als Bestandteil der Idee gesehen werden. > > > Die Idee kann dir keiner nehmen. Das Patent sichert dir lediglich das > > > _Recht_ auf _alleinige_ _Verwertung_ . > > > > Und ein K�nstler, der sein Zeug ver�ffentlicht (davon muss er leben), > > verliert analog dazu auch das Recht der alleinigen Verwertung? > > Der K�nstler hat mit der Ver�ffentlichung seine geistige Leistung > beendet. Der Fabrikant f�ngt dann erst richtig an. Weder das Kunstwerk, > noch die Patentschrift d�rfen unerlaubt kopiert werden. Sowohl das Kunstwerk wie auch die Idee stellen geistiges Eigentum dar. Warum ist f�r eine technische Idee ein Patent erforderlich und warum gibt es nichts Analoges f�r das Kunstwerk? Ein Kunstwerk ist eine Idee ohne Patent. Ein Kunstwerk darf nicht kopiert werden. Eine technische Idee ohne Patent darf aber schon kopiert werden. Warum? > > Wenn ein > > sch�nes Bild in einer Gallerie der �ffentlichkeit vorstellt, kann jeder > > Fotograf kommen, es ablichten und teure Kunstpostkarten davon drucken > > lassen? Das w�re mir jedenfalls neu. Auf technischem Gebiet ist es aber > > ganz genau so. Wer kann denn diesen Unterschied plausibel erkl�ren? > > keine Ahnung. Diese Frage konnte mir noch niemand plausibel beantworten. Das stimmt mich nachdenklich. Darum bin ich f�r meine Person zu dem Schlu� gekommen, da� es lediglich einer bestimmten Berufsgruppe gelungen ist, eine lukrative Geldquelle zu erschlie�en. Diese Geldquelle wird nach meiner Auffassung inzwischen in einem Ausma� ausgebeutet, die unsere Wettbewerbsf�higkeit und unsere gesamte Wirtschaft bedroht. > Und irgendwoher willst Du Inspiration herkriegen Diese bekommt man am besten im Gespr�ch mit anderen Menschen. Doch genau das verhindert das Patentrecht, indem eine hohe finanzielle H�rde errichtet wird. > und Deine Ideen gar verkaufen (was ohne Patent eh schwierig ist). Mit Patent wird das auch nicht leichter, weil die Erlangung eines Patentes bereits schwer genug ist. > > bekomme sogar was daf�r. Und im letzten Fall kann man sich mit dem > > Patentinhaber vielleicht sogar einigen, dass man keine schlafenden Hunde > > weckt... > > Der geht zum Patentamt und h�lt es nicht weiter aufrecht. Und was, wenn er Lizenz-Einnahmen kassiert? > Seine > Lizenznehmer kriegen ihre Lizenzgeb�hr nicht wieder, andere Wettbewerber > sind entsprechend versp�tet auf dem Markt - und Du hungerst. W�rde ich meine ganzen Ideen zum Patent anmelden, w�rde ich statistisch gesehen noch viel mehr hungern. > > > Der Anmelder hat die ebenfalls ahnungslose Konkurrenz f�r ne Weile vom > > > Hals gehabt. Er darf munter weiter Geld verdienen mit dem Produkt. > > > > So er �berhaupt erst mal Geld damit verdient. > > Wenn nicht, ist ihm Deine Ver�ffentlichung schnurz. Sehe ich nicht so, denn er hat wahrscheinlich schon viel Geld in seine Anmeldungen investiert. Er wird also durchaus Interesse daran haben, das investierte Geld m�glichst gut verzinst zu bekommen. > Hinweis gut und sch�n. Ein gut und umfassend erteiltes Patent hindert > ihn daran die Idee und �hnliches zu nutzen. Ach ja, die �hnlichkeit. Sieht man das Patentrecht vor dem Hintergrund, dass die Patenterer ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten m�ssen, so wird schnell klar, wie wichtig sie solch weiche Begriffe nehmen m�ssen. Je mehr gestritten wird, desto besser l�uft das Gesch�ft. > > Das nicht. Aber man kann sich vielleicht irgendwie arrangieren. > > Warum sollte die andere Seite von "man" sich arrangieren? Bez�glich > Patente gibt es f�r Produkte 4 Zust�nde > > 1. eigenes Patent : sehr gut da Monopol Man wiegt sich in Sicherheit, die man in Wirklichkeit gar nicht hat. > 2. gekaufte Lizenz: gut, da gekl�rte Rechtslage und kalkulierbare > Kosten, wenig Wettbewerber. Wenn aber das Patent, f�r das Lizenz bezahlt wird, f�llt, hat man trotzdem ein Problem. > 3. Patentfrei: auch gut, da gekl�rte Rechtslage ohne Kosten, beliebige > Wettbewerber Auch gut nur dann, wenn man wettbewerbsf�hig anbieten kann. Ansonsten wandern die damit verbundenen Arbeitspl�tze aus. Das Geld wird andernorts verdient. > 4. fremdes Patent: sehr schlecht, zwingt zu technischen Umwegen oder > Lizenzzahlungen, oder verhindert gar die Anwendung. Genauso, wie es auf dem kulturellen Sektor �blich ist. Dar�ber regt sich niemand auf. > Wenn Du jetzt kommst, und mit der Status�nderung von 1 nach 3 drohst, > wird man Dir vielleicht einen Kaffee aus der Kantine anbieten. Ein einzelner Betrieb wird sich sicher so verhalten. Das Problem hat aber inzwischen ganz andere Dimensionen bekommen. Denn nicht nur ich denke so; es werden immer mehr. Und das bedroht langfristig unsere gesamte Wirtschaft. Unser Know-how flie�t ab und wird weltweit aufgrund unseres eigenen Patentrechts zum Stand der Technik. Unser Wettbewerbsvorteil schrumpft. Die Wirtschaftskraft sinkt. > Aber nur, wenn Du immer nett und korrekt bleibst. Das sind Dinge, die sind in diesem Zusammenhang v�llig belanglos. > Dann wird man sich �berlegen, > da� die gestre�ten Wettbewerber in b�lde von alleine auf Dein Comicheft > sto�en. Die Heimfahrt darfst Du dann selbst bezahlen... > Dein Renommee als Spinner (Fachartikel in der Sch�lerzeitung) hast Du > dann redlich erworben. Das Renommee des Spinners hat man als Ideenlieferant so oder so zu tragen. > > Wenn ich entgeltlos nachdenke und > > glaube zu brauchbaren Ergebnissen gekommen zu sein - dann bin ich > > l�stig, wenn ich dar�ber ohne Patentanmeldung diskutiere? > > Wenn Du diejenigen, von denen Du letztlich Geld willst, zwingst nun auch > noch Sch�lerzeitungen und Comichefte zu lesen. Wie kann nicht diese dazu zwingen, wenn ich sie nicht einmal eine? Gespr�che und Ver�ffentlichungen macht man doch deshalb, um erst einmal an diesem Personenkreis heranzukommen. Weil man am Anfang selten absch�tzen kann wie gewinnbringend eine Idee sein k�nnte, wird man sich zun�chst an die naheliegendsten Medien wenden. > Das finden die nicht lustig. Mich finden sie dagegen schon lustig. Mich bezeichnen sie als Spinner. > Patentschriften regelm��ig zu lesen ist schon �de genug -glaub > mir, ich hasse das. Das glaube ich der gerne. Doch davon wird das Patentrecht nicht besser. > > Nicht ehrenamtlich, sondern schon mit Salair. Ohne Geldfluss keine > > Verpflichtungen. So lange ver�ffentliche ich, was und wo ich will. > > Nein, besser da, wo Deine Wunschgesch�ftspartner f�r gew�hnlich lesen: > BILD oder Fachzeitschrift! Sonst machst Du nicht "mit", sondern > "parrallel". Eine gute Anregung. Das ist aber ziemlich umst�ndlich. Offene Diskussionen in Fachkreisen sollten eigentlich den gleichen Effekt haben. > > Wenn > > die anderen der Auffassung sind, mit der Gefahr gut leben zu k�nnen, > > dass ihnen die Patente im Nachhinein gekippt werden, so ist das deren > > freie Entscheidung. > > Ein gekipptes Patent ist keine gro�e Gefahr, sonder ein _bi�chen_ > verschleudertes Geld! Was nichts anderes bedeutet, als da� man sich seine Ideen auch wirklich leisten k�nnen mu�, wenn sie etwas wert sein sollen. > > > Nein. Das ist die Denke der hiesigen Wirtschaft. Wo lebst Du? > > > > In Ingolstadt. > > Da sitzt doch AUDI ? Geh doch da mal hin, und erz�hle denen, Du w��test > wie man ein bestimmtes 300DM Teil um 30% billiger machen k�nnte... Denen habe ich schon �fters etwas erz�hlt. I. d. R. werden Neuerungen aber abgeschmettert. Das ist nicht sehr motivierend. Au�erdem habe ich als Au�enstehender nicht die notwendigen Einblicke in deren Fertigungstechnik. > Das mit den 3 % Nutzung ist doch Journalistenk�se. Die Nutzung besteht > in der Nichtanwendung. Das mag sein. Das hilft aber demjenigen, der nachdenkt, nicht viel. Langfristig wird er sich also zur�ckziehen. Wer sich angesichts solcher Umst�nde �ber unseren Ideennotstand beklagt, hat wahrscheinlich vom Patentrecht keine Ahnung. > Der Wettbewerber darf es n�mlich nicht anwenden. Und der Erfinder bekommt f�r seine M�hen so gut wie gar nichts. Mit solchen Erfahrungen mu� man sich nicht wundern, wenn das Nachdenken aus der Mode kommt. Man darf sich auch nicht wundern, wenn die Fachkompetenzen ins Ausland abwandern und wir infolgedessen der Weltwirtschaft immer mehr hinterher hinken. Das Patentrecht sehe ich als gesamtwirtschaftliches Problem. Christoph M�ller http://www.astrail.de
Thread Navigation
This is a paginated view of messages in the thread with full content displayed inline.
Messages are displayed in chronological order, with the original post highlighted in green.
Use pagination controls to navigate through all messages in large threads.
Back to All Threads